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Einfach erklärt: Die Verträglichkeit von Paprika

Paprika bunt gemischt

Viele Menschen essen gerne Paprika, fühlen sich danach aber nicht gut: Sie fühlen sich aufgebläht, ihnen ist ein bisschen schlecht, oder sie haben sogar allergische Hautreaktionen. Für die Unverträglichkeit von Paprikaschoten gibt es eine Vielzahl von Gründen: Von Kreuzallergien über Probleme mit der Verdauung von Fructose bis hin zur Dicke der Paprikahaut gibt es unterschiedliche Auslöser für die Beschwerden. Deswegen haben wir uns die bunten Paprikas genauer angeschaut und viele spannende Infos zusammengestellt.


Paprika ist (eigentlich) kein Gemüse

Tja, das klingt jetzt sicherlich komisch, aber: Paprika – egal welche Sorte – ist botanisch gesehen eigentlich Obst. Deswegen sprechen wir auch von der Paprikafrucht – denn eine Frucht ist immer der Teil der Pflanze, der aus der Blüte wächst und Samen bildet. Dennoch würde niemand von uns einen Obstteller bestellen und erwarten, darauf eine hübsch aufgeschnittene Blockpaprika zu finden – oder?

Kulinarisch gesehen ist und bleibt die Paprikaschote natürlich ein Gemüse und deswegen lieben wir sie in herzhaften Gerichten, z. B. als Paprikasugo, im alkoholfreien Risotto, im Hummus oder als gefüllte Paprika.

Paprika (in jeder Sorte und Farbe) enthält übrigens viel Vitamin C, aber auch Folsäure und viele andere Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren,

Gründe für die Unverträglichkeit von Paprika

Paprika gilt grundsätzlich als recht schwer verdaulich und liegt nicht nur Allergiker*innen schwer im Magen: Die dicke Haut der Blockpaprika macht das Verdauen der rohen Frucht, aber auch der gegarten Paprika oft zu einem Kraftakt für den Magen-Darm-Trakt. Nicht ganz so schwer verdaulich hingegen ist die Spitzpaprika, da ihre Haut wesentlich dünner ist als die der Blockpaprika. Weiter unten erklären wir dir verschiedene Methoden zum Schälen der Paprikafrüchte.

Doch das beliebte bunte Gemüse enthält auch Allergene. Bei Capsaicin-Allergiker*innen kann der Verzehr von Paprika Symptome auslösen, denn obwohl in der Gemüsepaprika im Vergleich zur Chili und anderen verwandten Arten nur noch wenig Capsaicin enthalten ist, ein bisschen Capsaicin ist ihnen geblieben. Je nach persönlicher Toleranzgrenze kann es hier also zu Symptomen kommen.

Auch Fructose-Allergiker*innen können nach dem Verzehr von Paprika verschiedene Symptome der Fructoseintoleranz oder der Fructoseunverträglichkeit spüren. Die persönliche Toleranzgrenze für Fructosemengen spielt natürlich auch hier eine Rolle. Im nächsten Abschnitt erfährst du, wie die Paprikafarbe den Fructosegehalt anzeigt.

Außerdem kann der Verzehr von Paprika Symptome einer Kreuzallergie auslösen. Personen, die auf Frühblüherpollen (Birke, Erle, Hasel) und auf Beifußpollen allergisch reagieren, können ähnliche Symptome auch beim Verzehr von Paprika verspüren. Der Körper nimmt die aufgenommenen Stoffe als einander ähnlich wahr und dadurch werden dann die Allergiesymptome hervorgerufen.

Der Ampel-Trick zeigt den Fructose-Gehalt

Fructosegehalt von Paprika erkennen mit dem Ampel-Trick

Die unterschiedlichen Farben der Paprika zeigen ihren unterschiedlichen Reifestatus an – essbar sind sie aber grundsätzlich in allen Farben. Eine unreife Paprika ist immer grün, anschließend verändert sie ihre Farbe und wird entweder gelb, orange oder rot.

Welche Paprika wie viel Fructose enthält, kannst du dir ganz einfach mit dem Ampel-Trick merken:

Grüne Paprika enthält am wenigsten Fructose (⌀ 1,19 g pro 100 g) und ist daher am verträglichsten.


Gelbe Paprika enthält schon etwas mehr Fructose (⌀ 2,17 g pro 100 g) und ist mittelgut verträglich.

Rote Paprika enthält am meisten Fructose (⌀ 3,74 g pro 100 g), dadurch ist sie die am wenigsten verträgliche.

Der Reifegrad beeinflusst allerdings nicht nur die Verträglichkeit, sondern auch den Geschmack. Dadurch, dass sich beim Reifeprozess nach und nach mehr Fructose bildet, ist die grüne Paprika recht herb im Geschmack, die gelbe (oder auch orange) etwas milder und die rote Paprika schmeckt süßer und ist insgesamt aromatischer.

Paprika schälen – so wird sie verträglicher

Paprika schälen

Du kannst Paprika auch schälen, damit sie verträglicher wird. Für alle Methoden musst du die Paprika erstmal vorbereiten: Wasche sie gründlich ab, entferne das Kerngehäuse und halbiere die Schoten.

Mit dem Sparschäler

Diese Methode eignet sich am besten, wenn du die Paprika sowieso am liebsten roh essen möchtest. Eine Paprika mit dem Sparschäler zu häuten ist nicht ganz einfach, weil ihre Form so unregelmäßig ist. Doch je frischer und fester die Paprika ist, desto besser klappt es. Versuche zunächst, die Paprika am Stück zu schälen. Wenn das nicht klappt, halbiere oder viertel sie.

In der Mikrowelle

Wickel die Paprika (halbiert oder geviertelt) in Backpapier ein und leg sie für 5 bis 7 Minuten auf höchster Stufe in die Mikrowelle. Die Schale kannst du nach dem Abkühlen der Paprika mit einem Messer oder den Händen abziehen.

Im Backofen

Gib deine Paprikahälften bei 200 °C in den vorgeheizten Backofen. Dabei legst du sie mit der Innenseite nach unten auf das Backpapier. Backe sie so lange, bis die Haut dunkel wird und Blasen wirft (das dauert je nach Backofen 10 bis 15 Minuten). Dann nimmst du die Paprika aus dem Ofen und bedeckst sie mit einem feuchten Tuch oder gibst sie in einen Gefrierbeutel. Wenn sie abgekühlt sind (ca. 15 Minuten), kannst du die Haut ganz einfach abziehen.

In der Heißluftfritteuse

Mit einer Heißluftfritteuse funktioniert das Schälen der Paprika ganz ähnlich wie mit dem Backofen, allerdings sparst du dir das Vorheizen. Gib die Paprika bei 200 °C (Grillprogramm) für 15 Minuten in die Heißluftfritteuse. Anschließend geht’s wie bei der Backofen-Methode weiter: Du bedeckst sie mit einem feuchten Tuch oder gibst sie in einen Gefrierbeutel. Wenn sie abgekühlt sind, ziehst du die Haut ab.

Durch Überbrühen

Leg deine halbierten oder geviertelten Paprikaschoten in einen Topf. Dann gibst du kochendes Wasser darüber. Lass sie kurz ziehen und übergieße sie anschließend mit kaltem Wasser. Die Paprika kann dann mit einem Messer gehäutet werden.

So halten Paprikaschoten am längsten

Gemüsepaprika ist recht kälteempfindlich. Wenn man sie im Kühlschrank lagert, wird ihr schnell zu kalt und sie bleibt nicht lange frisch. Wenn du deine Paprika stattdessen z. B. in einer ungeheizten Speisekammer oder im Keller bei Temperaturen zwischen 8 und 10 °C lagerst, halten sie ein paar Tage.

Quellen:

https://www.eufic.org/de/gesund-leben/artikel/gehort-paprika-zum-obst-oder-zum-gemuse-und-warum/

https://www.ernaehrung.de/lebensmittel/de/G541100/Gemuesepaprika-gruen-roh.php

https://www.ernaehrung.de/lebensmittel/de/G542100/Gemuesepaprika-gelb-roh.php

https://www.ernaehrung.de/lebensmittel/de/G543100/Gemuesepaprika-rot-roh.php

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6 Kommentare
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[…] Zum Beitrag […]

Brid

Hallo liebe Steffi

seit Jahren habe ich genau dieses Problem. Die Paprika schmeckt frisch lecker, jedoch verzichte ich inzwischen komplett darauf, weil sie mir ewig lang „im Magen“ liegt. Daher esse ich Paprika nur gebraten oder verarbeite sie beim Dip.

Fini

Hab viel gelernt heute, danke!

Steffi von KochTrotz

Sehr gerne!

Gut erklärt

Gut erklärt

Steffi von KochTrotz

Lieben Dank!

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