Hier kommt er, mein erster Reisebericht. Dieses Mal sind wir das fünfte Mal auf Jamaika und manches ist altbekannt und manches neu. Das ist super!

Wir sind sehr komfortabel nach Montego Bay gereist. Wir hatten ja eh schon günstige Condor-Tickets „Premium Economy“ für 380 € (oder waren 390 €) ergattert. Am Flughafen FFM im Wartebereich kam dann der Aufruf, die Business Class sei nicht ausgebucht und wer upgraden wolle, solle sich melden. „Der Herr KochTrotz“ stürmte direkt los, was auch gut so war. Es gab nämlich nur 4 Plätze zu vergeben und somit waren wir 2 glückliche Besitzer von Business Class Tickets für gerade mal 100 € pro Person Upgrade-Gebühren. YEAH, hab ich auch noch nie erlebt. Wir haben uns bei dem netten Herren bedankt. Er zwinkerte nur und meinte: Ich bin Jamaikaner, ich tue was ich kann :). So flogen wir dann sehr bequem und ich durchschlafend 10,5 Stunden nach Montego Bay und kamen abends pünktlich um 19:30 Uhr an.
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Meine Sitzplatz-Nummer 1A nahm ich dann gleich als Urlaubsmotto 🙂 Ich arbeite allerdings dran, dass es auch 1A wird. Dazu lest ihr mehr weiter unten.

Wenn wir ankommen, haben wir immer das gleiche Prozedere, „der Herr KochTrotz“ bekommt dann ein Visum vor Ort. Er hat ja serbische Staatsbürgerschaft. Interessant, dieses Mal kostet das Visum 100 $ anstatt 50$ wie in allen Jahren zuvor. Es ist ratsam, das Geld parat zu haben, sonst muss man noch aufwändig tauschen und länger warten. Es dauert immer ein wenig, die „Papierarbeiten“ müssen ja supergründlich gemacht werden und sind auch superwichtig :).

Unseren Mietwagen hatten wir inkl. zweitem Fahrer für relativ kleines Geld bei Sixt geschossen. Für fast 3 Wochen bezahlen wir ca. 500 €. Allerdings Vollkasko-Versicherung nicht inkl. Diese deckt unsere Kreditkarte vollständig ab. So sparen wir ca. 400 €. Aber jedes Mal, ist eine kleine Diskussion fällig mit dem Personal. kennen wir aber schon :). Ab zum Wagen, wir mieten immer einen Toyota Yaris, der fällt nicht auf und kommt gut durchs Gelände. Die haben hier allerdings ein Heck. Wir scherzten noch, welche Farbe wir wohl bekommen. Hihi, wir haben wie immer einen hellblau-metallic Heck-Yaris. Es gäbe auch weiß, silber, schwarz und weinrot, aber wir bekommen immer einen blauen 🙂 🙂 Vielleicht so ein Code für deutsche Touristen 🙂 Keine Ahnung. Solltet ihr mal selbst einen Wagen auf Jamaika mieten, geht peinlichst genau um den Wagen und lasst alle, wirklich alle Mängel und die kleinsten Kratzer notieren. Sonst habt Ihr am Ende Streß. Die Wagen sind fast immer mit Dellen oder Kratzern behaftet. Das ist normal, aber ihr sollt ja nicht die Zeche anderer begleichen.

Bis zu unserer ersten Station, dem Round Hill, ist es nicht weit. Gerade mal 15 Minuten Fahrt und den Weg kennen wir gut. Wir waren hier ja schon. Als wir einchecken erleben wir große Freude, man erkennt uns wieder und sagt uns wir hätten ein Upgrade bekommen. Auch hier? Oh, Upgrades sind immer super und ich freue mich. Aber was uns dann wirklich erwartet, verschlägt uns beiden die Sprache. Wir haben eine riesige Villa, ca. 300 qm nur für uns alleine. Ähem zu Hause haben wir 85 qm 🙂 🙂 Wahnsinn und vor allem Wahnsinn, weil „der Herr KochTrotz“ ja eh schon eine phänomenale Rate mit Umsonst-Übernachtung verhandelt hatte. I LIKE!
Man hatte uns noch etwas zu Essen hingestellt und den Kühlschrank mehr als prall gefüllt. Jede Villa hier ist komplett ausgestattet mit Küche und allem Zipp und Zapp und sogar ne Kitchen Aid habe ich bei meiner Inspektion gefunden, eine gut ausgestattete Bibliothek haben wir ebenfalls. Wenn man sich gut erholen will, ist das Round Hill eine echte Empfehlung. Hier wird sehr auf das Wohl und die Erholung der Gäste geachtet. Man bekommt einfach alles was man möchte. Für die Hotelraten empfehle ich unbedingt anzurufen, die Preise auf der Website stimmen zwar, haben aber mit denen, die wir jetzt bezahlen nichts zu tun. Klar, das Round Hill ist kein Hotel für 30 Dollar-Übernachtungen 🙂
Zu jeder Villa gehört Personal. In unserem Fall Angela und Donna und wechselnde Gärtner. Mit Angela habe ich schnell guten Kontakt bekommen. Seither kochen wir jeden Morgen zusammen. Ich lerne echt viel über Lebensmittel und jamaikanische Kochkunst. Heute hat Angela sogar verschiedene Früchte und Gemüse von zu Hause mitgebracht, damit wir sie probieren können. So toll, ich liebe das. Trifft sich echt gut, dass Angela eine begnadete Köchin ist und wir beide Spass daran haben, uns gegenseitig was beizubringen 🙂 Sie hat mir noch extra Karotten- und Kirschwein mitgebracht. Den macht sie nicht selbst. Den macht Carmen, das ist ihre Vorgängerin hier im Round Hill. Jobs werden hier vererbt. Von Carmen hat Angela alles gelernt und lernt noch und ich telefonierte dann mit Carmen um mich zu bedanken und habe auch direkt noch telefonische Tipps bekommen. Das ist so klasse!
Heute vor dem Frühstück habe ich Ackees direkt vom Baum geerntet. Der Ackeebaum steht hier auf unserem Gelände und sobald die Früchte offen sind, sind sie reif. Aber, sie müssen gekocht werden, sonst sind sie giftig. Klar, haben wir alles gemacht. Ackee ist sehr gesund und schmeckt wie eine Mischung aus Rührei und Avocado. Wir lieben es. Ein klassisches jamaikanisches Frühstück ist Ackee & Saltfish oder Ackke & Veggies. Wir frühstücken die zweite Variante. Dann gibt es noch frischen Soursop-Juice, ebenfalls mit Früchten aus Angelas Garten und gestern gabe es Ackee (aus der Dose), Veggies und Bammys (aus Cassava). Angela ist so umsichtig mit uns, sie fragt alles ab bevor sie neue Lebensmittel verwendet. Wir sind hier echt supergut aufgehoben. Hier ein paar Impressionen:

Jeden zweiten Tag arbeite ich auch ein wenig. Vor unserer Abreise habe ich einfach nicht mehr alles geschafft. So habe ich hier die restlichen Arbeiten für die zweite Auflage meine Buches vorbereitet und an die Druckerei geschickt. Ging problemlos, das Web ist ziemlich schnell.

Tja, es gibt auch einen unangenehmen Belgleitumstand. Ihr ahnt es schon. Meine Gesundheit. Ich habe eine sogenannte Mundrose (Periorale Dermatitis). Schon im Flugzeug merkte ich, dass sie erneut ausbrach. Der Streß der Tage zuvor und die Luft im Flugzeug …… Peng! Bei einer Perioaralen Dermatitis sollte man möglichst keine Cremes mehr verwenden. Jaja, leicht gesagt bei der Sonne. Die Sonnencreme, evtl. auch 2 x sehr scharfes Essen, liessen sie dann richtig heftig ausbrechen.
Jetzt behandle ich sie mit Schwarztee-Umschlägen und Globulis in der Schocktherapie. Ziemlich unangehm die Sache, tut leider echt weh, brennt und juckt!
Wenn ich die Mundrose besiegt habe, dann habe ich auch mein Urlaubsmotto 1A erreicht 🙂 Guckt mal, so sieht das dann aus:

Nicht gerade sehr ästhetisch 😉 Heute bin ich aber schon in dem Stadium, dass sich die Haut schuppt und nicht mehr nässt! Also es wird. Ich bin zuversichtlich. Ich habe mir einen Schlapp-Sonnenhut besorgt, damit ich so wenig wie möglich Sonnencreme in mein Gesicht schmieren muss.

Klar, wir waren auch schon Essen und Einkaufen. Ich hab nicht schlecht gestaunt, wie hier in den Supermärkten das eh schon große Sortiment allen möglichen allergiefreien Lebensmitteln aufgerüstet wurde. Mandelmilch gabe es ja schon immer, aber jetzt gibt es unglaublich viele Pflanzenmilchsorten, das Sortiment an glutenfreien Lebensmitteln ist nochmal erweitert worden und vegan war ja eh nie ein Problem hier. Gluten ist aktuell ein großes Thema auf Jamaika. Ich sehe es in den Magazinen und Tageszeitungen. Es wird vor amerikanischen Produkten gewarnt und auf einheimische hingewiesen. Ich kann es selbst nur bestätigen, interessanterweise vertrage ich einheimischen Weizen in gewissem Maß ganz gut. Zu Hause brauche ich da nicht dran zu denken. Da geht ein wenig Dinkel. Guckt mal, hier ein paar Fotos von meinen Streifzügen (ist nicht alles ganz ernst gemeint):

Essenstechnisch sind wir immer auf der Suche nach dem authentischen Essen. Morgens sind wir ja bestens versorgt durch Angela und Donna. Mittags holen wir uns oft nur ne Suppe oder was anderes Schnelles . Es gibt Straßenstände und jeder bessere Supermarkt hat eine Küche mit Tagesangeboten. Die Gerichte sind nie industriell zubereitet und sehr lecker und total günstig. Die Auswahl ist meist völlig ausreichend. Na klar, wer Fleisch mag, ist bei den Jerk-Buden bestens aufgehoben. Da bekommt man aber als Veggie auch immer was. Die Beilagen sind genial, es gibt immer Festivals (das sind gebackene, längliche Teigteile), Sweet Potatoes, Sweet Potatoe Fries, Patties, verschiedene Salate, etc.
Wer vegan unterwegs ist, auch kein Problem. Einfach zu den Rasta-Restaurants oder Imbissen gehen. Rastas essen ital und ital ist vegan und sehr oft glutenfrei. So bekommt man eh in jedem Restaurant auch immer vegetarisches oder veganes Essen, das ist auf Jamaika recht normal. Glutenfrei geht auch sehr gut, da viele einheimische Gerichte von Haus aus glutenfrei sind. Es wird auch viel mit Mais- und Maniokmehl gekocht. Bammys sind sehr beliebt auf Jamaika, sie bestehen wie schon geschrieben aus Maniok, sind also glutenfrei. Sie werden in Wasser oder Milch eingeweicht und dann weiterverarbeitet. Ihr müsst nur sagen, in was sie eingeweicht werden sollen. Die Jamaikaner nehmen unglaubliche Rücksicht auf Allergien oder andere Einschränkungen. Diese Erfahrung habe ich alle Jahre gemacht. Wenn man nachfragt und sagt, man ist gegen XYZ allergisch, wird das sofort ernst genommen. Es ist auch gar keine Problem darum zu bitten, dass eine Pfanne nochmal exra gereinigt wird, z. B. bei Zöliakie. Da in fast allen Restaurants alles immer frisch zubreitet wird, kann darauf Einfluss genommen werden. Ich wusste ja 3 Jahre lang selbst nicht, ob ich Zöliakie habe oder nicht (habe ich glücklicherweise nicht), daher hab ich das schon alles ausprobiert. Sicher, man kann immer auf die Nase fallen, das kann man zu Hause aber auch ;).
Die Jamaikaner lieben ihr Jerk! Sie sind in meinen Augen eh die BBQ-Weltmeister, nach wie vor. Die meisten Jamaikaner haben Hühner in ihren Gärten und versorgen sich selbst. Hier eine kleine Liste mit Erfahrungen bislang:

  • Progressive Supermarket im Fairview Center hat tägliche Gerichte, sehr günstig und lecker
  • Pork Pit am Ende des Hip Strips, exzellentes Jerk und die besten Festivals, die ich bislang gegessen habe.
  • Wer Lust auf Eis hat, das Tutti Frutti ebenfalls im Fairview Center hat unglaubliche Frozen Yoghurt-Automaten für die unterschiedlichsten Bedürfnisse. Alle Sorten sind gekennzeichnet, lacotse free, gluten free, soy free, etc. Das Personal ist sehr hilfsbereit.
  • Pelican Restaurant auf dem Hipstrip
  • Butterflake Bakery, Mobay Center, super Patties und mega Kuchen und Torten. Laut Mobaylern die beste Bäkerei der Stadt 🙂 Ein Patty kostet von 45 – 80 Jamaika Dollar, das sind 40 – 75 Euro-Cent. Es kommt auf Füllung an. Veggie ist das Günstigste.
  • Millenium Vicotry, Mobay Center, Rasta-Restaurant mit ober leckerem ital food.
  • Das Jerkys auch auf dem Fairview Gelände war mal super, hat aber leider stark nachgelassen. Ich bin da immer hin wegen der genialen Sweet Poatoes Fries. Die sind jetzt leider aus dem Päckchen. Schade. Aber egal, es gibt genügend Auswahl.

Hier wieder ein paar Impressionen. Auch von Montego Bay. Das Wetter war gestern leider immer am wanken und schwanken, so ist der Himmel echt dunkel. Das Brötchen, das neben der Suppe liegt, ist auch Maismehl und Kartoffeln, es ist vegan und glutenfrei. Wenn man etwas achtet, findet man wirklich zur individuellen Ernährungsweise passenden Lebensmittel.  Mein Mann und ich ernähren uns ja doch recht unterschiedlich, wir haben auf der Insel aber nie ein Problem. Für jeden ist etwas geboten.

So, das war mein erster Bericht. Ich verabschiede mit mit meiner Schachbrettbluse zum Schachbrettboden für heute. Morgen verlassen wir Mobay und fahren nach Ocho Rios. Ich bin schon gespannt. Wir wollen dem Ort noch eine Chance geben. Letztes Mal hatte es uns nicht so gut gefallen.
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Ach ja, die Überschrift lautet ja noch „andere Kleinigkeiten“. Wir haben uns vor unserer Abreise schon echt gewundert, warum unsere Koffer so leer sind. Hahaaaaa, wir haben echt die Hälfte vergessen. Aber macht echt nix. Das kommt davon, wenn man mitten in der Nacht total übermüdet packt. Ein paar Dinge kauften wir hier und am Flughafen FFM nach, aber alles nix dramatisches.

 

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