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Diese Lebensmittel solltest du nicht roh essen

Lebensmittel roh oder nicht roh essen

Rohkost ist gerade im Sommer, wenn es zum Kochen einfach zu warm ist die perfekte Mahlzeit oder ein toller Snack für zwischendurch. Zur Sommerzeit haben ja auch so viele wunderbare Früchte und Gemüse Saison und man möchte am liebsten direkt zugreifen! Es gibt aber auch einige Lebensmittel, die nicht oder nur eingeschränkt dafür geeignet sind, sie roh zu essen. Wir schauen uns heute mal genauer an, welche Gemüsesorten und tierischen Produkte du lieber nur gegart zu dir nehmen solltest.


Pflanzliche Lebensmittel

Kartoffeln

Kartoffeln enthalten gleich zwei Dinge, die dafür sorgen, dass sie besser nicht roh gegessen werden sollten: Stärke und Solanin. Die rohe Stärke kann von unserem Verdauungssystem nicht verarbeitet werden, deshalb sorgt sie für Verdauungsprobleme. Solanin, das in besonders hoher Konzentration in grünen Kartoffeln und in Kartoffeln mit Keimstellen steckt, ist ein Nervengift. Bereits eine Dosis von 1 bis 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht kann bei uns zu Krämpfen, Durchfall und Erbrechen führen. Solanin ist wasserlöslich und geht ins Kochwasser und ins Bratfett über. Das Kochwasser von grünen oder schon gekeimten Kartoffeln sollte man deswegen immer unbedingt wegschütten.

Auberginen

Wie auch Kartoffeln oder Tomaten sind Auberginen Nachtschattengewächse. Am Stielansatz und an noch nicht vollreifen Stellen enthalten die lilafarbenen Beeren (ja, botanisch gesehen sind es tatsächlich Beeren – verrückt, oder?) das Nervengift Solanin. Deswegen solltest du immer darauf achten, Auberginen nur im komplett reifen Zustand zu verzehren. Aus vielen Auberginen-Sorten wurde das Solanin mittlerweile allerdings herausgezüchtet. Dennoch: so richtig gut schmeckt eine rohe Aubergine gar nicht. Am besten garst du sie vor dem Verzehr – dann schmeckt sie auch im Salat ganz wunderbar!

Mangold enthält etwa 650 mg Oxalsäure pro 100 g

Mangold

Geschmacklich erinnert Mangold an Spinat und ist deshalb auch eine wunderbare Spinat-Alternative für alle, die keine Spinat vertragen. Doch genau wie Spinat (und viele andere Gemüsepflanzen) enthält Mangold Oxalsäure. Er kann zwar roh gegessen werden, dann ist aber auch die Säurekonzentration besonders hoch. Wenn man ihn vor dem Verzehr gart, z. B. durch Blanchieren, sinkt die Säurekonzentration erheblich. Das ist besonders für Menschen, die einen empfindlichen Magen oder Eisenmangel haben, wichtig. Personen mit Nierenproblemen profitieren ebenfalls von der durchs Garen reduzierten Oxalsäure-Konzentration, sollten vor dem Verzehr von Mangold aber unbedingt mit ihrer Ärztin/ihrem Arzt bzw. einer medizinischen Beratungsstelle abklären, ob der Genuss des Blattgemüses grundsätzlich für sie infrage kommt.

Ältere Spinat-Blätter

Wenn du Spinat gerne roh essen möchtest (und das mache ich auch gern, z. B. in Salat-Bowls), dann solltest du dafür den jungen Blattspinat mit den kleinen Blättern nehmen. Wenn du deinen Spinat selbst erntest, solltest er vor dem Rohverzehr noch nicht geblüht haben. Auch Winterspinat solltest du nicht roh zu dir nehmen.

Wie Mangold auch enthält Spinat Oxalsäure. Deswegen sollten Menschen mit Eisenmangel oder Magenproblem auf den Verzehr von rohem Spinat verzichten. Oxalsäure behindert die Aufnahme von Kalzium im Körper. Das kann zur Entstehung von Harn- und Nierenstein führen. Personen mit Nierenschäden klären bitte vorher ab, ob sie Spinat nicht nur roh, sondern eventuell auch gekocht vermeiden sollten.

Spinat enthält außerdem Nitrat. Das ist an und für sich für uns ungefährlich. Im Körper kann es sich jedoch in Nitrit umwandeln. Nitrit kann den Sauerstofftransport im Blut hemmen. Für gesunde Erwachsene ist das kein Problem. Für Babys und Kleinkinder wird allerdings empfohlen, dass sie keinen rohen Spinat essen sollten. Je früher der Spinat geerntet wird, desto weniger Nitrat enthält er. Außerdem: Am besten die Stiele abschneiden, denn sie enthalten das meiste Nitrat.

Spinat enthält etwa 442 mg Oxalsäure pro 100 g

Rhabarber

Rhabarber enthält relativ viel Oxalsäure. Daher wird im Allgemeinen davon abgeraten, Rhabarber roh zu essen. Einmal reinbeißen ist für gesunde Menschen natürlich kein Problem, aber eine komplette Portion Rhabarber sollte lieber gegart genossen werden.

Hülsenfrüchte

Die meisten Hülsenfrüchte können nicht roh verzehrt werden. Sie enthalten im rohen Zustand unterschiedliche Stoffe, die für uns unverträglich sind. In der Regel geht es um Phasin. Eine der wenigen Hülsenfrüchte, die roh verzehrt werden kann, ist die Zuckerschote. Gekeimte Hülsenfrüchte sind relativ frei von den für uns schädlichen Inhaltsstoffen, können aber vor dem Verzehr blanchiert werden. Bei Hülsenfrüchten aus dem Glas oder der Konservendose musst du dir überhaupt keine Gedanken machen: Die auf diese Weise abgepackten Erbsen, Bohnen, Linsen & Co. sind vorgekocht.

Grüne Bohnen und Kidneybohnen

In rohen grünen Bohnen und in rohen weißen und roten Kidneybohnen steckt das Lektin Phasin. Lektine sind komplexe Eiweiße und zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen. Phasin hat den Effekt, dass die roten Blutkörperchen zusammenkleben. Dadurch wird der Sauerstofftransport in unseren Körpern gestört. Beispielsweise Kopfschmerzen, Durchfall und Übelkeit können die Folge sein.

Limabohnen und Urdbohnen

Rohe Lima- und Urdbohnen enthalten Blausäure. Diese ist giftig für uns und wird beim Kochen und beim Einweichen der Bohnen freigesetzt. Deswegen sollte (wie z. B. bei Kartoffeln) das Kochwasser oder das Einweichwasser der Bohnen weggeschüttet werden.

Mungobohnen

Mungobohnen enthalten sogenannte Protease-Hemmer. Diese Stoffe können Enzyme im Verdauungstrakt hemmen, die wiederum für die Spaltung aufgenommener Proteine zuständig sind. Durchfall und Erbrechen können die Folge sein.

Mungobohnensprossen und auch andere Sprossen sind selbstverständlich zum Rohverzehr geeignet. Bei Sprossen ist es generell wichtig, sie so schnell als möglich nach der Ernte zu verzehren, um alle Nährstoffvorteile ausschöpfen zu können. Schon nach kurzer Zeit verlieren sie ihre Gesundheitsvorteile und Nährstoffe.


Schwarze Holunderbeeren

Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren, Blaubeeren – alles Beeren, die du problemlos von der Pflanze aus direkt roh in deinen Mund wandern lassen kannst. Bei schwarzen Holunderbeeren ist das leider anders: Sie enthalten den Giftstoff Sambunigrin. Das ist ein Blausäure-Glykosid. Holunderbeeren roh zu essen kann zu Durchfall, Erbrechen und Schüttelfrost führen.

Bitter schmeckende Zucchini – weder roh noch gekocht essen!

Wenn wir Zucchini selbst anbauen, kann es passieren, dass sie bitter schmeckt. Eine bittere Zucchini enthält Cucurbitacine. Dieser Stoff ist ganz natürlich in der Zucchini enthalten, wurde aber eigentlich aus ihr herausgezüchtet. Im eigenen Garten kann es passieren, dass der Stoff trotzdem in einer höheren Konzentration im Gemüse steckt. Bittere Zucchini sollte man roh nicht essen und auch gekocht nicht zu sich nehmen. Das Cucurbitacine führt z. B. zu Erbrechen, Durchfall und Übelkeit.

Bittere Gurken – auch weder roh noch gekocht verzehren

Es passiert ganz selten, aber manchmal schmecken auch Gurken bitter. Ist das der Fall, dann iss sie bitte nicht. Gurken gehören wie Zucchini zu den Kürbisgewächsen. Sie schützen sich durch Cucurbitacine vor Fressfeinden. In den meisten unserer Gurken- und Zucchini-Sorten sind bitterfrei, aber manchmal setzt sich das Gift eben doch durch. Genau wie bei Zucchini kann auch der Verzehr bitterer Gurken zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen.

Wildpilze

Zuchtpilze wie Champignons, Shiitake oder Austernpilze sind unbedenklich. Aber Wildpilze wie Rotkappe oder Hexenröhrling sind im rohen Zustand giftig. Vor dem Verzehr durchbraten.

Wenn man rohe Kulturchampignons oder Kräuterseitlinge nicht verträgt, liegt das am darin enthaltenen Agaritin. Das kann zu Verdauungsproblemen führen. Dann besser gebraten essen – so schmecken sie eh am besten.

Maniok

Die Maniok- oder Cassavawurzel ist dir aus der glutenfreien Bäckerei bestimmt schon ein Begriff. Die Knolle aus Südamerika sollte nicht roh gegessen verzehrt werden, denn dann ist sie giftig. Aber keine Sorge: Wenn du Maniok-/Cassavamehl oder Tapiokastärke kaufst, wurde die Wurzel bereits gründlich erhitzt und birgt keine Gefahren mehr.

Tierische Lebensmittel

Hähnchenfleisch und anderes Geflügel

Es gibt Fleischarten, die roh verzehrt werden (können) – ob man das nun machen möchte oder nicht, ist natürlich Geschmackssache. Von rohem Hähnchenfleisch sollte man aber definitiv die Finger lassen. Auf dem Fleisch befinden sich häufig Keime, z. B. Salmonellen. Aber: Laut Ökotest (und dem Bundesamt für Risikobewertung) soll man das Fleisch vor der Zubereitung nicht abwaschen!

Durch das Abwaschen verteilt man die Keime wohl einfach elegant in der Küche, statt sie effektiv loszuwerden. Beim Kochen werden die Keime jedoch abgetötet. Viel wichtiger ist es, darauf zu achten, dass das rohe Geflügel nicht mit anderen Lebensmitteln in Kontakt kommt (vor allem nicht mit denen, die nicht gekocht werden) und nach der Zubereitung alle Flächen, Küchenutensilien und natürlich die eigenen Hände gründlich zu reinigen.

Eier

Man kann rohe Eier essen und auch in nicht erhitzten Gerichten verarbeiten. Die Salmonellengefahr durch Eier hat in den letzten Jahren zwar nachgelassen, aber ein Restrisiko besteht immer noch. Wie beim Umgang mit Geflügel ist es auch wichtig, sich nach dem Zubereiten von Eiern gründlich die Hände zu waschen.

Übrigens: Mit dem Wassertrick kannst du ganz einfach herausfinden, ob deine Eier noch genießbar sind. Das Ei links ist so frisch, dass es noch am Boden des Glases schwimmt. Im Glas in der Mitte ist das Ei schon etwas älter, aber noch essbar. Das Ei ganz rechts ist schon so alt, dass es bereits an der Wasseroberfläche schwimmt. Es sollte nicht mehr verzehrt werden. Mehr Tipps und Tricks findest du in unserem Beitrag über Küchen-Hacks!

Eiertest

Fallen dir noch weitere Lebensmittel ein, die man besser nicht roh essen sollte?

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4 Kommentare
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Julia

Spannend – danke für die ausführlichen Infos!

Eine Frage: Mungobohnen-Sprossen sind ja auch roh und werden von vielen Menschen verzehrt, soweit ich weiß meist ohne Probleme? Oder verändern sich die Bausteine, wenn die Bohnen anfangen zu keimen?

Petra Braun-Lichter

Wieder mal eine Fleißarbeit. Herzlichen Dank für die Übersicht. Liebe Grüße

Steffi von KochTrotz

Ganz ganz lieben Dank liebe Petra und auch dafür, dass du unsere Beiträge so oft teilst!🧡🧡🧡🧡🧡🧡
Herzliche Grüße
Steffi

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