Reisebericht Belgrad und Novi Sad | Juli 2017 | Allergiker werden ernst genommen | glutenfrei kein Problem

Reisbericht Belgrad und Novi Sad | Juli 2016

Endlich komme ich dazu, euch ein wenig von Serbien und der Heimatstadt meines Mannes, meinem geliebten Hubby zu erzählen. Der Hubby ist nämlich in Belgrad zu Hause und hat auch einen serbischen Pass. Jaja, die Steffi KochTrotz ist mit einem Aussengeländer verheiratet – LACH! Hier mein erster Reisebericht Belgrad und Novi Sad | Juli 2016. In 2016 waren wir nämlich gleich mehrmals das und ich werde noch einen zweiten Reisebericht verfassen. Dieser ist jetzt schon so arg lang geworden 😉

Juli ist nicht gerade meine präferierte Reisezeit um nach Belgrad zu reisen. Es ist einfach extrem heiss. Aber was muss das muss 🙂 Es gibt allerdings auch genügend Möglichkeiten der Hitze zu entfliehen.

Belgrad und auch Novi Sad sind jetzt vermutlich nicht gerade die mega Hotspots in Europa. Allerdings hat Belgrad alles zu bieten was so ein Hotspot braucht und noch einiges mehr. Novi Sad ist einfach nur gemütlich als Tourist und auch sehr schön. Novi Sad ist ein Studentenstadt während Belgrad als Hauptstadt von Serbien eher als Metropole fungiert.

Flüge nach Belgrad

Die Anreise nach Belgrad ist easy. Von Deutschland aus fliegt man gute 2 Stunden mit einem Direktflug. Das kann ich auch nur empfehlen. Alles andere ist strapaziös. Air Serbia fliegt einen ganz angenehm in die Hauptstadt von Serbien. An Board gibt es beste Verpflegung! Echt unglaublich, das da auf einem 2 Stunden-Flug so alles aufgefahren wird. Ich bin jedes Mal baff.  Wer da vorher was isst, ist selbst schuld! Natürlich ist glutenfrei kein Thema, das klappt wie am Schnürchen (mit Vorbestellung).

Belgrad

Belgrad ist ist eine Stadt im Umbruch, Aufbruch, ständiger Bewegung oder voller Widersprüche. All das trifft zu und noch viel mehr. Du bist mitten in der City, der krasseste Trubel – dann fährst Du 15 Minuten und bist zwar immer noch in Belgrad aber in der totalen Idylle, es ist grün und der Verkehr ist weg. Das mag ich sehr. In der Innenstadt von Belgrad stehen wunderschöne alte und restaurierte Gebäude. aber auch mit Gebäude, die einfach nach dem letzten Krieg zerbombt und quasi als Mahnmal stehen gelassen wurden. Das nächste Mal fotografiere ich die kaputten Gebäude. Bislang habe ich das nicht getan. Ihr könnt in Belgrad Kultur ohne Ende erleben, Museen besuchen, Ausstellungen besuchen oder euch dem Trubel der Stadt hingeben. Ihr findet unheimlich viel Kreatives in der Stadt, egal ob junge Deisgnbüros oder kleine Ausstellungen. Die Kreativ- und Kunstszene von Belgrad ist wirklich beeindruckend. Irgendwo findet immer ein Markt statt, den es zu besuchen lohnt. Euch tun gerade die Füsse weh vom vielen Laufen? An der Savamala, direkt am Wasser an der Save, findet ihr Cafés und Restaurants ohne Ende zum Verweilen.

Für Termine, Lifestyle, City Guide, Restaurant- und Hoteltips, aktuelle Berichte zu Belgrad kann ich euch die Website „STILL IN BELGRADE“ empfehlen.

Unterkünfte und Essen

Die Menschen im Balkan sind ja alle sehr gastfreundlich, Serbien ist da keine Ausnahme. Guckt euch bitte mal das Frühstück an, das es jeden Morgen im Hotel gab. Krasse Sache oder? Wohl gemerkt, das ist jetzt kein upperclass Hotel sondern ein – wir übernachten für 50 € die Nacht – Mittelklasse Hotel.

Glutenfrei ist natürlich auch so gar kein Problem. Das ist aber in ganz Belgrad so. Es hat schon große Vorteile wenn ein Land den Aufstieg einen Weltklasse Tennisspielers begleitet und der sich dann irgendwann glutenfrei ernähren muss. Das Einzige was man häufig in Hotels machen muss, die glutenfreie Ernährung bei der Buchung angeben. Dann wird nämlich täglich frisch für das Frühstück gebacken. Ist ja auch nicht gerade soooooo schlecht oder? Unsere Erfahrung ist, dass das Personal in der Gastronomie und Hotelerie genau weiß was zu tun ist wenn Allergien oder Unverträglichkeiten angegeben werden. Kommen merkwürdige/unwissende Fragen, dann besser lassen. Das habe ich inzwischen in so vielen Restaurants weltweit erfahren. Da war laktosefrei auf der Karte vermerkt und „man“ hatte null Plan. Klar, das passiert einem überall auf der Welt mal, auch daheim. Nicht daran zu denken, wenn man eine chronische Krankheit oder gar eine hypersensible Allergie hat! Finger weg und selbst schnell weg, das ist meine Devise. In Belgrad haben wir übrigens einige Male im 88 Rooms übernachtet. Das nächste Mal probieren wir ein anderes Hotel (es gibt so viele Tolle – oder die Familie 🙂 )

Für aktuelle Infos empfehle ich wie fast immer Tripadvisor.

Zemun und die Märkte

Was ich auch seeeeehr liebe in und um Belgrad sind die Märkte. Ich fahre gerne nach Zemun raus. Das ist ein Stadtteil von Belgrad, der etwas ausserhalb ist. Zemun ist soooooo schön. Der Markt ist der Hammer! Überhaupt könnte ich in Zemun wohnen. Da gefällt es mir echt gut. Kleiner Stadteil, super gepflegt, schöne Bauten und direkt am Wasser! Auf dem Markt schaust Du einfach was Dir gefällt und handelst einen Preis aus. Industrielle Ware ist sooooo einfach von Bauernware zu unterscheiden. Da braucht es keine großen Kenntnisse. Nahezu alles was die Bauern dort verkaufen ist auch sehr ursprünglich, sprich nicht behandelt. Sie haben weder Geld für Pestizide, noch sind sie damit aufgewachsen. Ich habe mehrfach nachgefragt ob die Waren behandelt wurden. Oh je, ich habe mir immer mehr oder minder großen Ärger deshalb einfangen – also nein! In Zemun kann man auch soooooo wunderschön am Wasser sitzen und relaxen. Wisst ihr was noch genialer ist? Auf der anderen Seite der Donau sind nicht nur total schöne Häuschen, es gibt auch tolle Restaurants. Man setzt sich einfach in eines der Cafés und fragt sich so durch was man gerne essen mag und dann wird man übergesetzt. Das finde ich ja großartigst! Übrigens, fast alle Menschen in und um Belgrad sprechen englisch oder auch deutsch.  Hier seht, so schön ist vor allem der Markt in Zemun:

Ich schleppe jedes Mal gefühlte Tonnen von Mandeln, Haselnüssen, Pistazien, getrockneten Früchten aller Art mit nach Düsseldorf.  Mich befällt immer so eine Art Goldgräber-Stimmung wenn ich über die Märkte ziehe. Lange wusste ich zum Beispiel nicht, dass in Serbien Mandeln wachsen. Dort ist gar kein Geld um die Bäume bestäuben zu lassen. Das Meiste was am Markt angeboten wird ist einfach natürlich. Das liebe ich so sehr! Die Umgebung von Belgrad und die Stadt selbst wäre für mich auf jeden Fall ein Ort, der für mich lebenswert wäre. Im Winter ist es halt bitterkalt! Aber das kenne ich ja aus meiner Heimat Süddeutschland. 🙂

Lebensmittel und Einkäufe

Da war ich ja mehr als baff. Ladenschlusszeiten wie wir sie kennen gibt es in ganz Serbien seit Jahren nicht mehr. Dementsprechend ist nahezu alles allseits verfügbar. Schon krass! Selbst in Berlin ist das nicht so. In ganz Serbien gibt es Einkaufszentren die 24/7 geöffnet haben. Was ein Luxus! Hier erst einmal ein paar Impressionen. Ich sende voraus, es gibt alles! Echt egal was! Laktosefrei, vegan, bio, … alles da. „Bez“ heisst übrigens „ohne“. Also wenn irgendwo zum Beispiel „bez laktose“ steht, dann ist das Produkt laktosefrei.

Einzig laktosefrei in der Form wie wir es kennen und in der Vielfalt werden keine laktosefreien Produkte angeboten. Bei einem späteren Besuch in Belgrad in 2017 war ich sooooo baff! Da standen tatsächlich fructosearme, laktosefreie und glutenfreie Kekse im Regal. Ich hab mich fast nicht mehr einbekommen. Der Inhaber allerdings auch nicht und hat mich hochkant hinaus katapultiert weil ich Fotos machte.

Allergenarm unterwegs

Was mir soooooo positiv aufgefallen ist, sind so Straßenstände und Eiscafés wie zum Beispiel dieses hier, mitten in der Fussgängerzone und Altstadt von Belgrad:

Für alle gibt es etwas und es schmeckt vor allem gut und macht kein Bauchweh oder Schlimmeres.

Foodszene Belgrad – wow!

Tja, da kann ich nur sagen die gastronomische Seite von Belgrad ist ein Traum! Es gibt jede Küche dieser Welt. Die interessiert mich allerdings nicht soooo sehr wie die einheimische Küche. Diese könnt ihr ganz klassisch kennenlernen oder auch modern interpretiert. Die Restaurantszene ist extrem schnelllebig. Daher schaut euch besser auf den Webportalen wie bspw. Tripadvisor um. Für einige Restaurants ist es sinnvoll einen Tisch vorab zu reservieren. Das macht gerne euer Hotel für euch.

Ich stelle gerade fest, ich habe so gut wie keine Fotos von unseren Restaurantbesuchen gemacht? Äh, was war da denn los? Zu hungrig? Merkwürdig. Wir haben allerdings auch oft bei der Tante meines Mannes gegessen. Ich bin mir allerdings sicher, bei späteren Besuchen habe ich mehr Fotos von unserem Essen gemacht.

Eines meiner Lieblingsrestaurants ist das Tre. Das muss man nur finden. Es ist im Hinterhof und man geht durch den normalen Hauseingang eine Mehrfamilienhauses. Natürlich steht aussen nichts dran. Aber genau solche Restaurants gibt es in Belgrad häufiger. Das wird einfach was eröffnet. Mal sehen, ob es das Tre noch gibt, wenn ich jetzt an Ostern wieder in Belgrad bin.

In der ganzen Stadt gibt es natürlich die leckersten Bäckereien (nicht glutenfrei). Die haben sooooo leckere Backwaren und wenn man über ein schmales Budget verfügt ist das eine gute Alternative. Im Sommer sind natürlich alle an der Ada Ciganlia. Dort ist es proppenvoll, das muss man mögen. Aber es gibt auch leckere Restaurants und dort im Schatten und meist auch Platz. Letzten Sommer war überall das Teppanyaki-Eis der Renner in Belgrad. Ich sag ja, es gibt echt alles!

In Belgrad gibt es natürlich auch Food Festivals! Eines davon haben wir besucht, es war der Food-Night-Market. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eine ganz wundervolle Mischung aus allem was die Foodszene aktuell so hergibt!

Wir haben dann immer noch das Kontrastprogramm zur hippen Szene in Belgrad, nämlich die Besuche und das Essen bei der Tante Mira. Wir lieben unseren Stunden dort. Alles ist so ursprünglich, handfest und natürlich. Tante Mira lebt in einem der ländlicheren Stadtteile von Belgrad. Auf dem Grundstück ihres Geburtshauses pflanzt sie noch sehr viel selbst an, hat einen großen Obstbaumbestand und Hühner. In der alten Küchen wird noch jedes Jahr auf ganz klassische Art Ajvar produziert.  An diesem Ort steht echt die Zeit still! Schaut selbst. Was sie selbst nicht anbaut tauscht sie mit den Nachgarn. Jeder hat etwas und gibt etwas. Ein super System! Natürlich wird für den Winter noch sehr viel eingemacht damit man nicht so viel teures kaufen muss. Von Tante Mira kann ich noch sehr viel lernen! So sieht es dann bei Tante Mira aus:

Toller Ausflug nach Avala

Avala ist der sogenannte Hausberg von Belgrad. Gerade in der heißen Sommerzeit ist ein Ausflug dorthin fast schon eine Wohltat. Dort ist es nämlich nicht soooo heiß! Man hat einen umwerfenden Blick von dort aus. Natürlich gibt es auch lecker Essen.

Ausflug nach Novi Sad

Novi Sad ist circa 1,5 Autostunden von Belgrad entfernt. Ein kleineres Städtchen mit unglaublichem Flair. Super gepflegt ist Novi Sad und einen Tagesausflug wert. Ich empfehle auch die Burg zu besichtigen. Dort oben ist es super schön! Als wir dort waren, ist gerade das berühmte Exit-Festival vorbereitet worden. Das Exit-Festival ist für Liebhaber der elektronischen Musik ein echtes Highlight.  Es findet jedes Jahr in Novi Sad statt und hat ein LineUp, das seinesgleichen sucht. Die Universität von Novi Sad ist recht bekannt und gut, daher leben viele Studenten in der Stadt. Alles in allem ein quirliges  Städtchen mit netten Cafés und Restaurants. Die Kunst kommt in Novi Sad auch nicht zu kurz. Es gibt immer tolle und auch sehr moderne Ausstellungen und Projekte.

Die Preise in Serbien

Da werdet ihr euch freuen! Alles ist günstiger als hier, lediglich „moderne Lebensmittel“ wie Superfoods, Mandelmilch, etc. sind gleicht teuer. Essen, gehen, mal nen Kaffee oder ne Limo trinken und alle üblichen Lebenshaltungskosten liegen deutlich unter unseren Kosten. Hotels sind ebenfalls günstiger. Einzig Mietwagen sind recht teuer. Für die Stadt braucht ihr keinen Mietwagen. Der lohnt sich erst wenn ich euch ausserhalb bewegen wollt. In der Stadt fahren öffentliche Verkehrsmittel. Taxifahren ist für unsere Verhältnisse auch sehr günstig.

Ganz schön lang ist er geworden mein Belgrad und Novi Sad | Juli 2016. Ich kann euch nur empfehlen, einmal Serbien zu besuchen. Gerade Belgrad ist optimal für einen 3 -5 Tages-Citytrip.

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