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Rhubarb Curd oder Rhabarber-Creme, fructosearm

Schon länger hab ich den „Curd“ auf dem Plan. Aber nicht mit Limone oder Zitrone, denn die vertrage ich in solchen Mengen einfach nicht. Lemon Curd gibt es inzwischen ja auch in hiesigen Ländern in den Supermärkten zu kaufen. Das ist gut, denn noch vor wenigen Jahren, musste man Lemon Curd entweder selbst aus England mitbringen oder im Web kaufen.

Jetzt, zurück aus dem Urlaub und inmitten der Rhabarber-Zeit, habe ich den Plan auch mal umgesetzt und diese leckere Creme namens Rhabarber Curd hergestellt.

Ich habe wie immer mein eigenes Rezept erstellt. Ich wollte eine Fructose arme Variante haben, die wir gut vertragen können. Ausserdem hat mir die Herstellung bei anderen Rezepten nicht so gut gefallen. Wenn Ihr kein Problem mit Fructose habt, dann könnt Ihr auch ganz normalen Zucker verwenden.

Rhabarber Curd ist eigentlich simpel herzustellen, man braucht lediglich etwas Geduld.

Den Rhabarber Curd kann man dann für ganz viele Sachen verwenden. Einfach als Brotaufstrich, als Füllung zum Backen, für selbstgemachtes Eis, …. die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich :).

Rhubarb Curd, Rhabarber-Creme

 

Die Rhabarber-Rückstände, die beim „Saften“ entstehen, könnt Ihr noch gut weiterverwenden. Ich gebe sie einfach zum Joghurt dazu oder rühr sie morgens in meinen Frühstücksbrei ein.
Solltet Ihr zuviel Saft gewonnen haben, dann gibt es eine sehr leckere Rhabarbersaft-Schorle 🙂

Rhubarb Curd oder Rhabarber-Creme, fructosearm

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MENGE
750 ml
VORBEREITUNG
30 Minuten
KOCH-/BACKZEIT
10 Minuten
RUHEZEIT
keine
SCHWIERIGKEIT
einfach

ZUTATEN

  • 500 g Rhabarber schon geputzt
  • 150 g Sukrin oder Zucker
  • 4StückEier Gr. L
  • 100 g Butter (laktosefrei) oder Creamed Coconut
  • 50gKokosöl
  • 1StückPassiergerät
  • 1StückTeesieb, feines Haarsieb oder Mulltuch
  • 1ELRote Bete Pulver (optional) zum Färben
  • 3Stücksterilisierte Schraubgläser
ZUTATEN-ALTERNATIVEN

Ich habe in meinem Rezept einen Teil der Butter durch Kokosöl ersetzt. Erstens mag ich den Geschmack sehr gerne und zweitens wird das auch wieder schön fest.

Ihr könnt aber auch nur Butter verwenden und dann nehmt Ihr einfach 150 g Butter. Solltet Ihr Kokosöl nehmen, bitte spart nicht am Geld und nehmt ein gutes Öl. Das macht den Geschmack einfach sehr viel besser.

Solltet Du eine Kasein-Unverträglichkeit haben, dann kannst Du die Butter gegen Creamed-Coconut austauschen. Dann wird die Creme im Geschmack etwas Kokosnussiger :). Die Creamd-Coconut kannst Du im Asialaden kaufen, das sind diese Blöcke :).

Alle Zutaten brauchen Zimmer-Temperatur, das ist wichtig. 

Bitte achtet darauf, dass Eure Schraub- oder Einmachgläser 100% sauber sind. 

ZUBEREITUNG

  1. 1. Als aller erstes stellt Ihr Rhabarbersaft her.
    Dazu schält Ihr den Rhabarber bis ihr 500 g habt und schneidet ihn in 1 cm breite Stücke.

    Die Stückchen kocht Ihr mit 50 ml Wasser einmal auf und lasst den Rhabarber dann bei niedriger Stufe für 20 Minuten köcheln. Die Stücke lösen sich komplett auf. Bitte immer mal wieder rühren, damit nix am Topfboden kleben bleibt und womöglich noch anbrennt.

    Rhubarb Curd, Rhabarber-Creme

    Die Masse passiert Ihr dann.

    Beim Passieren gehen noch nicht alle Stückchen raus. Daher müsst Ihr die passierte Flüssigkeit noch einmal sieben. Entweder durch ein Mulltuch, ein sehr feines Haarsieb oder wie ich durch ein Teesieb.

    Rhubarb Curd, Rhabarber-Creme

    Erst jetzt entsteht der Rhabarbersaft in der Konstistenz, wie Ihr ihn benötigt und man erspart sich das spätere erneute Filtern.

    Rhubarb Curd, Rhabarber-Creme

    Je nach Rhabarer wird der Saft nicht so schön rot wie hier auf dem Foto. Manchmal ist der Rhabarber halt etwas grüner und der Saft wird dann auch grüner. Wen es stört, der nimmt etwas Rote Bete Pulver zum Nachfärben dazu. Lebensmittelfarbe ginge natürlich auch. Ansonsten wird der Rhubarb Curd halt etwas grünlicher hinterher und nicht so schön rosa. Dem Geschmack tut es keinen Abbruch.

    Ist der Saft hergestellt und das war die aufwändigste Prozedur an der ganzen Sachen, geht es an die eigentliche Produktion des Rhabarber Curds.

    Der Rhabarber-Saft soll auf Zimmertemperatur abgekühlt sein. Messt 250 ml Rhabarbersaft ab. Wenn es nicht soviel ergeben hat, nehmt weniger. Aber nicht weniger als 180 ml.

    Verrührt Rhabarber-Saft, Sukrin oder Zucker und die Eier in einer Schüssel mit dem Schneebesen.

    Ich habe überall gelesen, dass man die Masse dann in einer Schüssel im Wasserbad so lange schlagen soll, bis sie dick wird.

    Rhubarb Curd, Rhabarber-Creme

    Nachdem ich 20 Minuten geschlagen hatte und sich nix tat, entschied ich mich für die "härtere" Variante.

    Ich habe die komplette Masse in einen Topf gefüllt und sie bei Stufe 6 von 10 erwärmt und ständig gerührt. AHA, nach 3 - 4 Minuten merkte ich, dass die Masse dick wird.

    Man muss nämlich so lange rühren, bis die Masse anfängt dicker zu werden. Sie darf keinesfalls kochen, sonst gerinnt alles. Das ist die größte Hürde an der Sache.
    Also entscheidet selbst, Wasserbad oder direkt den Topf :).

    So, die Masse ist jetzt angedickt, nehmt sie vom Herd und rührt nach und nach Butterstückchen und Kokosfett ein, bis alles gut vermengt ist. Das dauert auch noch mal 1 - 2 Minuten.

    Jetzt ist der Rhubarb Curd soweit fertig. Füllt ihn noch in Gläser und verschraubt sie gut.

    Die Gläser müssen über Nacht im Kühlschrank stehen. Erst dann ist die Masse so fest wie sie sein soll.
    Die Gedult muss sein. Es geht nicht schnell. Ich habe es gestern stündlich kontrolliert, ich wollte unbedingt probieren! Aber nein, er am Morgen danach war die Konsistenz perfekt.

    Das Rezept ergab bei mir 3 Gläser à 220 ml.

    Das war's viel Spass beim Rhubarb Curd kochen :)

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10 Kommentare

  1. Julia 21. April 2016 um 12:09 Uhr - Antworten

    Hallo Steffi, meinst du, das Rezept gelingt auch ohne Passiergerät? Ich würde es dann einfach mehrmals filtern….hmmm

  2. Betty van Loon 21. April 2016 um 9:41 Uhr - Antworten

    Liebe Oxalsäute-Besorgte, ich habe dazu einen sehr informativen Beitrag gefunden: http://www.fruchtweinkeller.de/Wine/rhabarbergesundheit.html

    • Kochtrotz 30. April 2016 um 7:12 Uhr - Antworten

      Hallo Betty, der ist wirklich informativ. Vielen Dank dafür 🙂 LG Steffi

  3. Lora Sheppard 17. Juni 2013 um 0:44 Uhr - Antworten

    Die Zitronen auspressen und 300 ml Saft abmessen. Wer kein Citroback verwenden möchte, kann bei ungespritzten Zitronen auch die Schale abreiben. Die Butter im Topf zerlassen. Zitronensaft, Citroback bzw. Zitronenschale und Zucker zufügen. Gut verrühren. Die Eier aufschlagen, gründlich verquirlen und durch ein feines Sieb in den Topf geben. Alles bei mittlerer Hitze mit einem Schneebesen so lange rühren, bis es zu einer Creme andickt. Das ist, falls Sie ein Thermometer verwenden wollen, bei 85-90 Grad der Fall. Nicht kochen lassen! Immer gut rühren, da die Masse leicht anbrennt. Sofort in heiß ausgespülte kleine Marmeladengläser füllen. Variante: das Rezept kann auch mit 300 ml Orangen- oder Blutorangensaft gekocht werden. Hierbei Orangeback verwenden oder von ungespritzten Orangen die Schale abreiben. Ich koche nach diesem Rezept schon seit Jahren Lemon Curd oder Orange Curd und hatte nie ein Problem damit, dass die Masse nicht fest wurde.

  4. Tory H. Wilkins 14. Juni 2013 um 22:30 Uhr - Antworten

    Topfen, Stärke, Eier, Zucker, Orangenabrieb, -saft, Butter und Vanillesamen in einer großen Schüssel gründlich mit dem Handmixer verrühren. Die Masse auf den Keksboden geben und bei 180 Grad ca. 35 min backen. Währenddessen Schmand mit Zitronensaft glatt rühren und beiseite stellen. Nach der ersten Backzeit die Rhabarberstücke nebeneinander in einer Schicht auf den noch heißen Kuchen legen und mit Schmandcreme bestreichen. Beim Belegen möglichst vorsichtig, aber zügig arbeiten damit der Kuchen nicht zusammenfällt. Den Kuchen weitere 15 bis 20 min bei 160 Grad backen. Stäbchenprobe!

  5. Anonymous 27. Mai 2013 um 7:07 Uhr - Antworten

    Mal wieder eine tolle Rezeptidee von dir. Du hast echt tolle Ideen. Gruß, Aristra

    • Kochtrotz 27. Mai 2013 um 15:20 Uhr - Antworten

      Hallo Aristra,
      hihi, bei so tollen Komplimenten, werde ich bestimmt noch viele tolle Ideen haben 🙂

      LG
      Steffi

  6. Anna Purna 25. Mai 2013 um 8:09 Uhr - Antworten

    Sieht sehr gut aus. Hat eine sehr schöne Farbe. Die Fructose wäre für mich kein Problem, die viele Oxalsäue schon. Daher gibt ist bei mir Rhabarber von meinem Speiseplan gestrichen.

    • Kochtrotz 26. Mai 2013 um 15:32 Uhr - Antworten

      Das ist aber schade Anna. Kannst Du den Rhabarber auch nicht vertragen wenn er gekocht ist so wie hier?

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