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Eine Essenseinladung bei Ernährungseinschränkungen – was nun?

Essenseinladung und Ernährungseinschränkungen

Es ist immer toll, eine Essenseinladung zu erhalten – eigentlich. Sobald man aber unter Allergien und Intoleranzen leidet, ist das Thema schon nicht mehr so unbeschwert und einfach. Denn wie kommunizieren wir am besten, dass wir in unserer Ernährung eingeschränkt sind? Wie werden alle Essenseinladungen zum vollen Erfolg? Damit du Einladungen unbeschwert(er) annehmen kannst, möchte ich dir heute meine besten Tipps für gelungene Einladungen weitergeben.


Das Thema ist vor allem dann bewegend, wenn uns neue Freunde und Bekannte oder sogar der Chef zum Essen einlädt. Oder wenn die betroffenen Kinder zum Essen eigeladen werden. Deswegen ist gute Kommunikation das Wichtigste, wenn es um Einladungen geht.

Der wichtigste Tipp: Positiv drangehen!

Allergien, Intoleranzen und Unverträglichkeiten sind mittlerweile sehr stark verbreitet und das Thema ist in einem großen Teil unserer Gesellschaft bereits angekommen. Fast immer ist mindestens noch eine weitere Person in gemütlichen runden vertreten, die ebenfalls Ernährungseinschränkungen hat. Deswegen solltest du immer positiv an das Thema herangehen und musst auch keine grundsätzliche Angst vor Ablehnung haben.

Die Essenseinladung von guten Freunden

Je tiefer die Freundschaft, desto einfacher ist es, ganz ehrlich und offen zu sein, oder? Und dabei kommt es ja gar nicht unbedingt auf die Länge der Freundschaft an. Wenn du dich mit Personen ganz frei und unbefangen fühlst, kannst du ihnen ganz easy erzählen, welche Einschränkungen du hast. Am besten gehst du so früh wie möglich, z. B. mit der Annahme der Einladung, auf sie zu und fragst, welche Speisen sie für euer gemeinsames Essen geplant haben. Gute Freunde wissen wahrscheinlich eh schon, dass du Intoleranz-, Allergie-, Gluten- oder Zöliakie-Thematiken hast, die sie bedenken müssen. Wahrscheinlich kennen sie auch die Konsequenzen, die ein ernährungstechnischer Fehltritt für dich hat, schon. Und sie wollen, dass alles gut geht, alle Spaß haben und vor allem: Dass du die Einladung problemlos annehmen kannst.

Um das gemeinsame Essen perfekt vorzubereiten, solltet ihr das Menü zusammen durchgehen. Wenn du nur einzelne Zutaten nicht verträgst, könnt ihr zusammen überlegen, welche Zutatenalternativen gut passen würden und für alle eingeladenen Gäste verträglich sind. Bei starken Allergien wie Nussallergien oder bei Erkrankungen wie Zöliakie ist es wichtig, dass zur Zubereitung der Speisen keine kontaminierten Küchenutensilien und Geräte verwendet werden. Vor allem Küchenutensilien aus Holz sind eine Kontaminationsquelle, da sich Gluten in Ritzen versteckt. Als Lösung könntest du beispielsweise dein eigenes Küchenequipment an deine Freunde verleihen. Mehr zum Thema Gluten-Kontamination und wie du sie vermeiden kannst, findest du in meinem Artikel dazu.

Du verträgst ein komplettes, geplantes Gericht nicht? Dann biete doch einfach an, etwas Selbstgekochtes mitzubringen! Auch toll ist es, gemeinsam verträgliche Gerichte zuzubereiten.

Eine Essenseinladung von neuen Freunden, Bekannten & Kollegen

Etwas schwieriger wird es schon, wenn man sich noch nicht ganz so gut kennt, in einem eher professionellen Verhältnis zueinander steht oder aus anderen Gründen Hemmungen hat, alle Nahrungsmitteleinschränkungen auf den Tisch zu bringen. Da gibt’s leider nur zwei Lösungen: Die Essenseinladung ablehnen oder sich öffnen und transparent sein. Leichter gesagt als getan, ich weiß, aber anders geht es nicht.

Genau wie bei guten Freunden solltest du auch bei dir nicht so nahestehenden Menschen so früh wie möglich auf sie zugehen und mit ihnen über das Menü sprechen. Aber anders als bei guten Freunden ist hier etwas mehr Fingerspitzengefühl und eine große Portion Mut gefragt. Und das ist gar nicht so easy, gerade bei geschäftlichen Einladungen oder ganz am Anfang einer neune Freundschaft. Das Gleiche gilt, wenn Kinder zu Partys eingeladen werden – da kennt man die Gastgeber ja gar nicht immer so gut.

Das ist ein Gespräch, das du am besten persönlich oder telefonisch führen solltest und nicht per E-Mail oder WhatsApp. So kannst du nämlich viel besser herausfinden, wie die Einstellung deines Gegenübers zu Ernährungseinschränkungen ist. Denn leider sehen ja nicht alle Menschen diese Form medizinischer Notwendigkeiten tatsächlich als notwendig an. Am besten beginnst du das Gespräch damit, dass du dich für die Einladung bedankst – dann solltest du aber auch ganz schnell auf das Thema Einschränkungen zu sprechen kommen. Erzähl nicht so viel, sondern bleib am besten recht kurz und klar bei den Dingen, die du nicht verträgst. Es kann sein, dass dein Gesprächspartner noch keine Erfahrungen mit Ernährungseinschränkungen hat. Du musst aber vorab nicht ins Detail gehen – wenn das Gespräch dann am Tag der Essenseinladung nochmal aufkommt, kannst du ja live und in Farbe alle offenen Fragen beantworten.


So beginnst du das Gespräch

Fang am besten damit an, dich für die Einladung zu bedanken. Danach kannst du nach dem geplanten Menü fragen und auf deine Einschränkungen eingehen. So zum Beispiel:

„Vielen lieben Dank für deine/Ihre Einladung! Ich würde ihr sehr gerne nachkommen. Könnten wir im Vorfeld vielleicht kurz über das geplante Menü sprechen? Ich habe ein paar Einschränkungen in der Ernährung. Daher würde ich gerne die Menükomponenten abklären, damit ich mich darauf einstellen kann.“

Auf irritierte Reaktionen reagieren

An der Reaktion deiner Gesprächspartnerin oder deines Gesprächspartners merkst du sofort, wie die Einstellung zum Thema Nahrungsmitteleinschränkungen ist. Wenn du merkst, dass sie oder er eher ablehnend auf deine Bitte reagiert, dann lass dir einfach das Menü geben und entscheide im Anschluss, ob du die Essenseinladung tatsächlich wahrnehmen kannst. Vielleicht ist es ja möglich, dass du einen Teil des Menüs auslassen kannst. Am besten sagst du das auch vorab im Gespräch, damit die Gastgeberin oder der Gastgeber nicht unvorbereitet ist. Wenn du dir ein glutenfreies Brot oder glutenfreien Kuchen mitbringen möchtest, solltest du das unbedingt vorher mit der einladenden Person abklären. Das kann sonst schnell seltsam wirken. So oder so: Wenn du vor Ort bist und Teile des Essens nicht essen kannst, ist es möglich, dass das auffällt und direkt zum Gesprächsthema wird.

Auf positive Reaktionen reagieren

Ist deine Gesprächspartnerin oder dein Gesprächspartner schon vorab total offen für deine Ernährungseinschränkungen, geh ruhig einfach mal das ganze Menü durch. Wenn dir Zutaten auffallen, die du nicht verträgst, kannst du Zutatenalternativen vorschlagen – denn du weißt am besten, was du verträgst und was nicht. Gastgeber*innen sind oft sehr dankbar für alle Hilfen, denn viele kennen sich mit dem Thema gar nicht auch, wollen aber allen Gästen gerecht werden. Du kannst auch anbieten, selber etwas mitzubringen, wenn du das Gefühl hast, dass dein Angebot willkommen ist.

Es ist übrigens gar nicht so unwahrscheinlich, dass du beim Zusammensein mit neuen Freunden, Bekannten und Kollegen merkst, dass du nicht allein bist mit deinen Einschränkungen. Mir ist es jedenfalls schon häufig passiert, dass ich nicht die Einzige am Tisch war, die dieses oder jenes nicht essen konnte. Allerdings achte ich auch immer darauf, dass das Thema Ernährungseinschränkungen, wenn es einmal aufgekommen ist, nicht die ganze Veranstaltung dominiert – es gibt ja doch schönere Themen, nicht wahr?

Ein besonderer Fall: Kinderpartys

Kindergeburtstage & Co. sind noch mal etwas anders. Aber auch hier kommt es auf die richtige Kommunikation an. Es ist wichtig, dass du mit den Gastgebereltern darüber sprichst, welche Dinge dein Kind essen darf und welche nicht. Eventuell kannst du auch anbieten, für dein Kind eigenes Essen mitzubringen.

Wenn die Allergien extrem sind, z. B. eine starke Erdnuss-Allergie vorliegt, solltest du auch das mit den Eltern vorab genau klären. Auch über Snacks sollten dann gesprochen werden: Erdnussflips sind ja total beliebt auf Kinderfeiern! Schlag einfach Alternativen vor, es gibt ja mittlerweile ganz viele tolle Knabbereien.

Oft haben die einladenden Eltern noch gar keine Erfahrung mit dem Thema Allergien, Intoleranzen und Unverträglichkeiten und sind dankbar für jeden Tipp. Das ist natürlich auch nur dann der Fall, wenn sie Verständnis dafür haben.

Jedenfalls ist es mit der richtigen Kommunikation kein Problem, dass dein Kind mit Freunden feiern kann!

Essenseinladungen absagen

Wenn alle Stricke reißen, kannst du eine Essenseinladung natürlich auch absagen. Das mache ich mittlerweile nur noch sehr selten, aber es gehört eben auch eine große Portion Mut dazu, alle Ernährungseinschränkungen auf den Tisch zu bringen. Wenn es dann doch mal nicht klappen sollte, z. B. weil der organisatorische Aufwand für die Einladenden zu groß wäre, ist mein bester Tipp: Eine Gegeneinladung aussprechen! Nur weil ein gemeinsames Essen nicht geklappt hat, heißt das ja nicht, dass es kein weiteres geben kann.

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6 Kommentare
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Anonym

Vielen Dank für die guten Tipps! Eine Situation, die nicht aufgeführt ist, finde ich besonders schwierig: Partys, bei denen jeder etwas mitbringt. Da weiß man nie, was wirklich drin ist. Deshalb bin ich dazu über gegangen, mir mein eigenes Essen mitzubringen. Finde das aber sehr schade, weil es dann so viele leckere Sachen gibt, von denen ich nichts probieren kann.

Sabrina

Das stimmt, Partys, bei denen alle was mitbringen, sind nochmal schwieriger als „normale“ Partys mit vom Gastgeber gekochtem Menü. Das ist wirklich schade, aber ich finde es toll, dass du eine Lösung für dich gefunden hast 🥰

Ganz liebe Grüße

Sabrina vom KochTrotz-Team

Nora

Hallo! Das sind für mich tatsächlich die Einladungen, bei denen ich am wenigsten auffalle 😀 Ich bin gerne bereit, zu einem Buffet beizutragen und mache dann ein paar Gerichte für alle. Und oft picke ich mir noch ein paar Sachen von anderen raus, die ich vertrage.

Feste Speisen-Abfolgen finde ich schwieriger, da waren schon einige Gastgeber beleidigt, wenn ich sie angesprochen habe. Meine Eltern haben z.B. einige Bekannte, die nicht mal mit Vegetariern umgehen können: „Das Fleisch ist vom Metzger unseres Vertrauens, ich kannte die Kuh sogar persönlich. Absolut vegetarisch!“ Wenn man dann noch mit Laktose- und Histamin-Intoleranzen um die Ecke kommt… „Nee, Milch ist keine drin! Nur Schmand und Sahne.“ Ah, da krieg ich oft die Krise.
Oder die Tante, die auf alles vorbereitet ist… und dann völlig vergisst, dass sie mich eingeladen hat und „normal“ gekocht hat.

Das sind dann eher die Fälle, bei denen mir der Hut hoch geht…

Sabrina

Ich kann gut verstehen, dass dir da der Hut hoch geht – aber bei der vegetarischen Kuh musste ich gerade sehr, sehr laut lachen 😅

Bei den Mitbring-Parties dachte ich gerade eher an das Thema Kontamination und deswegen an die Schwierigkeiten – wenn alles auf einem Tisch steht und Kontamination ein Problem ist, wird’s ja schon komplizierter. Aber so, wie du es beschreibst, klingt’s wirklich gut! Wie reagieren denn Nicht-Allergiker*innen auf deine mitgebrachten Speisen? 🙂

Tanja

Hallo Steffi oh ich kenne diese Situation sehr gut. So oft habe ich nur gekochte Kartoffeln und frische Gurke gegessen wenn ich um Essen selbst nicht gekümmert habe. Und alle wissen Bescheid was ich nicht essen kann. Na ja Erklärung bringt nichts. Oft höre ich wie schwierig ist mit mir, kann ich einfach ein paar Tabletten nehmen. Bleibt nur alles mitnehmen Salat und Hauptgericht und Getränke.
LG Tanja

Sabrina

Liebe Tanja,

auweia, das ist aber keine schöne Situation! Tut mir leid, dass es bei dir so schwierig läuft. Aber ich freue mich, dass du eine Lösung für dich gefunden hast 🥰

Liebe Grüße

Sabrina vom KochTrotz-Team

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