Glutenfreies Früchtebrot ohne Fertigmehlmischung

Nicht nur für die Weihnachtszeit! Dieses glutenfreie Früchtebrot schmeckt das ganze Jahr über.

Ihr wisst ja, ich bin super spontan und auch extrem pragmatisch veranlagt. Die letzten Monate hatte ich leider nie Zeit, aber dieses Mal habe ich umso spontaner beim Synchronbacken mitgemacht. Gebacken wurde ein Zimtfrüchte-Brot, bei mir wurde es dann ein glutenfreies Früchtbrot. Ich mag dieses Projekt so gerne, es wird von Zorra von kochtopf.me und Sandra von From-Snuggs-Kitchen.com veranstaltet. Die beiden suchen ein Rezept aus, alle Teilnehmer backen es dann zur gleichen Zeit nach, wir unterhalten uns darüber in den sozialen Medien und posten den Werdegang auf Instagram. Zorra und Sandra geben immer die Parameter vor, die am Rezepte verändert werden dürfen. Dieses Mal habe ich richtig viel verändert und vom Ursprungsrezept ist schon alleine wegen der Umwandlung in die glutenfreie Variante nimmer viel übrig geblieben. Aber schaut mal, was herausgekommen ist, kann sich echt sehen lassen:

glutenfreies Früchtebrot ohne Fertigmehlmischung und ohne Stärkemehl

Das glutenfreie Früchtebrot schmeckt himmlisch, ist locker und saftig

Als ist das Früchtebrot anschnitt war ich schon recht fasziniert. Als ich es dann probierte, war ich total aus dem Häuschen. Es ist einfach perfekt! Kruste und Krume könnten nicht besser sein und dazu kommt der geniale Geschmack- Wahnsinn! Mein glutenfreies Früchtebrot hat eine große Besonderheit, ich habe kein extra Stärkemehl wie Mais-, Kartoffel- oder Tapiokastärke verwendet und trotzdem ist es super locker geworden! Insgesamt habe ich eh nur zwei verschiedene Mehlsorten verwendet und keine glutenfreie Fertigmehlmischung.

Vielleicht werdet ihr Euch unten wundern, da steht Cassavamehl und Fingerhirsemehl. Uhhhhh, mit was backt sie denn da jetzt wieder, denkt ihr Euch bestimmt *zwinker*. Zur Beruhigung, Ihr könnt das glutenfreie Früchtebrot auch mit Reis- und Teffmehl backen. Diese beiden Mehle habt ihr vermutlich zu Hause.

glutenfreies Früchtebrot ohne Fertigmehlmischung und ohne Stärkemehl

Hirsemehle

Ich kann euch nur empfehlen, euch einmal nach weiteren Hirsemehlsorten umzuschauen. Es gibt unzählige tolle glutenfreie Hiresemehlsorten. Angefangen von Fonio, verschiedenen Teffmehlsorten (auch rotes Teffmehl ist toll) über weitere Sorten wie bspw. die Fingerhirse. Ich habe immer Bajri* und Ragi* Mehl hier. Ihr bekommt es in asiatischen Läden oder halt im Web. Alle Hirsemehle haben natürliche Bindeeigenschaften, sehr gute Nährwerte und das glutenfreie Backergebnis ist richtig gut.

Cassavamehl

Oder auch Maniokmehl genannt ist genial zum glutenfreien Backen. Bitte nicht mit Maniok- oder Tapiokastärke verwechseln. Das Mehl wird unter zwei Bezeichnungen geführt: Cassavamehl und Maniokmehl. Beides ist das Gleiche. Cassavamehl ist eine tolle Alternative zu Reismehl und hat sehr gute Backeigenschaften. Gerade wenn man nicht immer so viel Reismehl verwenden mag oder es schon gar nicht verträgt, ist das Cassavamehl ein super Sache. Maniok ist allergenarm und weltweit sind aktuell und offiziell keine Allergien registriert (so zumindest mein Kenntnisstand). Ich selbst backe damit ebenso oft wie mit Reismehl und habe es immer daheim. Hier habe ich euch einmal ein Foto der beiden Cassavamehle gemacht, die ich immer verwende. Beide kosten im Asien- oder Afrikaladen zwischen 2,80 und 4 Euro das Kilo. Beide Mehle sind glutenfrei. Firmen, die Maniok verarbeiten, verarbeiten eigentlich nie andere Produkte. Das verhält sich ähnlich wie bei feinem Reismehl. Aber im Zweifel, ihr wisst ja, immer den Hersteller kontaktieren und sich die Glutenfreiheit bestätigen lassen.

Cassavamehl glutenfrei

Beim Cassavamehl müsst ihr auf eine Sache aufpassen. Ihr müsst unbedingt sehr fein ausgemahlenes Mehl kaufen. Es gibt verschiedene Mahlgrade. Gari zum Beispiel ist Maniok-Grieß. Übrigens auch sehr zum empfehlen anstatt Weizengrieß. Aber Gari wäre zu grob. Das feine Cassavamehl ist ganz pudrig und hat null gröbere Partikel im Mehl. Es gibt noch einen weiteren Ausmahlungsgrad, der fein erscheint, aber grobe Stellen drin hat. Das knirscht dann beim Essen. Ich mag es nicht, anderen macht es nichts aus.

Wie oben geschrieben, Cassavamehl bekommt ihr in den Afrika- und Asiashops. Vor allem aber in Afrikashops, da Maniok/Cassava in Afrika eines der Hauptlebensmittel ist. Alle Afrika-Onlineshops führen Cassavamehl ebenfalls. Weiterhin bekommt ihr hier ein sehr gutes Maniokmehl*, das aber leider nicht gerade ein Schnapper ist. Das Mehl ist aber echt top, ich habe es selbst schon verarbeitet.

Das glutenfreie Früchtebrot ist eine Mischung aus Brot und Kuchen

Es gibt ja zig Arten von Früchtebrot. Je nach Region besteht es eher aus getrockneten Früchten und Nüssen oder es ist eine Art Kuchen. Diese Variante hier liegt genau zwischen Brot und Kuchen. Eine ganz großartige Idee war es von Zorra und Sandra, dieses Rezept auszusuchen. Ich hätte so ein Früchtebrot sonst vermutlich niemals gebacken. Das Früchtbrot kann man super ganzjährig genießen. Meines habe ich mit Spekulatius-Gewürz gemacht. Im Original-Rezept wird Zimt verwendet und der geht ja das ganze Jahr und ist super gesund. Die Füllung ist sehr variabel, ihr könnt da auch noch andere Zutaten reingeben. Habe ich auch gemacht, ich habe noch etwas Apfel-Pfirsich-Fruchtleder verbacken.

Solltet Ihr das Oiginalrezept anschauen, werdet Ihr bemerken, dass ich keine Rosinen und auch keine Walnüsse verwendet habe. Beides sagte mir nicht so zu und Walnüsse vertrage ich nach wie vor nicht wirklich gut. Bei mir wurden es Berberitzen, Cranberries und Mandeln. Ihr könnt auch das die gleiche Freiheit nehmen wie ich und die Trockenfrüchte Eurer Wahl verwenden. Da weder Cranberries noch Berberitzen sonderlich süß sind, ist mein glutenfreies Früchtebrot auch nicht zu süß und das obwohl ich den Anteil der Zucker-Zimt-Mischung beträchtlich erhöht hatte *thihi*.

Wir haben das Früchtebrot nur mit etwas Butter drauf gegessen. Schmeckt aber sicherlich auch mit einer nicht zu süßen Marmelade ganz super!

glutenfreies Früchtebrot ohne Fertigmehlmischung und ohne Stärkemehl

Ich stelle Euch noch zwei meiner liebsten Helfer in der glutenfreien Bäckerei vor:

Ihr fragt mich immer wieder, wie ich die glutenfreien Teig überhaupt erst geformt oder gerollt bekomme. Das Zauberwort heißt „flexible, große Backmatte“. Ohne die geht nix bei mir! Mit der weichen großen Backmatte forme ich Brotlaibe und rolle verschiedene glutenfreie Teige auf. Ausserdem schützt sie vor Kontamination, sollten im Haushalt auch glutenhaltige Mehle verarbeitet werden. So eine Backmatte ist ne Anschaffung für’s Leben *hihi*. Diese hier von Lurch* kann ich empfehlen.

Ein weiteres, unverzichtbares Utensil in meiner glutenfreien Küche ist die ausziehbare Kastenform. Das reicht echt die eine Form für alles. Nervt es euch nicht auch, dass ihr für viele Rezepte immer wieder eine Form in einer anderen Größe braucht? Mich hat es tierisch genervt. Zudem gehen die Teige ja auch nicht immer gleich auf. Ich habe die Form von Zenker und das seit ewigen Jahren. Sie ist antihaft beschichtet, was ein großer Vorteil ist. Manches Mal merke ich, dass meine Teige nach kurzer Zeit schon stark gehen und vermutlich sogar über die Form laufen. Dann ziehe ich die Form einfach etwas weiter auf und verschaffe dem Teig so mehr Platz. Der Clou, die Form ist mit knapp 13 € noch nicht einmal teuer. Da habe ich hier teurere und schlechtere im Schrank stehen 😉 .

Wer hat eigentlich sonst noch so mitgemacht beim Synchronbacken?

Hier ist eine unvollständige Liste der Teilnehmerinnen. Es waren noch viele mehr, aber eventuell verbloggen nicht alle Ihre Rezeptvariante oder haben auch keinen Blog. Man kann ja auch einfach so aus Lust und Freude mitmachen. Eventuell klappen auch noch nicht alle Links und werden erst nach und nach freigeschaltet.

KochTrotz Backbuch | Genial glutenfrei Backen | Vorschau und VorbestellungMein Backbuch „Genial glutenfrei backen“ vorbestellen und Bonusrezepte sichern

Bevor es zum Rezept geht, gibt’s noch ne kleine Erinnerung. Die Bonusrezepte als Geschenk für die Vorbesteller*innen für mein neues Backbuch (Erscheinungstermin 6. Dezember 2018) gibt es nimmer lange. Klickt einfach hier oder auf das Bild unten, dort könnt Ihr einen Blick ins Buch werfen und vorbestellen. Die Goodies gibt es nur im KochTrotz Shop. Mein Buch gibt es überall wo es Bücher gibt, auch international bei Amazon zum Vorbestellen.

Alle Rezept in meinem Backbuch sind ohne Fertigmehlmischung. Wie immer sind die Rezept mit dem KochTrotz Zutaten-Baukasten ausgestattet. Du kannst wie gewohnt, alle Rezepte nach Deinen individuellen Vorlieben und Einschränkungen zusammenstellen. Für alle Rezepte ist zusätzlich eine vegane Variante vorgesehen.

So und jetzt ab zum Rezept von der Überraschung des Wochenendes, dem genialen glutenfreien Früchtebrot!

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glutenfreies Früchtebrot ohne Fertigmehlmischung und ohne Stärkemehl

Glutenfreies Früchtebrot ohne Fertigmehlmischung

glutenfreies Früchtebrot ohne Fertigmehlmischung und ohne Stärkemehl
Druckversion
Diese Früchtebrot ist tatsächlich eine Mischung aus Brot und Kuchen. Ganz großartig schmeckt es und nicht zu süß. Man kann es durchaus mit etwas Butter und säuerlichen Marmelade auf Aufstrich genießen. Das glutenfreie Früchtebrot kommt ohne Fertigmehlmischung und ohne zusätzliches Stärkemehl aus. Am besten wird am Vorabend mit der Zubereitung des Früchtebrots begonnen, da das Quellstück und der Vorteig für 8 - 12 Stunden im Kühlschrank ruhen.
MENGE
1 Früchtebrot
VORBEREITUNG
20 Minuten
KOCH-/BACKZEIT
45 Minuten
RUHEZEIT
12 Stunden
SCHWIERIGKEIT
normal

ZUTATEN

ZUTATEN QUELLSTÜCK:
  • 85gFingerhirsemehl (Bajri) o. Teffmehl
  • 85 gCassavamehl o. feinstes Reismehl
  • 3gSalz
  • 220gMilch (laktosefrei) o. pflanzlich
  • 85gCranberries o. andere Trockenfrüchte
  • 85gBerberitzen o. andere Trockenfrüchte
ZUTATEN VORTEIG:
  • 85gFingerhirsemehl (Bajri) o. Teffmehl
  • 85 gCassavamehl o. feinstes Reismehl
  • 3gFrischhefe o. 1 g Trockenhefe
  • 90 gMilch (laktosefrei) o. pflanzlich
  • 50g weiche Butter (laktosefrei)
  • 2StückEier Gr. M
HAUPTTEIG:
  • 1.Quellstück
  • 1.Vorteig
  • 10 gCeylon-Zimt o. Spekulatiusgewürz
  • 90 gKokosblütenzucker o. 75 g Zucker
  • 140 ggehackte, geröstete Mandeln
  • 90 gCassavamehl o. feinstes Reismehl
  • 10 gXanthan
  • 5gSalz
  • 20gFrischhefe o. 7 g Trockenhefe
  • 40 gLievito Madre (glutenfrei) (optional)
  • 70 ghausgemachter Milchkefir o. Buttermilch (laktosefrei)
SONSTIGES:
  • 1StückKastenform ca 28 cm
  • 1ELFett für die Form

ZUBEREITUNG

  1. 1. Als erstes wird das Quellstück zubereitet. Einfach alle Zutaten in eine Schüssel geben und alles gut verrühren. Die Schüssel schließen und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
  2. 2. Jetzt wird der Vorteig zubereitet. Alle Zutaten in die Rührschüssel geben und für 2 Minuten auf niedriger Stufe kneten lassen. Den Teig für 10 Minuten ruhen lassen und dann erneut für 2 Minuten auf der zweiten Stufe kneten. Den Vorteig in eine Schüssel geben, mit dem Deckel verschließen und ebenfalls über Nach in den Kühlschrank stellen.
  3. 3. Quellstück und Vorteig sollten 8 - 12 Stunden im Kühlschrank ruhen.
  4. 4. Am nächsten Morgen beide Schüsseln aus dem Kühlschrank nehmen und für mindestens 1 Stunde auf Raumtemperatur kommen lassen.
  5. 5. Zimt und Zucker mischen und die gehackten Mandeln trocken rösten. Jeweils die Hälfte beiseite stellen. Die Hälfte der Zimt-Zucker-Mischung und die Hälfte der Mandeln werden für die Füllung gebraucht.
  6. 6. Die Mehle gut mit Xanthan mischen. Die Kastenform fetten.
  7. 7. Für den Hauptteig das Quellstück, Vorteig und alle weiteren Zutaten in die Rührschüssel geben.
  8. 8. Den Teig für 5 Minuten auf Stufe 1 kneten und anschließend 10 Minuten ruhen lassen. Danach erneut für 3 Minuten auf Stufe 2 kneten. Es entsteht ein leicht klebriger und recht fester Teig. Sollte er zu weich sein, zu Beginn der zweiten Knetphase wenig Mehl zugeben.
  9. 9. Backmatte auslegen und bemehlen. Den Teig darauf geben und mit den Händen zu einem Rechteck formen.
  10. 10. Jetzt die restliche Zimt-Zucker-Mischung und die gerösteten Mandeln auf dem Rechteck verteilen, die Ränder aussparen.
  11. 11. Den Teig mit Hilfe der Backmatte aufrollen.
  12. 12. Die Teigrolle mit der Teignaht nach unten in die Kastenform legen. Die Form abdecken und den Teig für circa 60 Minuten im Raum ruhen lassen. Das Volumen soll sich um mindestens die Hälfte erhöhen.
    TIPP: Sind je noch Reste von der Füllung da, einfach oben auf auf dem glutenfreien Früchtebrot verteilen und mit etwas Öl besprühen.
  13. 13. Gegen Ende der Gehzeit den Backofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  14. 14. Das Brot auf der mittleren Schiene in den Backofen schieben und für 10 Minuten auf 250 °C backen. Dann die Temperatur auf 200 °C reduzieren und für weitere 35 Minuten backen. Die Backzeit kann je nach Ofen differieren.
    TIPP: Schon nach den ersten 15 Minuten kann das Früchtebrot sehr dunkel werden. Passiert da, unbedingt mit Alufolie abdecken, sonst verbrennt es.
  15. 15. Das Früchtebrot aus dem Ofen nehmen und noch 5 - 10 Minuten in der Form ruhen lassen. Danach aus der Form nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
  16. 16. Lasst es Euch schmecken! Dieses glutenfreie Früchtebrot ist so locker, saftig, super lecker und einfach perfekt!