Brot backen im Topf – der Glutenfrei-Traum

Herrje, jetzt backe ich seit mindestens 2 Jahren meine Brote im Topf oder Bräter und habe darüber noch nie berichtet? Schande über mein Haupt. Erst jetzt ist es mir aufgefallen weil in allen möglichen Food Blogs der Topf-Brot-Back-Hype ausgebrochen ist.

Der Vorteil an dieser Back-Methode ist – egal ob man glutenfrei oder glutenhaltig backt, das Brot wird saftig und bekommt eine ganz tolle Kruste. Von mir auch genannte Kracherkruste. Für mein Empfinden ist es die beste Zu-Hause-Brot-Back-Methode die es gibt.

Die hier beschriebene Anleitung könnt ihr für alle meine herzhaften Brotrezepte anwenden. Deshalb findet ihr hier keine konkretes Brotrezept.

Hier ein kleine Gallerie einiger meiner Brote:

Grundsätzlich kannst Du in allem möglichen Töpfen, Brätern und Formen backen die einen Deckel haben, der einigermaßen gut abschließt und sehr hitzebeständig ist. Hitzebeständigkeit ist enorm wichtig, denn Du backst das Brot so heiß der Ofen kann. Dazu aber gleich mehr. Ein Römertopf ist übrigens auch recht geeignet.

Eine zeitlang habe ich in einem Glas-Bräter gebacken. War nicht schlecht und die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Aber, es gibt ja immer eine Steigerung nach oben. Hihi, ja kennt man ja oder? Ein gusseiserner, schwerer Bräter schwebte mir vor. Also hab ich recherchiert im Web und in real. Hab mir viele Bräter angeschaut, teure, mittelpreisige, günstige und ich war sehr unentschlossen.  Natürlich habe ich alle möglichen Menschen um Meinungen gebeten. Viele schwören ja auf Le Creuset. Das war mir aber das Geld nicht wirklich wert. Selbst mit Gutscheinen, Outlet und Angeboten hätte ich hier eine Investition von circa 200 Euro tätigen müssen.

Nach einigem Hin und Her entschied ich mich dann für die günstigste Variante. Ich hatte einen Bräter gefunden, für sage und schreibe 29 Euro. Die Bewertungen waren gut. Tja was soll ich sagen, es war kein Fehlkauf, sondern ein Optimalkauf. Der Bräter ist topp und meine Brote sind seit dieser Zeit noch um einiges besser geworden.

Es ist dieser Bräter:
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Ich finde den auch gar nicht soooo hässlich. Klar ein schicker schwarzer von Le Creuset wäre noch schöner gewesen. Für mich ein Vorteil, er funktioniert auch auf meinem Induktionskochfeld und mit 4,5 Liter Fassungsvermögen kann ich seither auch ne mittelgroße Kompanie mit Eintöpfen bekochen.


Den Bräter gibt es in blau bei Amazon für 29,95 Euro. Er ist auch in orange erhältlich, doch dann kostet er 10 Euro mehr. Warum auch immer.

Garkörbchen

Ich wurde auch oft gefragt, warum mein Brot so aussehe wie vom Bäcker. Da freue ich mich jedes Mal wie Bolle wenn diese Frage kommt. Es ehrt mich, dass mein Brot so professionell aussieht und dann auch noch als glutenfreie Variante. Yeah, das kommt ja schon fast einer Adelung gleich. Hihi, Witzchen gemacht.

Also, einer der Gründe ist, dass ich mein Brot im zweiten Gang in einem Gärkörbchen gehen lasse. Das sind so Körbchen aus Paddingrohr. Die verwendet der Bäcker auch. Sie sehen so aus:

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Es gibt verschiedene Größen und Formen. Ich habe ein Rundes und ein Längliches.

Guck mal hier, diese meine ich:

So und nun zeige ich Euch, wie ich mein Brot im Topf backe.

Wie schon oben geschrieben, lass ich meine Brotteige in der zweiten Gehphase im Gärkörbchen gehen.

Dazu ist es echt wichtig, dass Du den Brot-Rohling extrem gut einmehlst, bevor Du ihn ins Gärkörbchen gibst. Es gibt auch spezielle Gär-Tücher, in die man den Brot-Rohling legen kann. Ich verwende sie nicht, ich bemehle den Brot-Rohling was das Zeug hält ;).

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So wie auf dem Foto sieht das dann  aus. Ich decke das Gärkörbchen  mit einem sauberen Küchentuch ab und lasse den Teig so noch einmal gehen. Die Gehzeit ist immer abhängig von Backgut. Aber meist 1 Stunde.

Nach der weiten Gehpase kommt der Teig-Rohling dann in den Bräter. Das geht so:

Etwa 20 Minuten bevor der Teig fertig gegangen ist, heizt Du den Backofen auf so heiß Du kannst und zwar auf Ober-Unterhitze. Ich hab Glück mit meinem Backofen und kann auf 280 Grad hoch. Die meisten Backöfen schaffen 250 Grad. Stelle den Bräter direkt zum Aufheizen mit in den Backofen. Das Brot gelingt nur so gut, wenn der Bräter extrem gut aufgeheizt ist und die Hitze schon ein wenig gespeichert hat.

Mein Tipp um Verbrennungen zu vermeiden. Stell den Bräter oder Topf in den Ofen und lassen den Deckel einen Spalt breit offen. So wie hier:
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Wenn der Deckel nämlich ganz geschlossen ist und Du den Topf oder Bräter dann aus dem Ofen nimmst um Dein Brot einzulegen, entweicht die Hitze und Du kannst Dich arg schlimm verbrenne. Ich spreche da aus Erfahrung. ;(

Das Brot ist lange genug gegangen? Gut, dann bereite es vor zum Backen. Jetzt kommst Du echt in den Genuss meiner etwas längeren Erfahrung mit Brot backen im Topf. Nimm ein Backpapier und bemehle es. Es kann ruhig ein Gebrauchtes sein, ich schmeiss die auch nicht immer nach dem ersten Backen von Kekse oder so weg. Man kann sie ruhig mehrmals verwenden solange keine üblen Gerüche daran sind oder sie verbrannt sind. Mit dem Brot auf dem Backpapier kann nämlich nix anbacken und Du kannst es bequem in den Bräter heben.
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Auf das Backpapier stürzt Du jetzt vorsichtig den Teig-Rohling.
Am besten schneidest Du mit der Schere jeweils an der lange Seite das Backpapier ab. Es soll nicht so viel überlappen. Lediglich an den beiden Enden ist es praktisch, wenn das Backpapier überlappt. So kannst Du es einfach in den Bräter heben.
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Jetzt stell ein Holzbrett oder einen anderen Untersetzer für den heissen Bräter oder den Topf bereit. Hol den Bräter vorsichtig aus dem Ofen. Das Teil ist jetzt so ultraheiß. Schließe die Backofentür sofort wieder, es soll keine kostbare Hitze entweichen. Dann hebe langsam vorsichtig den Bräter- oder Topfdeckel nach oben. Es entweicht starke Hitze.

Leg den Deckel auf einer hitzebeständigen Unterlage beiseite und leg das Brot in den Topf ein. Am besten nimmst Du es vorsichtig an den Backpapier-Enden und hievst es in den Topf. Das hört sich vielleicht an. Aber ich weiß jetzt auch nicht, wie ich es besser beschreiben kann. Sieht dann in etwa so aus:
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Jetzt schnell den Deckel auflegen. Diesmal ist es wichtig, den Deckel komplett aufzulegen, jetzt soll keine Hitze mehr entweichen. Ab damit in den Backofen und mit geschlossenem Deckel backen.

Nach etwa 2/3 der Backzeit holst Du den Bräter – bitte wieder sehr vorsichtig aus dem Ofen. Wieder auf eine Unterlage stellen und die Backofentür schnell wieder schließen.
Diesmal musst Du ultra vorsichtig mit dem Deckel sein. Schiebe ihn erst nur ein wenig auf, so dass die Hitze etwas entweichen kann. So wie auf dem Foto:
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Dann nimm den Deckel vorsichtig ab und lege ihn auch auf eine Unterlage. Das Brot sollte so rasch wie möglich in den Ofen zurück zum Fertigbacken.

Sobald das Brot fertig gebacken ist, holst Du es aus dem Ofen und nimmst es auch direkt aus dem Topf. Das Backpapier ist meist sehr brüchig und reisst. Du kannst es einfach so herausheben (nimm Topflappen). Zum Abkühlen leg es am besten auf ein Gitter.
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Backzeiten: 
Die Backzeiten richten sich natürlich immer nach der Brotmenge. Grundsätzlich kann ich sagen, ich backe in etwa 2/3 der Zeit mit geschlossenem Deckel und 1/3 der Zeit mit offenem Deckel und grundsätzlich nur bei Ober-Unterhitze. Hier zwei Beispiele:

Brotmenge 500 g:
35 Minuten – Deckel geschlossen – bei 250 (280) Grad, dann 15 Minuten – Deckel offen – bei 230 (250) Grad

Brotmenge 750 g:
40 Minuten – Deckel geschlossen – bei 250 (280) Grad, dann 20 Minuten – Deckel offen – bei 230 (250) Grad

Die Angaben in Klammen gelten für Backöfen, die auf eine höhere Temperatur aufheizen können.

Ich liebe es, das Brot so zu backen und bin echt gespannt was Ihr mir berichtet wenn Ihr es ausprobiert habt.
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Brot backen im Topf - der Glutenfrei-Traum
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KÜCHENGERÄTE
MENGE
VORBEREITUNG
KOCH-/BACKZEIT
keine
RUHEZEIT
keine
SCHWIERIGKEIT
einfach
ZUTATEN
ZUBEREITUNG
  1. 1. Wie schon oben geschrieben, lass ich meine Brotteige in der zweiten Gehphase im Gärkörbchen gehen.

    Dazu ist es echt wichtig, dass Du den Brot-Rohling extrem gut einmehlst, bevor Du ihn ins Gärkörbchen gibst. Es gibt auch spezielle Gär-Tücher, in die man den Brot-Rohling legen kann. Ich verwende sie nicht, ich bemehle den Brot-Rohling was das Zeug hält ;).

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    So wie auf dem Foto sieht das dann  aus. Ich decke das Gärkörbchen  mit einem sauberen Küchentuch ab und lasse den Teig so noch einmal gehen. Die Gehzeit ist immer abhängig von Backgut. Aber meist 1 Stunde.

    Nach der weiten Gehpase kommt der Teig-Rohling dann in den Bräter. Das geht so:

    Etwa 20 Minuten bevor der Teig fertig gegangen ist, heizt Du den Backofen auf so heiß Du kannst und zwar auf Ober-Unterhitze. Ich hab Glück mit meinem Backofen und kann auf 280 Grad hoch. Die meisten Backöfen schaffen 250 Grad. Stelle den Bräter direkt zum Aufheizen mit in den Backofen. Das Brot gelingt nur so gut, wenn der Bräter extrem gut aufgeheizt ist und die Hitze schon ein wenig gespeichert hat.

    Mein Tipp um Verbrennungen zu vermeiden. Stell den Bräter oder Topf in den Ofen und lassen den Deckel einen Spalt breit offen. So wie hier:
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    Wenn der Deckel nämlich ganz geschlossen ist und Du den Topf oder Bräter dann aus dem Ofen nimmst um Dein Brot einzulegen, entweicht die Hitze und Du kannst Dich arg schlimm verbrenne. Ich spreche da aus Erfahrung. ;(

    Das Brot ist lange genug gegangen? Gut, dann bereite es vor zum Backen. Jetzt kommst Du echt in den Genuss meiner etwas längeren Erfahrung mit Brot backen im Topf. Nimm ein Backpapier und bemehle es. Es kann ruhig ein Gebrauchtes sein, ich schmeiss die auch nicht immer nach dem ersten Backen von Kekse oder so weg. Man kann sie ruhig mehrmals verwenden solange keine üblen Gerüche daran sind oder sie verbrannt sind. Mit dem Brot auf dem Backpapier kann nämlich nix anbacken und Du kannst es bequem in den Bräter heben.
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    Auf das Backpapier stürzt Du jetzt vorsichtig den Teig-Rohling.
    Am besten schneidest Du mit der Schere jeweils an der lange Seite das Backpapier ab. Es soll nicht so viel überlappen. Lediglich an den beiden Enden ist es praktisch, wenn das Backpapier überlappt. So kannst Du es einfach in den Bräter heben.
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    Jetzt stell ein Holzbrett oder einen anderen Untersetzer für den heissen Bräter oder den Topf bereit. Hol den Bräter vorsichtig aus dem Ofen. Das Teil ist jetzt so ultraheiß. Schließe die Backofentür sofort wieder, es soll keine kostbare Hitze entweichen. Dann hebe langsam vorsichtig den Bräter- oder Topfdeckel nach oben. Es entweicht starke Hitze.

    Leg den Deckel auf einer hitzebeständigen Unterlage beiseite und leg das Brot in den Topf ein. Am besten nimmst Du es vorsichtig an den Backpapier-Enden und hievst es in den Topf. Das hört sich vielleicht an. Aber ich weiß jetzt auch nicht, wie ich es besser beschreiben kann. Sieht dann in etwa so aus:
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    Jetzt schnell den Deckel auflegen. Diesmal ist es wichtig, den Deckel komplett aufzulegen, jetzt soll keine Hitze mehr entweichen. Ab damit in den Backofen und mit geschlossenem Deckel backen.

    Nach etwa 2/3 der Backzeit holst Du den Bräter - bitte wieder sehr vorsichtig aus dem Ofen. Wieder auf eine Unterlage stellen und die Backofentür schnell wieder schließen.
    Diesmal musst Du ultra vorsichtig mit dem Deckel sein. Schiebe ihn erst nur ein wenig auf, so dass die Hitze etwas entweichen kann. So wie auf dem Foto:
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    Dann nimm den Deckel vorsichtig ab und lege ihn auch auf eine Unterlage. Das Brot sollte so rasch wie möglich in den Ofen zurück zum Fertigbacken.

    Sobald das Brot fertig gebacken ist, holst Du es aus dem Ofen und nimmst es auch direkt aus dem Topf. Das Backpapier ist meist sehr brüchig und reisst. Du kannst es einfach so herausheben (nimm Topflappen). Zum Abkühlen leg es am besten auf ein Gitter.
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    Backzeiten: 
    Die Backzeiten richten sich natürlich immer nach der Brotmenge. Grundsätzlich kann ich sagen, ich backe in etwa 2/3 der Zeit mit geschlossenem Deckel und 1/3 der Zeit mit offenem Deckel und grundsätzlich nur bei Ober-Unterhitze. Hier zwei Beispiele:

    Brotmenge 500 g:
    35 Minuten - Deckel geschlossen - bei 250 (280) Grad, dann 15 Minuten - Deckel offen - bei 230 (250) Grad

    Brotmenge 750 g:
    40 Minuten - Deckel geschlossen - bei 250 (280) Grad, dann 20 Minuten - Deckel offen - bei 230 (250) Grad

    Die Angaben in Klammen gelten für Backöfen, die auf eine höhere Temperatur aufheizen können.

    Ich liebe dieses Brot und bin echt gespannt was Ihr mir berichtet wenn Ihr es ausprobiert habt.
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