Wissenswertes über Rapsöl

Heimisches Rapsöl – Wissenswertes über unser Rapsöl!

Jedes Jahr um den Mai herum, können wir in vielen Gegenenden die knallgelben Rapsfelder sehen. Was für eine Augenweide und ein kleines Spektakel für alle Hobbyfotografen. Fragt nicht, wie oft wir schon auf dem Weg von A nach B angehalten haben, um diesen wunderschönen Anblick zu genießen. Raps blüht nur kurz und schon ist das Naturschauspiel wieder beendet bis zum nächsten Jahr. Nach der Blüte bleiben die Stengel auf den Feldern stehen, an denen hängen dünne Schoten mit den sehr kleinen Rapssamenkörnern. Ich selbst verwende schon sehr lange Deutsches Rapsöl. Immer wieder kommen Fragen zu Rapsöl auf mich zu. Das hat mich veranlasst, euch meinen Wissenstand einmal aufzuschreiben und euch mit Informationen zu versorgen.

Auf dem Foto seht ihr die trockenen Rapsschoten und die Rapssamenkörner.

Rapssamen - Wissenswertes über Raps

Seit Jahren verwende ich Rapsöl aus Deutschland in meiner Küche und informiere mich

Recherchiert man im Internet zu Rapsöl, findet man eine unglaubliche Bandbreite von guten und auch schlechten Informationen. Ich beschäftige mich seit Jahren mit dem Thema Rapsöl. Dementsprechend habe ich schon viel recherchiert, Quellen eruiert, Wissen gesammelt und Workshops besucht.

Nicht zuletzt durfte ich im letzten Jahr das Unternehmen, Norddeutsche Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG (NPZ), mit Hauptsitz in Schleswig-Holstein besuchen. Das seit Generationen familiengeführte Unternehmen ist weltweit führend in der Züchtung und Forschung von Raps. Ihr könnt euch vorstellen, wie spannend und lehrreich mein Besuch in Hohenlieth und der Insel Poel war. Ich bin dankbar, dass mir solche Wissensquellen offen stehen und ich meine Fragen direkt an die Experten stellen darf.

Eine weitere wertvolle Informationsquelle ist die ufop (Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e.V.). Innerhalb der ufop haben sich alle an der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung heimischer Öl- und Eiweißpflanzen beteiligten Unternehmen, Verbände und Institutionen sind unter einem Dach zusammengeschlossen. Wenn es dort keine fundierten Informationen gibt, wo denn dann? Ist euch aufgefallen? In Deutschland sitzt also das Herz der Rapszucht!

Auf der DLG-Verbraucher-Website kann man Testergebnisse von Rapsölen öffentlich einsehen. Die Recherche ist kostenfrei.

Schaut mal, hier habe ich ein Rapsfeld besucht, auf dem Raps gezüchtet wird. Ich habe mich nebenbei köstlich über die Namen der Raps-Zuchtsorten und die Schilder amüsiert.

Rapszuchtfeld - Wissenswertes über Raps

Raps und die Gentechnik, da ist nichts dran!

Immer wieder lese ich, Raps wäre gentechnisch verändert worden. Das stimmt nicht, zumindest nicht für Europa. In Deutschland und in Europa wird keine gentechnisch veränderter Raps angebaut.

Woher diese immer wiederkehrenden Aussagen stammen weiß ich nicht. Vor vielen Jahren war die ölhaltige Rapssaat nicht wirklich zum Verzehr geeignet. Erst durch die Züchtung von neuen Sorten und die Reduktion von Glucosinolate und Erucasäure wurde Raps für Mensch und Tier verträglich und schmackhaft.

Ich kann mich übrigens noch an mein erstes Rapsöl vor 20 Jahren erinnern. Das schmeckte mir damals nicht so gut, es war mir zu bitter.  Später habe ich dann bei meiner Mutter eine andere Sorte probiert. Das war klasse und seither verwende ich Rapsöl in meiner Küche.

Rapsfeld Wissenswerte über Rapsöl

Am besten Rapsöl aus Deutschland verwenden

Kurze Wege, regionale Ware, strenge Kontrollen, Expertentum, Forschung, nachhaltige und innovative Ansätze und hohe Qualität. Das sind nur ein paar Gründe weshalb ich empfehle, Rapsöl aus heimischen Gefilden zu kaufen.

Raps ist eine sensible Pflanze, die Schädlingen ausgesetzt ist. Der Rapsglanzkäfer macht dem Raps unter anderem das Leben schwer. Derzeit gibt es Ideen, den Schädlingen auf natürliche Weise Herr zu werden. Ein Ansatz ist: Landwirte schließen sich regional, in einem kleinen Umkreis von wenigen Kilometern zusammen. Sie kontrollieren und koordinieren die Anbauphasen und Fruchtfolgen ohne sich im Anbau nennenswert einschränken zu müssen. Ist das nicht ein nachhaltiger, innovativer Ansatz?

Raps wächst in Deutschland nicht in Monokulturen. Zwischen den Anbauphasen liegen mehrere Jahre. In dieser Zeit werden nacheinander, in der richtigen Fruchtfolge Feldfrüchte, angebaut. Ausserdem sind die Rapsfelder sehr wichtig für die Bienen.

Informationen zu deutschem Rapsöl

Die verschiedenen Rapsöl-Sorten

Gepresst wird die geschälte oder ungeschälte Saat. Rapskernöl wird aus geschälten Saaten hergestellt, Rapsöl aus ungeschälten Saaten. Als natives Öl darf es nur bezeichnet werden, wird es vor der Abfüllung nicht bedampft. Folgende Sorten sind erhältlich:

  • Rapskernöl
  • kaltgepresstes Rapsöl
  • Rapsöl

Rapskernöl und kaltgepresstes Rapsöl eignen sich für die kalte Küche. Rapsöl ist bis 180 °C hitzestabil. Es ist ideal zum Kochen, Braten, Dünsten und sogar zum Frittieren.

Rapskernöl und kaltgepresstes Rapsöl sollte immer nur in dunklen Flaschen gekauft werden. So hält es sich am besten. Ungesättige Fettsäuren oxidieren schneller.

Die Geschmäcker sind verschieden

Ähnlich wie beim Olivenöl, gibt es auch beim Rapsöl eine breite Palette von geschmacklichen Richtungen.

  • Rapskernöl und kaltgepresstes Rapsöl schmecken intensiver. Von leicht bis kräftig nussig. Die Farbe ist meist honiggelb.
  • Rapsöl ist im Geschmack in der Regel neutral. Die Farbe ist hellgelb.

Ich persönlich bevorzuge die milden Geschmacksrichtungen.

Rapsfeld Wissenswertes über Deutsche Rapsöl

Fette, Nährwerte, Allergene und die Verträglichkeit von deutschem Rapsöl

Deutsches Rapsöl enthält 6 % gesättigte Fettsäuren. Somit ist Rapsöl das Öl, mit dem niedrigsten Wert für gesättigte Fettsäuren. Gesättigte Fettsäuren sind dafür bekannt, dass sie unseren Cholesterinspiegel erhöhen. Wichtig für unsere Körper sind die ungesättigten Fettsäuren. Ein Esslöffel Rapsöl (15 g) enthält (Durchschnittswerte):

  • 23 % einfach ungesättigte Fettsäuren
  • 20 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren
  • 38 % Linolsäure
  • 87 % Alpha-Linolensäure

* Quelle: Prof. Dr. Helmut Heseker

Weiterhin ist die Balance von Omega-3 und -6-Fettsäuren ist optimaler Relation vorhanden.

Die empfohlene Tagesmenge Rapsöl ist 15 g (1 Esslöffel) pro Tag. Wusstet ihr das?

Die Verträglichkeit

Rapsöl gilt als sehr verträglich und allergenarm. Eine Allergie auf Raps ist sehr selten. In jüngster Zeit wurden Pollenallergene in Raps gefunden. Hier wird aber noch geforscht. Es könnten allergische Reaktionen von Frühblütlern mit ähnlichen Kreuzreaktionen auftreten. Allerdings müsste man dann in der Nähe eines Rapsfeldes wohnen oder sich dort aufhalten.

Bei Histaminintoleranz und weiteren Nahrungsmittelintoleranzen wird Rapsöl in der Regel sehr gut vertragen. Vorausgesetzt ist immer, es wird hochwertige Qualität verzehrt.

Rapsfeld Wissenswertes über Deutsche Rapsöl

Rezepte mit Rapsöl

Meine eigenen Rezepte hier auf dem Blog können selbstverständlich mit Rapsöl zubereitet werden. Die Ausnahmen sind Backrezepte mit Kokosöl. Kann man das Öl in diesen Rezepten nicht tauschen, habe ich es vermerkt.

Aus gegebenem Anlass habe ich mir ein schönes Rezept mit Rapsöl überlegt. Es erscheint auch schon die Tage hier.

Stellt gerne eure Fragen

Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt mir gerne in den Kommentaren. Gerne beantworte ich sie oder besorge die entsprechenden Informationen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

14 Kommentare

  1. Natascha 27. Februar 2020 um 10:42 Uhr - Antworten

    Vielen Dank für die schnelle Info, Steffi. Das hilft mir weiter! :0)) LG, Natascha

    • Kochtrotz 28. Februar 2020 um 9:56 Uhr - Antworten

      super, das freut mich Natascha.

  2. Natascha 27. Februar 2020 um 8:59 Uhr - Antworten

    Hallo Steffi, ich bin kürzlich das erste Mal über Rapsöl mit Buttergeschmack „gestolpert“ und las dann in deinem ersten Kochbuch, dass du auch dieses Öl für dein Basisrezept Rührkuchen verwendest. Ich nehme an, dass es sich um ein künstliches Aroma handelt, das dem Rapsöl beigesetzt wird – wovon ich grundsätzlich nicht begeistert bin – und hätte gerne gewusst, ob du hierzu auch etwas in Erfahrung gebracht hast?!
    Herzliche Grüße, Natascha

    • Kochtrotz 27. Februar 2020 um 9:20 Uhr - Antworten

      Liebe Natascha,
      da gibt es unterschiedliche Qualitäten. Zum Beispiel ist das Rapsöl mit Buttergeschmack von der Teutoburger Ölmühle mit natürlichem Butteraroma. Das Albaöl aus Schweden mit Buttergeschmack ist da schon weitaus künstlicher, zudem wurde auch Farbstoff zugesetzt. Mein Favorit unter den Rapsölen mit Buttergeschmack ist seit langem das von der Teutoburger Ölmühle, zumal es ein deutsches Produkt ist.
      Viele Grüße
      Steffi

  3. Volker 1. Februar 2020 um 17:59 Uhr - Antworten

    Hallo Steffi,
    eine gute und wertvolle Info hast du hier zusammen gefasst. Zufällig war ich heute in einem Laden in dem ich selten bin, und stand vor Rapsöl. Ich habe mal geguckt und auf dem Etikett ist das Logo „ohne Gentechnik“. Wer noch sicherer sein will und etwas für Gesundheit und Umwelt tun will, kann ja Bio kaufen.
    Liebe Grüße
    Volker

    • Kochtrotz 3. Februar 2020 um 15:32 Uhr - Antworten

      Lieber Volker,
      da pflichte ich dir auf jeden Fall bei!
      Viele Grüße
      Steffi

  4. Renate 14. Januar 2020 um 17:20 Uhr - Antworten

    Danke für den interessanten und ausführlichen Artikel!
    Mir schmecken die Rapskernöle von der Teutoburger Ölmühle am besten.
    Mild, nussig und vielseitig zu verwenden.

    • Kochtrotz 24. Januar 2020 um 7:43 Uhr - Antworten

      Liebe Renate,
      da haben wir den gleichen Favoriten. Ich mag sie auch sehr gerne in den verschiedenen Sorten.
      Viele Grüße
      Steffi

  5. Anne 8. Januar 2020 um 18:56 Uhr - Antworten

    Danke, liebe Steffi, für den aufschlussreichen Artikel mit den schönen Bildern! LG Anne

    • Kochtrotz 23. Januar 2020 um 21:01 Uhr - Antworten

      Das freut mich sehr liebe Anne!
      Viele Grüße
      Steffi

  6. Monika 8. Januar 2020 um 13:12 Uhr - Antworten

    Hallo Steffi, sehr interessante Ausführung über Rapsöl. Welche Informationen hast du über die Entstehung von Transfettsäuren, die beim Erhitzen von Rapsöl (ungesättigten Fettsäuren) entstehen können. Die Erhitzbarkeit von Rapsöl von 180 Grat kann ja beim Braten schnell überhitzt werden.
    Lieben Gruß Monika

    • Kochtrotz 23. Januar 2020 um 21:01 Uhr - Antworten

      Hallo Monika,
      da kümmere ich mich drum um die Info. Gerade zu Hand habe ich sie nicht. Ich hole sie ein.
      Viele Grüße
      Steffi

  7. Tanja 8. Januar 2020 um 8:01 Uhr - Antworten

    Hallo Steffi, ich suche schon seit Jahren ein mildes Rapsöl in guter Qualität. Kannst (bzw. möchtest) du hier einen Hersteller empfehlen? Ich kaufe immer wieder eines und bin dann enttäuscht.

    Danke.
    Tanja

    • Kochtrotz 23. Januar 2020 um 17:35 Uhr - Antworten

      Liebe Tanja,
      zum Beispiel finde ich die Rapsöle der Teutoburger Mühle sehr gut.
      Es gibt verschiedene Sorten und auch ein ganz mildes, das auch mit mild gekennzeichnet ist.
      Viele Grüße
      Steffi

Willkommen bei KochTrotz

KochTrotz ist ein Foodblog und ein Reiseblog der sich an Allergiker, Menschen mit Nahrungsmittel-Intoleranzen und alle richtet, die Spaß an Ernährung und am Selbermachen haben. Weiterhin gibt es einen großen Bereich mit Reise- und Restaurantbesuchen. Reisen und Genuss trotz Einschränkungen ist mein Credo.

Kontaktdaten

KochTrotz - Genuss trotz Einschränkungen
Stefanie Grauer-Stojanovic
E-Mail: info@KochTrotz.de
Web: https://www.kochtrotz.de