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Einfach erklärt: Fructoseintoleranz und Fructoseunverträglichkeit

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In diesem Artikel berichte ich von meinen Erfahrungen und meinem Wissen.
Ich bin keine Ärztin und kann keine medizinische Beratung ersetzen. 

Personen mit einer Fructoseintoleranz oder einer Fructoseunverträglichkeit vertragen Lebensmittel, in denen Fructose enthalten ist, schlecht oder gar nicht. Fructose ist Fruchtzucker und in vielen verschiedenen Lebensmitteln enthalten. Wenn Eiweiße im Dünndarm die Fructosemenge, die man zu sich genommen hat, nur unzureichend oder gar nicht abtransportieren, kommt es zu teils sehr schmerzhaften Symptomen. In der Natur kommt Fruchtzucker in großen Mengen vor allem in Kernobst, aber auch in Beeren, verschiedenen exotischen Fruchtsorten und teils in Gemüse vor. Grundsätzlich enthalten aber alle Obstsorten eine gewisse Menge Fruchtzucker.

Da der Artikel etwas länger ist, findest du hier eine Übersicht über die Themen, die dich erwarten:

  1. Was ist Fructose?
  2. Was passiert im Körper bei einer Fructoseintoleranz?
  3. Welche Arten der Fructoseintoleranz gibt es?
  4. Wie wird eine Fructoseintoleranz diagnostiziert?
  5. 2 – 4 Wochen Karenzzeit
  6. Welche Lebensmittel sind verträglich?
  7. Ist Zucker verboten?
  8. Wird man eine Fructoseintoleranz wieder los?

Was ist Fructose?

Fructose (auch Fruktose) ist Fruchtzucker. Fruchtzucker gehört zu den Einfachzuckern und damit zu den Kohlenhydraten. In der Natur kommt Fruchtzucker in großen Mengen vor allem in Kernobst, aber auch in Beeren und verschiedenen exotischen Fruchtsorten vor. Grundsätzlich enthalten alle Obstsorten eine gewisse Menge Fruchtzucker.

Auch in Haushaltszucker steckt Fructose: Die beiden Einfachzucker-Moleküle Fructose und Glucose ergeben gemeinsam Zweifachzucker, die Saccharose, die wir als Haushaltszucker kennen. Saccharose wird von Pflanzen wie Zuckerrohr und Zuckerpalme mittels Photosynthese gebildet.

Was passiert im Körper bei einer Fructoseintoleranz?

Eine Fructoseintoleranz ist keine Lebensmittelallergie im eigentlichen Sinne, weil hier keine Abwehrreaktion des Immunsystems gegen die aufgenommenen Nahrungsmittel besteht. Damit zählt Fruktose nicht zu den 14 kennzeichnungspflichtigen Hauptallergenen. Eine Fructoseintoleranz ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Weiterleitung der Fructose aus dem Dünndarm in den Blutkreislauf gestört ist.

Nach der Nahrungsaufnahme wandert unser Essen vom Magen aus als Nahrungsbrei in den Dünndarm. Dort wird der Nahrungsbrei verdaut. Die verschiedenen Transporteiweiße, die in der Wand des Dünndarms sitzen, nehmen unterschiedliche Nährstoffe auf und transportieren sie in den Blutkreislauf.

Eines dieser Transporteiweiße ist für den Transport von Fructose verantwortlich. Bei einem gesunden Menschen nimmt das Fruktose-Transporteiweiß (GLUT-5) den Fruchtzucker auf und bringt ihn in den Blutkreislauf. Der Blutkreislauf transportiert den Fruchtzucker vor allem in die Leber.

Ist das Transporteiweiß defekt, sind zu wenige Transporteiweiße vorhanden oder hat man zu viel Fruchtzucker zu sich genommen, verbleibt die Fructose im Nahrungsbrei und wandert vom Dünndarm in den Dickdarm. Die im Dickdarm angesiedelten Bakterien nutzen den Zucker zur Energiegewinnung, produzieren dabei jedoch Gase und Fettsäuren, die zu Beschwerden wie Blähungen und Durchfällen führen.

Man nennt die Fructoseintoleranz auch Fructosemalabsorption. Malabsorption ist ein aus dem Lateinischen zusammengesetzter Begriff, der “schlechte Aufnahme” bedeutet und damit den beschriebenen Vorgang kurz zusammenfasst.

Sorbithaltige Lebensmittel können eine Fructoseintoleranz noch verstärken. Der Zuckeralkohol Sorbit ist der Fructose sehr ähnlich und kommt in vielen Früchten und in Trockenobst vor. Teilweise wandelt der Körper Sorbit sogar in Fructose um. Deswegen verschlechtert die Aufnahme von Sorbit bei Personen mit einer Fructoseunverträglichkeit die Verstoffwechselung der Fructose und verstärkt so die Unverträglichkeit. Eine Sorbitunverträglichkeit ist jedoch sehr normal, da niemand den Zuckeralkohol so verdauen kann wie einen Zucker. Man kann also eine Sorbitintoleranz haben, ohne an einer Fructosemalabsorption zu leiden.

Welche Arten der Fructoseintoleranz gibt es?

Es kann sein, dass die Fructose-Aufnahme im Dünndarm nur vorübergehend gestört ist, z. B. nach einem Magen-Darm-Infekt. Die Fructoseintoleranz kann aber auch dauerhaft bestehen. Bei dauerhaft bestehenden Fructoseunverträglichkeiten werden zwei Arten unterschieden:

Sehr selten ist die sogenannte hereditäre Fructoseintoleranz. Diese Form der Fruchtzuckerunverträglichkeit ist angeboren (hereditär bedeutet erblich) und Betroffene müssen in der Regel dauerhaft und vollständig auf Fruchtzucker und Sorbit verzichten. Die Stoffwechselkrankheit äußert sich meistens schon im Babyalter. Nach der Aufnahme von Fruchtzucker reagieren betroffene Babys beispielsweise mit Erbrechen und Durchfall. Die Diagnose erfolgt immer durch einen speziellen Bluttest.

Bei der erworbenen Fruktose-Intoleranz kann es sein, dass die Betroffenen kleine Mengen Fruchtzucker weiterhin vertragen. Bei Betroffenen treten nach dem Verzehr vor fructosehaltigen Lebensmitteln Beschwerden wie Übelkeit, Bauchgeräusche und Blähungen auf, aber auch psychische Veränderungen können mit einer Fructoseintoleranz in Verbindung stehen.

Wie wird eine Fructoseintoleranz diagnostiziert?

Im Gegensatz zur hereditären Fructoseintoleranz wird die erwobene Fructoseunverträglichkeit durch einen Wasserstoff-Atemtest diagnostiziert. So einen Test kann beispielsweise ein Gastroenterologe, ein Facharzt für Magen-Darm-Krankheiten, durchführen.

Der Atemtest erfolgt auf nüchternen Magen. Hierzu trinkt man eine bestimmte Menge einer Fruktoselösung und muss anschließend in bestimmten Abständen in ein spezielles Gerät atmen oder pusten. Hierbei wird der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen. Wenn Bakterien den Fruchtzucker im Dickdarm abbauen, ist eines der entstehenden Gase Wasserstoff. Je mehr Fructose also in den Dickdarm gelangt, weil sie im Dünndarm nicht richtig verarbeitet werden konnte, desto mehr Wasserstoff wird ausgeatmet. Die im Atem enthaltenen Gase werden gemessen und dadurch wird der Grad der Fructoseintoleranz festgestellt.

2 – 4 Wochen Karenzzeit

Nach erfolgter Diagnose empfehlen Fachleute, dass man sich 2 – 4 Wochen in eine sogenannte Fructose-Karenzzeit begibt. In dieser Zeit streicht man alle Lebensmittel mit Fructoseüberschuss, hohem Fructosegehalt und alle Zucker vom Speiseplan. So kommt der Körper zur Ruhe. Nach dieser Phase wird langsam und nach und nach die Toleranzgrenze ausgetestet. Diese ist bei den Betroffenen sehr unterschiedliche. Manche können zu Beginn nur 1 – 2 mg Fruchtzucker pro Mahlzeit tolerieren, andere direkt 5 mg Fructose und mehr.

Welche Lebensmittel sind verträglich?

Grundsätzlich sind alle Lebensmittel verträglich(er), deren Glucosegehalt höher ist als der Fructosegehalt. Viele Betroffene vertragen Lebensmittel mit einem ausgeglichenen aber hohen Fructose-Glucosegehalt auch problemlos, z. B. Banane mit ca. 11 g Fructose und Glucose pro normale große Banane.

In welchen Lebensmitteln steckt besonders viel Fructose?

Fructose ist grundsätzlich in allen Obstsorten enthalten, aber der Fructosegehalt unterscheidet sich häufig stark voneinander. So enthält ein Apfel durchschnittlich mehr Fructose als eine Ananas, eine Ananas wiederum enthält mehr Fructose als eine Brombeere.

Auch einige Gemüsesorten wie Auberginen, Brokkoli, Karotten oder Tomaten enthalten Fruktose, aber auch Honig, Agavendicksaft oder süßer Wein gehören zu den fruchtzuckerhaltigen Lebensmitteln. Bitte Finger weg Trockenfrüchten. Die sind leider ganz übel.

In vielen verarbeiteten Lebensmitteln steckt häufig leider auch viel Fructose oder Sorbit (E 420) . Sie werden mit stark fructosehaltigehaltige Zuckern hergestellt, da sie sehr günstige Süßungsmittel sind (Maissirup, HFCS – High Frutose Corn Sirup etc.).

Ist Haushaltszucker bei einer Fructoseintoleranz verboten?

Das werde ich ganz oft gefragt. Alle neueren medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse sagen klar, Zucker ist nicht verboten. Zucker besteht im Verhältnis 1:1 aus Fructose und Glucose. Die meisten Betroffenen vertragen Lebensmittel mit ausgeglichenem Fructose-Glucose-Verhältnis in kleineren Mengen sehr gut. Es spricht aus meiner Sicht überhaupt nichts dagegen, Zucker zu verwenden. Oft vertragen Betroffene “stinknormalen” Haushaltzucker am besten. Mein Tipp: Einfach mal in kleinen Mengen ausprobieren. Zu Beginn kann man den Haushaltszucker auch mit Getreidezucker, Reissirup etc. mischen.

Meine Verträglichkeitsliste umfasst alle in meinen Büchern verwendeten Lebensmitteln und gibt an, in welchen Fructose enthalten ist. Außerdem gibt es eine kostenlose Tabelle zum Fructosegehalt verschiedener Lebensmittel (angegeben in Gramm pro 100 g Lebensmittel) beim NMI.

Wird man eine Fructoseintoleranz wieder los?

Eine erworbene Fructoseintoleranz wird man wieder los. Der Auslöser muss gefunden und therapiert werden. Sehr oft liegt der Auslöser im Darm. Eine ausführliche Untersuchung des Darm, Mikrobioms und der Darmflora geben oft Aufschluss. Weitere Faktoren wie Stress, unbehandelte Krankheiten, Intoleranzen und chronische Krankheiten können eine Fructoseintoleranz beeinflussen.

Meine Fructoseintoleranz bin ich wieder losgeworden. Ihr schafft das auch! Heute vertrage ich nur wenige Nahrungsmittel nicht. Es sind alles Gemüse, die stark inulinhaltig sind, wie z. B. Schwarzwurzeln. Ist Inulin in Lebensmitteln zugesetzt, vertrage ich es. Ist ein wenig merkwürdig. Hat vor allem etwas gedauert, das herauszubekommen. Für mich ist das eine sehr hinnehmbare Einschränkung.

Eine genetische Fructoseintoleranz bleibt leider ein Leben lang erhalten. Aber auch hier kann man sich Gutes tun, indem man die Darmflora fit hält. Man kann auch das Fructose-Toleranzlevel ausloten und etwas nach oben trainieren.

Wichtig zu wissen: eine unentdeckte, unbehandelte Fructoseintoleranz schädigt den Darm und kann weitere Erkrankungen auslösen.

Nimmt man trotz Fructoseintoleranz weiterhin zu viel Fruchtzucker auf, dann ist nicht nur die Verdauung gestört. Es kann eine bakterielle Fehlbesiedlung im Darm ausgelöst werden. Diese kann einerseits weitere Intoleranzen, andererseits aber auch einen Reizdarm und Nährstoffmängel nach sich ziehen, weil die Aufnahme von Nährstoffen im Dünndarm nicht mehr richtig funktioniert.

Bei den Ernährungsdocs gibt es einen sehr spannenden Beitrag zum Erkennen und Behandeln von Fructoseintoleranzen – eine unbedingte Lese- und Anschauempfehlung!

Quellen:

https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/magen-und-darmerkrankungen/fructoseintoleranz-symptome-diagnose-ernaehrung-741545.html

https://www.frusano.com/de/unvertraeglichkeiten/sorbitintoleranz/

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Fruktose-Intoleranz-erkennen-und-behandeln,fruktoseintoleranz100.html

https://viamedici.thieme.de/lernmodul/547107/subject/biochemie/kohlenhydrate/stoffwechsel/fructosestoffwechsel

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