Hackbraten vegan und auf Wunsch glutenfrei

Seit Tagen lechzte ich schon nach Herzhaftem.
Liegt es an der Jahreszeit? Was ist los mit mir? Kehrt jetzt nach einigen Monaten pflanzlicher Ernährung der Alltags-Trott ein? Hab ich mich schon auf meine Gerichte so eingeschossen? Was ist bloss los?
Mit all diesen Gedanken ging ich um.
Ich muss gestehen, ich konnte nie wirklich nachvollziehen, warum man aus Tofu Spareribs „schnitzen“ muss und warum man Seitan in Hühnerschenkel-Formen presst. Aber jetzt wo ich selbst mit diesen Herzhaft-Gelüsten durch die Wohnung tigere wird mir einiges klarer, nach was den Menschen da so verlangt.

Also beschloss ich etwas zu kochen, was diesen Drang hoffentlich befriedigt. Auf meinen Recherchen bekam ich Inspiration ohne Ende.
Seitan, Soja und Lupine kann ich ja in großen Mengen vergessen. Etwas gutenfreie Sojasauce vertrage ich hervorragend.
Somit fielen 90% der Rezepte, die mir so begegneten aus. Macht nix, weitersuchen.
Ich wurde fündig und beschloss einen Linsenbraten zu probieren. Habe mir etliche Rezepte in amerikanischen Blogs angeschaut und mir am Ende selbst eins zusammengebaut, da es ja auch noch glutenfrei sein sollte.

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Hackbraten vegan und glutenfrei, Linsenbraten
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MENGE
16 Scheiben
VORBEREITUNG
5 Minuten
KOCH-/BACKZEIT
100 Minuten
RUHEZEIT
keine
SCHWIERIGKEIT
normal
ZUTATEN
  • 1Stückrote Zwiebel
  • 150g Berglinsen
  • 250mlGemüsebrühe
  • 2StückLorbeerblätter
  • 130 g Couscous (glutenfrei) Alternativ Hirse oder Quinoa
  • 0.25literwarmes Wasser
  • 170 g Haferflocken (glutenfrei) nimm ne Sorte mit kleinen Flocken
  • 50g Tomatenmark
  • 3ELBBQ-Sauce (glutenfrei & vegan) oder 1 TL Rauchsalz
  • 1TLSenf
  • 3ELSojasauce (glutenfrei) (weglassen bei Unverträglichkeit und etwas mehr Rauchsalz)
  • 3ELHefeflocken
  • 2TLWorcestershire-Sauce (glutenfrei & vegan)
  • 2ELChiasamen
  • 2ELXanthan (oder Johannisbrotkernmehl)
  • 1ELÖl
  • 1TLThymian getrocknet
  • 2TLOregano getrocknet
  • 0.5TLFenchelsamen gemörsert
  • 1ELBlackstrap Molasse (Melasse) alternativ Zuckerrübensirup
  • 2PrisenSalz
  • 2PrisenPfeffer
  • 1TLRauchsalz extra für alle, die den Geschmack gerne mögen
  • 1ELÖl für die Form
ZUTATEN-ALTERNATIVEN

Im Rezept ist eine Zutat, die in Deutschland nicht so gebräuchlich ist, aber der Geschmacksbringer ist. Sozusagen die Geheimzutat. Es ist Blackstrap Molasse, zu deutsch Melasse.  Ich bringe mir diese immer aus Jamaika mit wenn ich dort bin. Auf Jamaika wird sie viel verwendet und ich kannte den eigenen Geschmack der Blackstrap Molasse schon. Gibt es bei uns in USA-Shops, Asia-Läden oder im Web. Alternativ kannst Du auch Zuckerrübensirup verwenden.

Im Rezept verwende ich etwas Sojasauce. Verträgst Du diese nicht, lass sie ersatzlos weg. Der Braten schmeckt auch ohne gut.

Ich habe eine 30 cm lange Form verwendet. Das ergibt dann eher einen "Familien-Braten". Sollte Dir die Menge zu groß sein, dann nimm eine kleinere Form und die Hälfte der Zutaten. Die Backzeit dürfte sich auch um etwa 1/3 verkürzen. Allerdings kann man den Braten auch sehr gut einfrieren.

ZUBEREITUNG
  1. 1. Die Linsen in der Gemüsebrühe mit den Lorbeerblättern gar köcheln. Normalerweise brauchen die so 30 Minuten, aber bitte schau auf Deiner Packung nach was da steht.
    Bitte schau auch auf der Packung für den Couscous, wie lange er benötigt. Meiner brauchte 10 Minuten.
    Also gibst Du 10 Minuten bevor die Linsen gar sind den Couscous und 250 ml warmes Wasser zu den Linsen. Beides soll nur zusammen garen. Du musst ein wenig aufpassen, das die Flüssigkeit komplett aufgesogen wird, also immer wieder rühren und die Temperatur sehr niedrig halten.  Am Schluss lieber den Herd ausschalten und den Deckel auf den Topf und noch etwas nachziehen lassen, als Flüssigkeit nachzugiessen.

    Während die Linsen köcheln, kannst du die Zwiebel putzen, fein hacken und in einer Pfanne mit etwas Öl anrösten.
    Die kommen später auch mit in die Braten-Masse.

    Die Linsen-Couscous-Masse soll etwas abkühlen.

    In einer großen Schüssel alle anderen Zutaten gut vermischen und dann die etwas abgekühlte Linsen-Couscous-Mischung dazugeben, die Zwiebeln nicht vergessen. Du musst die Masse sehr gut durchkneten. Alle Zutaten müssen optimal verteilt sein. Schmecke die Hackbraten-Masse mit Salz und Pfeffer ab, evlt. gibt auch noch etwas Rauchalz oder Worcester-Sauce dazu. Am besten lass das die Küchenmaschine machen, wenn Du eine hast, aber bitte nimm die Knethaken!

    Den Backofen auf 165 Grad Umluft oder 180 Grad Ober-Unterhitze aufheizen.

    Die Form fetten und die Masse in die Form geben und oben glatt streichen. Wenn Du magst kannst Du noch so ein Rautenmuster reinschneiden wie ich es gemacht habe.

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    Decke die Form gut mit Alufolie ab. Für die ersten 30 Minuten backst Du den veganen Hackbraten abgedeckt mit Folie. Dann die Folie abnehmen und offen backen für weitere 15 Minuten. Zum Schluß den Ofen auf 190 Grad Umluft oder 210 Grad Ober-Unterhitze aufheizen und noch einmal für 10 - 15 Minuten backen. Der Hackbraten soll schön braun werden. Jetzt ist Aufpassen angesagt, er wird im Nu schwarz. Kann man auf meinem Foto gut sehen. Ich rettete ihn in letzter Sekunde.
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    Sobald der Braten aus dem Ofen ist, lass ihn 15 Minuten in der Form ruhen. Das ist wichtig. Dann stürze den veganen Hackbraten vorsichtig auf eine Platte.

    Jetzt lecker Scheiben abschneiden und genießen.

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    Lasst es Euch munden :)

    Schmeckt auch die Tage danach noch super. Hält sich 2 - 3 Tage im Kühlschrank. Ich hab mir ein Sandwich gemacht, das war auch klasse.

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