Cremige selbstgemachte Kokosmilch wie aus der Konservendose | mit Anleitung zum haltbar machen

Heissassa – ich bin begeistert! Jetzt können wir alle selbstgemachte Kokosmilch produzieren!

Kokosmilch aus der Konservendose verwenden wir vermutlich fast alle oder? Ok, ich kaufte bislang die im Tetrapack lieber. Aber, es ist nicht immer ganz einfach welche ohne Zusatzstoffe zu finden und die Konserve an sich ist auch nicht für alle verträglich. Vor Wochen hatte ich dann so einen Geistesblitz. Ist es wohl möglich, selbstgemachte Kokosmilch wie aus der Konserve zu herzustellen? Geht das? Und falls ja, kann man sie dann auch noch haltbar machen? Mir schwebte die Herstellung von Kokosmilch vor, die ebenfalls zwei Schichten hat, eine feste Schicht oben und eine Flüssige unten. So wie man sie halt als Kaufprodukt kennt. Nach einigen Versuchen ist mir die Sache gelungen – YAY! Um Missverständnisse zu vermeiden:  Ich meine mit der selbstgemachten Kokosmilch keinen Kokosdrink (Pflanzenmilch), sondern die Kokosmilch, die man auch zum Kochen, für asiatische Gerichte, vegane Sahne, Desserts, Kuchen, etc. verwendet.

Schaut, so sieht sie aus, meine selbstgemachte Kokosmilch. Kommt dem Konservenprodukt doch sehr nahe mit den Schichten.

selbstgemachte Kokosmilch wie aus der Konservendose | mit Anleitung zum Haltbar machen

Mein Artikel hier ist etwas länger. Ich empfehle ihn euch zu lesen, da einige relevante Informationen enthalten sind.

Die selbstgemachte Kokosmilch schmeckt köstlich und ist herrlich cremig

Schon bei meinem ersten Versuch war ich vom Geschmack meiner selbstgemachten Kokosmilch begeistert. Da hatte ich schon schlechtere Konserven gekauft. Einige Runden musste ich allerdings drehen, bis ich das von mir gewünschte Verhältnis heraus hatte. Am Anfang habe ich viel zu viel Wasser verwendet und somit Kokosmilch light produziert. Die Versuche haben gezeigt, dass man tatsächlich den Anteil der Kokoscreme selbst bestimmen kann. Wenn ihr Kokosmilch kauft, dann schaut ihr ja auch meistens nach wie hoch der Kokosnussgehalt ist.

Wusstet ihr, dass die zwei Schichten in der Kokosmilch für die Natürlichkeit sprechen? Die fetthaltigere Masse trennt sich von der Wasserhaltigeren und steigt nach oben. Verwendet ihr ein Produkt, bei dem ihr eine durchgängige Konsistenz in der Konserve habt, sind ziemlich sicher Verdickungsmittel und Emulgatoren auf der Zutatenliste zu finden. Da muss jetzt nichts schlimmes sein, nur vertragen viele genau diese Zutaten nicht.

Die Creme, die sich bei der selbstgemachten Kokosmilch absetzt, ist unfassbar cremig und fest zugleich, schaut:

selbstgemachte Kokosmilch wie aus der Konservendose | mit Anleitung zum Haltbar machen

selbstgemachte Kokosmilch wie aus der Konservendose | mit Anleitung zum Haltbar machen

Zwei handelsübliche Zutaten und einen leistungsfähigen Mixer | mehr braucht es nicht

Kokosmilch wird eigentlich aus frischem Kokosnussfleisch gemacht. Ja, das wissen wir und besonders wissende Menschen haben mich auf Facebook auch schon belehrt und des Pfuschs bezichtigt. Irre was es alles gibt oder? Über solche Kommentare kann ich immer herzhaft lachen. Sowas darf mich auch nicht beeindrucken, sonst würde ich ja niemals wieder irgendetwas neues ausprobieren und mit allem möglichen experimentieren.

Mangels Kokosnusspalmen und frischen Kokosnüssen in unseren Gefilden, habe ich mich eines Lebensmittels bedient, das wir überall und auch noch recht günstig kaufen können. Ihr könnt es euch schon denken oder? Ich habe meine selbstgemachte Kokosmilch mit „effen“ Kokosraspeln hergestellt. Shame on me – hihi.

Schon zu Beginn meines Experiments hatte ich gleichzeitig mit Kokosraspel und gefrorenen, frischem Kokosnussfleisch parallel getestet. Das gefrorene Kokosnussfleisch gibt es in Asiashops für relativ kleines Geld. Es muss dann noch geraspelt und kann dann zur Kokosmilch verarbeitet werden. Ich muss sagen, ich habe keine nennenswerten Unterschiede zwischen dem Kokosfleisch und den Kokosraspel feststellen können. Ihr könnt das aber auch gerne mal ausprobieren mit dem gefrorenen Kokosfleisch. Was mich viel eher überrascht hat, die selbst gemachte Kokosmilch mit günstigen Kokosraspel (Handelsmarke) schmeckte besser als ein Markenprodukt. Bio-Kokosraspel habe ich noch nicht ausprobiert. Fragt nicht, welchen Verbrauch ich bei meinen Experimenten hatte. Das wäre einfach sehr teuer geworden. Aber jetzt, wo ich weiß wie es geht, ist ja klar was als nächstes kommt 🙂 .

Ihr braucht einen leistungsfähigen Standmixer, Pürierstab (dieser ist extrem leistungsfähig), ihr könnt den Blender der Cooking Chef nehmen und mit dem Thermomix klappt es auch super.

Für eure selbstgemachte Kokosmilch braucht ihr lediglich Kokosraspel und Wasser – that’s it! Ich mache noch ne Prise Salz rein, aber die ist Geschmacksache.

Ich rate davon ab, ganze Kokosnüsse (geschälte) zu kaufen und diese zu verarbeiten. Die sind in aller Regel so richtig alt und in den Ursprungsländern würde niemand „so etwas“ verzehren wollen.

Ist euer Mixer nicht leistungsstark genug, habt ihr eine schlechte Ausbeute.

Selbst mein brasilianischer Mitarbeiter war begeistert

Tja jaaaaa, da staunte der Genilson nicht schlecht! Er war super skeptisch wegen meines Experiments und war sich absolut sicher, dass das nicht klappen kann. In Brasilien werden die reifen Kokosnüsse natürlich sofort gerieben und verarbeitet. Er war schon mächtig erstaunt, als sich die Schichten gebildet haben und noch erstaunter war er über den Geschmack. Laut Genilson schmeckt die Kokosmilch aus Kokosraspel zwar nicht ganz so wie die Frische, aber besser als die, die er aus der Konserve kennt. Ohlala, das ist ja mal eine Aussage oder?

Ich habe zwei verschiedene Rezepte für euch

Während meiner Experimente habe ich verschiedene Methoden ausprobiert. Es sind zwei Rezepte entstanden, die sich in der Zubereitung gleichen. Das Grundrezept ist wie oben beschrieben mit zwei Zutaten. Das zweite Rezept ist zusätzlich mit Sonnenblumen-Lecithin und optional ein paar Datteln (oder andere Trockenfrüchte). Ich wollte ausprobieren, was passiert wenn man etwas Lecithin zur Masse gibt und wie ein leicht süße Note schmeckt. Ich selbst verwende die Kokoscreme nämlich sehr gerne für Desserts.

Auf diesem Foto sieht man den Unterschied ganz gut. Die rechten beiden Gläser sind mit Sonnenblumen-Lecithin und die Linken ohne. Sonnenblumen-Lecithin ist ja braun, daher bekommt die Flüssigkeit auch eine leicht bräunliche Farbe. Die Farbe hebt sich später auf. Zusätzlich ist links auch das Flüssigkeitsverhältnis anders.

selbstgemachte Kokosmilch wie aus der Konservendose | mit Anleitung zum Haltbar machen

Die Variante mit Sonnenblumen-Lecithin und Datteln ist der Knaller finde ich. Die Creme ist leicht süß und der flüssige Part ist die beste Milchalternative, den ich je getrunken habe. Echt jetzt, ohne Quatsch, schmeckt köstlich. Mit Zugabe vom Lecithin erhaltet ihr einen Kokosdrink, bei dem sich die flüssige Masse später in der Flasche nicht mehr trennt.  Während meiner Testphasen hatte ich ja ständig welchen hier und alle, wirklich alle Gäste liebten meinen Kokosdrink. War er da, war er wieder weg! Das ist immer ein untrügliches Zeichen für etwas sehr leckeres – hihi.

Update: Da ihr mich nach einer Empfehlung für Sonnenblumen-Lecithin gefragt habe. Ich habe mit diesem hier * ganz gute Erfahrungen gemacht.

Sieht doch aus köstlich aus der Kokosdrink oder?

selbstgemachte Kokosmilch wie aus der Konservendose | mit Anleitung zum Haltbar machen

Das Haltbar machen

Die selbstgemachte Kokosmilch könnt ihr auch haltbar machen. Die Größe ist variabel. Ich finde 250 – 500 ml am praktischsten. Die Gläser können einen Schraubverschluss haben oder eben Einmachgläser mit Dichtung sein, solche wie auf den Fotos. Sie müssen ausgekocht werdeb, das ist wichtig. Dann kocht ihr die Gläser im Topf, Schnellkochtopf oder Einkochautomat ein. Danach hält eure selbstgemachte Kokosmilch Monate. Ich schreibe euch im Rezept auf, wie ich es mache.

Ich selbst habe es ausprobiert und kann für meinen Teil behaupten, dass mir die frisch gemachte Kokosmilch deutlich besser schmeckt. Ich mache sie mir nicht auf Vorrat. Sie hält im Kühlschrank bis zu 10 Tagen, das ist für unseren Bedarf völlig ausreichend. Ausserdem ist mir eins von 6 Gläsern nach dem Einmachen schlecht geworden. Das zeigt, wie peinlich sauber die Gläser sein müssen. Meine waren ausgekocht und trotzdem ist es passiert.

Die Restverwertung

Als Schwäbin kann ich ja nichts wegwerfen, folgedessen werden die Reste verabeitet. Außerdem achte ich inzwischen sehr darauf, so wenig Müll wie nötig zu produzieren. Neulich habe ich schon den einfachen Kokos-Polenta-Kuchen hier auf dem Blog gezeigt. Dieser ist aus den übrigen Kokosraspel entstanden. Da rührt ihr einfach mit dem Löffel einen Teig zusammen, gebt die Kokosraspel-Reste rein und zack sind sie weg.

Ihr könnt die Reste aber auch in eure Smoothies geben, ins Müsli oder verkochen. Ich trockne sie wenn ich die nassen Reste nicht verbrauchen kann. Weitere Rezepte zum Verbrauch der Kokosreste folgen noch in Kürze. Es kommen Coconut Bites und ein Kokos-Tapioka-Pudding.

Immer wenn der Backofen gerade warm ist, lege ich die Bleche rein und trockne sie so nach und nach und nebenbei. Das klappt natürlich auch bestens im Dehydrator! Nur ist meiner noch nicht aufgestellt nach dem Umzug und wozu weitere Energie verbrauchen, wenn hier eh ständig für das nächste Kochbuch gebacken wird. Sobald die Raspel wieder trocken sind, gebe ich sie noch einmal kurz in den Mixer damit die Klumpen aufgelöst werden. Jetzt halten sie sich lange! Neulich habe ich mal 10 % Mehl mit den getrockneten Raspel-Resten ausgetauscht. Das war auch nicht schlecht.

So und jetzt kommt die einfache Anleitung!

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selbstgemachte Kokosmilch wie aus der Konservendose | mit Anleitung zum Haltbar machen
Druckversion
Meine Anleitung für selbstgemachte Kokosmilch wie aus der Konservendose. Sie schmeckt herrlich nach Kokosnuss, hat die typische feste Schicht und einen flüssigen Anteil. Die Menge im Rezept ergibt einen guten Liter und Du benötigst einen leistungsstarken Mixer.
MENGE
1 Liter
VORBEREITUNG
10 Minuten
KOCH-/BACKZEIT
keine
RUHEZEIT
20 Minuten
SCHWIERIGKEIT
k.A.

ZUTATEN

Zutaten Grundrezept Kokosmilch:
  • 400gKokosraspel (oder 400 g geraspeltes Kokosfleisch - TK)
  • 1.2lkochendes Wasser
  • 1PriseSalz (optional)
Zutaten selbstgemachte Kokosmilch mit Lecithin
  • 400 gKokosraspel (oder 400 g geraspeltes Kokosfleisch - TK)
  • 8gSonnenblumen-Lecithin (2 gehäufte TL)
  • 1PriseSalz (optional)
  • 4Stückentsteinte Datteln
  • 1gestr. TLgemahlene Vanille (optional)
  • 1.2lkochendes Wasser
Sonstige Zutaten
  • 2StückEinmachgläser à 500 ml (oder andere Größen)
  • 1Stücksauberes Tuch (Geschirrtuch ohne Weichspüler)
ZUTATEN-ALTERNATIVEN

Du kannst das Flüssigkeitsverhältnis verändern. Je mehr Wasser du zugibst, desto mehr Kokosmilch entsteht. Allerdings wird die cremige Schicht dadurch auch weniger. Ich habe habe 1,6 l, 2 l und 3 Liter Wasser auf 400 g Kokosraspel getestet. Bei 3 Litern ist kaum mehr Kokoscreme vorhanden.

Anstatt der Datteln können andere Trockenfrüchte oder generell andere Süße verwendet werden. Gut schmeckt mit Sicherheit auch Arhonsirup oder Kokosblütenzucker. Aus der leicht süßen Kokoscreme lassen sich tolle Desserts herstellen.

ZUBEREITUNG

Zubereitung Grundrezept Kokosmilch:
  1. 1. Kokosraspel und Salz in den Mixer geben und für 30 Sekunden auf höchster Stufe zerkleinern.
  2. 2. Mit kochendem Wasser übergießen, abdecken und für 20 - 30 Minuten ruhen lassen.
  3. 3. Jetzt für 2 Minuten mixen, erst langsam starten, doch auf die höchste Geschwindigkeit drehen.
  4. 4. Lege ein sauberes Geschirrtuch ohne Weichspüler in eine große Schüssel und gieße die Masse in das Tuch.

  5. 5. Sobald die Maße nicht mehr ganz so heiß ist, drehst du das Tuch an beiden Seiten so fest du kannst zu. Du musst soviel Flüssigkeit wie nur irgend möglich herausdrücken.
  6. 6. Das kostet ganz schön Kraft und klappt am besten zu zweit.
  7. 7. Das Kokosfleisch legst Du beiseite. Du kannst es noch zum Kuchenbacken, für Smoothies, Müsli, etc. verwenden. Oder du trocknest es und verwendest die Raspel später für andere Dinge weiter.
  8. 8. Die Flüssigkeit gibst du in die Gläser, verschließt sie, lasst sie etwas abkühlen und stellst sie für 1 - 2 Tage in den Kühlschrank. In der Zeit lässt du sie dort einfach stehen. Bitte nicht schütteln, sie muss sich festigen!
    INFO: Wer mag, kann die Kokosmilch natürlich direkt verwenden. Dann sind die Schichten halt noch nicht getrennt.
  9. 9. Schon nach kurzer Zeit fängt die Masse sich an zu trennen und der feste Teil steigt im Glas nach oben. Jetzt hast du deine eigene cremige Kokosmilch hergestellt. Sie ist genauso wie die, die Du in Konservendosen im Laden kaufst.
  10. 10. Die selbstgemachte Kokosmilch hält sich circa 10 Tage im Kühlschrank.
Selbstgemachte Kokosmilch im Topf einkochen:
  1. 1. Wer es sich ganz einfach machen möchte, kann die selbstgemachte Kokosmilch in verschlossenen Gläsern einfrieren. Dazu am besten jedes Glas nur zu 3/4 füllen. Flüssigkeiten können sich beim Frieren ausdehnen. Oder du kochst die Gläser ein.
  2. 2. EINKOCHEN:
    Nachdem du die Gläser befüllt hast, verschließt du sie gut.
  3. 3. Lege ein Küchentuch in einen entsprechend großen Topf, stelle die Gläser hinein, fülle den Topf mit Wasser auf, bis circa 2 cm unter den Rand der Gläser.
  4. 4. Jetzt kochst Du das Wasser einmal auf und lässt es dann 40 Minuten ganz leicht köcheln. Fertig, die Kokosmilch ist eingekocht und hält jetzt Monate.
    Du lässt die Gläser erkalten und stellst sie in den Kühlschrank bis sich die Masse getrennt hat. Danach müssen die Gläser nicht mehr gekühlt werden. Sie können im Vorratsschrank aufbewahrt werde.
Zubereitung Kokosmilch mit Lecithin und Datteln
  1. 1. Du gehts gleich vor wie im Grundrezept, mixt aber in Schritt 1 die Kokosraspel, Salz, Datteln und das Sonnenblumen-Lecithin für circa 1 Minute auf höchster Stufe im Mixer.
  2. 2. Alle anderen Arbeitsschritte sind identisch mit der Zubereitung im Grundrezept.