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Reisen mit Allergien – privat und geschäftlich

Reisen mit Allergien

Machst du dir Sorgen darüber, mit Lebensmittelallergien, Unverträglichkeiten und Intoleranzen nicht mehr reisen zu können? Ja, das Thema Reisen kann sich nach Allergie- und Unverträglichkeits-Diagnosen anfühlen wie ein unmögliches Ziel. Egal ob Mittel- oder Fernreisen, Geschäftsreisen oder Urlaubsreisen – mit den richtigen Tipps und Tricks klappt alles! Deswegen verrate ich dir heute, wie ich mir mein Reise-Hobby trotz Allergien und Unverträglichkeiten erhalten habe.


Ein Hobby aufgeben – keine Reisen mit Allergien?

Hast du das Gefühl, nach Allergie-Diagnosen nicht mehr unbeschwert reisen zu können? Hast du deswegen vielleicht sogar dein Hobby eingestellt oder verreist nur noch in der näheren Umgebung? Das sind Entscheidungen, die mir jetzt schon ganz häufig begegnet sind. Und mich erreichen auch immer wieder Fragen zum Thema Reisen mit Allergien. Sogar von abgelehnten Karrierechancen habe ich schon gehört, wenn der tolle, neue Job mit vielen Geschäftsreisen verbunden war. All das finde ich schade – und es muss auch gar nicht sein!

Reisen gehört auch zu meinen Hobbys, deswegen habe ich auch immer mal wieder über meine Reisen gebloggt. Und auch geschäftlich war ich im Laufe der Jahre häufig unterwegs, sogar für KochTrotz (zum Beispiel auf Erdnuss-Reise in Georgia).

Das Reisen wegen meiner Allergien und Unverträglichkeiten aufzugeben, wäre für mich also absolut undenkbar gewesen. Mir geht es heutzutage zwar viel besser (dazu habe ich Sabrina auch ein Interview gegeben), Selbst in meinen schlechtesten Zeiten bin ich verreist und war sogar in Restaurants essen. Nichts zu essen war dabei logischerweise genauso wenig eine Lösung wie nicht zu reisen. Also möchte ich dir heute ein paar einfache und kreative Lösungen für deine nächste Reise zeigen – egal, ob es sich dabei um eine Privatreise oder eine Geschäftsreise handelt.

Die An- und Abreise bei Reisen

In der Luft: Flugreisen (Mittel- und Langstrecke)

Bei den meisten Fluglinien ist es kein Problem, Essen vorzubestellen – telefonisch oder über die Internetseite des Anbieters. Allerdings wird es schwierig, wenn du mit mehreren Allergien auf Reisen gehst, da viele Flugzeug-Caterer kein passendes Angebot haben. Besonders ärgerlich ist es, wenn das vorbestellte Essen einfach nicht an Board des Flugzeugs gebracht wurde – und das dann am Besten auch noch bei einem Langstreckenflug… Oje!

Du kannst auf Nummer Sicher gehen, indem du dein eigenes Essen mitnimmst. Ja, das ist möglich, und manchmal musst du dafür nicht zwingend ein Attest mit dir führen. Die Sicherheitskontrollen an Flughäfen erlauben es nicht, Flüssigkeiten mitzunehmen. Ansonsten kann Essen ziemlich problemlos mitgebracht werden und muss auch nicht extra angemeldet werden. Allerdings muss es an der Sicherheitskontrolle möglich sein, in die Essensbehältnisse reinzuschauen. Du musst dein selbstgemachtes und mitgebrachtes Essen also so verpacken, dass du es für die Kontrolle öffnen, danach aber problemlos wieder schließen kannst. Je nach Einfuhrbestimmungen im Zielland empfiehlt es sich allerdings, die mitgebrachten Speisen vor der Landung aufzuessen. Die Einfuhr von Äpfeln ist in den USA beispielsweise untersagt und wird mit hohen Geldbußen bestraft.

Sogar Instant-Gerichte können mitgebracht werden! So kannst du beim Flug auch warmes Essen genießen. Frag einfach ganz nett beim Flugpersonal nach heißem Wasser. Das klingt vielleicht erstmal nach einer merkwürdigen Anfrage, aber das ist es ganz und gar nicht.


TIPP: Medizinisches Sondergepäck

Es lohnt sich, wenn du vor dem Start deiner Reise bei der Fluggesellschaft nachfragst, ob du medizinisches Sondergepäck mitführen darfst.

Auch sehr günstige Airlines gewähren oft Mehrgepäck von bis zu 10 kg. Damit klar ist, dass es sich bei diesem Sondergepäck wirklich um eine medizinische Notwendigkeit handelt, solltest du ein ärztliches Attest mit dir führen.

Auf der Straße und den Schienen: Unterwegs als Selbstversorger

Bist du als Allergiker*in mit dem Zug oder dem Auto unterwegs, kannst du deine verträglichen Speisen ganz einfach mitnehmen. Dafür brauchst du lediglich einige verträgliche To-Go-Rezepte, sichere Verpackungen und gegebenenfalls eine Kühltasche, in der du dein Essen transportieren kannst. Und schon kann es losgehen!

Vor Ort: Mit Allergien am Reiseort

Die größten Freiheiten in deiner Ernährung hast du, wenn du während deiner Reise in einer Ferienwohnung unterkommst. Denn dort hast du alle Zutaten für deine Speisen genauso wie Zuhause im Griff. Wenn du stark auf Gluten reagierst, solltest du vor deiner Reise meinen Artikel über Gluten-Kontamination lesen.

Wenn du im Hotel übernachtest und in Restaurants gehen möchtest, musst du deine Ernährung während deiner Reise schon etwas anders organisieren. Und gerade für Geschäftsreisen, Seminare, Konferenzen und Co. wird ja häufig Essen vorab bestellt, das oft für Allergiker*innen unverträglich ist. Für all diese Fälle ist Organisation einfach das A und O! Außerdem ist die Kommunikation mit Hotel- und Restaurantpersonal essentiell. Um dir den Schritt in die Kommunikation leichter zu machen, denk bitte immer daran: Mitarbeitende in Hotels und Restaurants sind immer daran interessiert, dass ihre Gäste wiederkommen oder sie weiterempfehlen. Daher werden sie freundlichen Bitten und Nachfragen sicherlich gerne nachkommen.

Meine Tipps fürs Essen unterwegs

  1. Stell eine kurze, übersichtliche Liste mit deinen persönlichen Unverträglichkeiten zusammen. Am besten mehrsprachig (mindestens jedoch auch auf Englisch) und in mehrfacher Ausführung, damit du sie auch weitergeben kannst.
  2. Organisiert jemand deine Reise, z. B. weil sie geschäftlich ist? Dann sprich vorher unbedingt mit dieser Person und erklär ihr deine Ernährungseinschränkungen. Dann kann schon im Rahmen der Reiseorganisation geklärt werden, ob passende Speisen für dich bereitgestellt werden können. Wenn du in einem Hotel übernachtest, kannst du vorab anrufen und fragen, ob sich die Küche auf deine Einschränkungen einstellen kann.
  3. Wenn das Catering bei deiner Geschäftsreise mal nicht in der Lage sein sollte, sich auf deine Ernährungsbedürfnisse einzustellen, dann informiere dich über die Möglichkeiten, die es vor Ort gibt. Frage beim Personal des Veranstaltungsorts nach Supermärkten, Restaurants & Co. in der Nähe oder informiere dich z. B. über Google Maps. So kannst du dir entweder eine Liste geben lassen oder dir selbst eine erstellen.
  4. Diese Liste kannst du nun auch an die Veranstaltungsorganisation weitergeben und darum bitten, die passenden Lebensmittel für dich zu besorgen. Denn bei anstrengenden Geschäftsterminen solltest du gut versorgt sein, um fit zu bleiben.
  5. Ein Restaurant in der Nähe deines Hotels sieht gut aus, aber du bist dir nicht sicher, ob es wirklich zu deinen Ernährungsbedürfnissen passt? Dann ruf vorab an oder schreib eine E-Mail!
  6. Wenn Speisekarten online einsehbar sind und du schon weißt, welche Speisen du verträgst, oder du vorab Infos über enthaltene Allergene bekommen hast, schreib dir auf, welche Gerichte du bestellen kannst. So musst du im Restaurant nicht nochmal alles prüfen.
  7. Bei geschäftlich geplanten Restaurantbesuchen kannst du ebenfalls vorab Kontakt zum Restaurant aufnehmen. Finde heraus, ob es auf ihrer Speisekarte bereits für dich verträgliche Speisen gibt oder ob es möglich ist, etwas für dich Verträgliches zuzubereiten.
  8. Du kannst dir nach Absprache mit dem Hotel in der Regel auch Lebensmittel ins Hotel liefern lassen, z. B. durch einen Lebensmittellieferanten vor Ort.

Die richtigen Tools fürs Reisen mit Allergien

Um dich unterwegs selbst versorgen zu können, brauchst du natürlich auch die richtige Ausstattung. Zur Kühlung von Lebensmitteln gibt’s unterschiedliche Möglichkeiten, von der Kühltasche bis zur Kühlbox. Auch ein Wasserkocher oder ein paar kleine Reisebestecke & Co. können dir das Reisen erleichtern.

Ein paar Ideen für die Selbstorganisation:

  1. Eine Kühltasche *, ein Kühlrucksack * oder sogar eine Kühlbox mit Stromanschluss * hält deine Speisen unterwegs länger frisch.
  2. Es gibt unterschiedliche Speisen, die sich hervorragend zum Vakuumieren eignen – von Gemüsesticks bis zum Eintopf. Vakuumiergeräte * sind gar nicht so teuer, sehr praktisch und unterbinden auch die Histaminbildung. Die vakuumierten Speisen können dann im Koffer in einer Kühltasche transportiert werden. Sie bleiben zwischen 3 und 30 Tagen lang frisch.
  3. Brot und Kuchen können nicht vakuumiert, aber im Glas gebacken werden. So halten sich Backwaren bis zu 6 Monate lang frisch. Allerdings sind die Gläser natürlich auch etwas schwerer als z. B. die Vakuumbeutel.
  4. Für den kleinen Hunger zwischendurch kannst du selbstgemachte Energy-Balls und Müsliriegel mitnehmen.
  5. Es gibt mittlerweile verschiedenste Convenience-Produkte, die du mitnehmen kannst, z. B. bei der FoodOase *.
  6. Ein kleiner Reisewasserkocher * ist sehr praktisch. Wenn du in einem Hotel übernachtest, frag vorher nach, ob es auf dem Zimmer vielleicht schon einen Wasserkocher gibt – das ist mittlerweile sehr üblich. Im Wasserbad des Reisewasserkochers kannst du auch kleine Konservendosen, Kochbeutel und kleine Gläser erwärmen.
  7. Der Sparschäler * leistet auch gute Dienste, denn geschältes Obst und Gemüse ist verträglicher. Bei Flugreisen sollte er aber nicht mit ins Handgepäck, sonst musst du ihn bei der Sicherheitskontrolle direkt abgeben.
  8. Auch ein Reisebesteck * oder ein Reisegeschirr * kann unterwegs sehr praktisch sein. Das Reisebesteck darf bei Flugreisen allerdings nicht ins Handgepäck.

Eine Portion Mut & viel Organisationsgeschick gehören dazu

Ich möchte gar nicht bestreiten, dass es wie eine Mammutaufgabe wirkt, mit Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten auf Reisen zu gehen. Und ja, es kann vorkommen, dass du von anderen Menschen schief angesehen wirst, wenn du deine besonderen Ernährungsbedürfnisse kommunizierst. Aber es geht hier ja nicht darum, dass du etwas anderes essen möchtest, weil dir die angebotenen Speisen nicht schmecken – nein, es geht hier um echte gesundheitliche Notwendigkeiten! Du darfst diesen Raum einnehmen und du darfst darum bitten, dass Lebensmittel für dich zur Verfügung stehen.

Das ist keine Vorzugsbehandlung und auch nicht frech, sondern simpel und einfach nötig.

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7 Kommentare
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Atma Jot

Bei Flugreisen gilt es zu beachten, dass natürlich Suppen auch Flüssigkeit sind und von der Security einkassiert werden. Das dies auch für Porridge gilt, musste ich in Albuquerque sehr sehr früh morgens feststellen. Und dann fix meinen Brei auslöffeln.

Sabrina

Genau! 🙂 Wenn man unterwegs eine Suppe essen möchte, sollte man unbedingt eine Instant-Suppe nehmen, die erst im Flugzeug mit heißem Wasser aufgeschüttet wird.

Oh nein, das war dann wohl ein sehr spontanes, flottes Frühstück!

Ulrike

Hallo Steffi, die beschriebenen Erfahrungen kann ich nur bestätigen. Es erfordert gute Vorbereitung, aber irgendetwas lässt sich mit Phantasie, Kompromissbereitschaft und Freundlichkeit immer realisieren. Zur Vorbereitung suche ich mir in den sozialen Netzwerken auch gerne Reiseberichte oder melde mich in lokalen Gruppen an, so dass ich meist schon eine lange Liste von „Möglichkeiten“ bei mir habe, wenn ich unterwegs bin. Und mit 2-3 Riegeln im Gepäck und dem Wissen, dass man eigentlich immer irgendwo etwas Obst/Gemüse bekommen kann, geht man schon deutlich gelassener an die Sache ran.

Sabrina

Oh, die sozialen Netzwerke zu durchforsten ist auch eine super Idee! Danke für den Tipp! 🙂

Ingrid

Hallo Steffi, wir sind von Hotel auf das Wohnmobil umgestiegen. Da ich nicht unbedingt fliegen will, war das die beste Entscheidung Fast überall frisches Obst und Gemüse, oder TK im Discounter. Und wir haben viel Selbstgemachtes tiefgefroren mit dabei. Sind aber supertolle Tips dabei

Sabrina

Ach, wie schön, dass ihr im Wohnmobil verreist 🙂 Das ist echt klasse!

Anna

Du hast es gut auf den Punkt gebracht. Ich habe Mich auch nicht vom Reisen abhalten lassen.

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