Kurz vorab: Ich hab Euch hier ne Bildergalerie eingerichtet, es sind doch viele Fotos zusammen gekommen. Es sind nicht alle von bester Qualität, weil teilweise nachts ohne Blitz oder mit dem iPhone geschossen oder gar heimlich. Aber es geht ja um den Eindruck :).

In meinen vorangegangen Berichten und meiner Fanpage auf Facebook konntet Ihr ja schon viele Fotos von der Insel und unseren Erlebnissen sehen und lesen. Als letztes und inzwischen auch wieder zu Hause angekommen, berichte ich noch über das Essen und die Lebensmittel auf Sansibar.
Ich habe ja so einige Lebensmittel-Allergien und dazu noch eine Histamin-, Laktose-, Fruktose- und Sorbit-Intoleranz und eine schwache Gluten-Unverträglichkeit. Was mich alles nicht abhält, trotzdem meinem liebsten Hobby, dem Reisen nachzugehen :).

Anreise
Für die Anreise- und Rückreise nach Sansibar habe ich 2 rare Plätze in der Condor-Maschine ergattert. Nur Condor fliegt ab Frankfurt direkt nach Sansibar einmal die Woche. Da ich immer große Schwierigkeiten mit dem Flugzeug-Essen habe, war es uns recht egal, dass der Flug etwas teurer war, wir aber dafür nicht wie üblicherweise 2 Mal umsteigen mussten. Essen hatte ich vorbestellt und prompt wurde mit vegetarisches Essen mit Tofu vorgesetzt. Ich habe eine recht extreme Soja-Allergie. Also wieder was gelernt :). Meist ist es ja so, dass man nur zwischen laktose- oder glutenfrei wählen kann, aber dann doch ein komplett allergiearmes Essen bekommt. In diesem Fall sogar noch vegan. Ich hab auf langen Flügen eh immer mein eigenes Essen dabei, so auch in diesem Fall.  Das kann ich allen eh nur empfehlen.

Die Küche Sansibars ist ein wahres Paradies
Es gibt dort so ziemlich alles was ich echt gerne mag. Angefangen bei der kompletten Palette tropischer Früchte von Papaya, Mango, Sternfrucht, Guave, Ananas, Sour Soup, Jackfruit, etc., dann gibt es so ziemlich alle Gemüse, die wir in Europa auch haben und noch viel mehr wie Okraschoten, riesige Avokados, Maniok, viele verschieden Süßkartoffeln- und Kartoffel-Sorten, etc.
Obst und Gemüse für sich alleine genommen wären schon eine „fette“ Palette an Möglichkeiten.  Dann kommen noch die Fische und Krustentiere dazu, die im dortigen Gewässer zu Hause sind und viele verschiedene Fleischsorten. Über Geflügel, Rind, Lamm gibt es natürlich noch das afrikanische Angebot wie zum Beispiel Springbock.

Nicht alle Gemüsesorten- und Obstsorten gibt es das ganze Jahr über, das ist klar. Wollt Ihr einfach mal Obst essen, so könnt Ihr das entweder auf dem Markt kaufen oder an einem der unzähligen Stände am Straßenrand.

Die Küche selbst ist unglaublich vielfältig. Ich dachte immer, die Jamaikaner sind die Könige des Barbecue. Inzwischen bin ich mir da gar nicht mehr so sicher. Gegrillt wird überall auf Sansibar. Egal ob Fisch, Fleisch oder Gemüse. Dazu gibt es dann meist frittierte Yams, Maniok, Süßkartoffeln und verschiedene Sorten einer Art Kartoffel-Krokette (sehr schmackhaft).

Hier seht Ihr einen ganz typischen Straßenstand. Die gibt es auf der ganzen Insel nach Sonnenuntergang. Das Essen dort ist gut und sehr günstig. Für kleine Maus kann man sich hier sehr lecker satt essen.

Dann gibt es Curries in allen erdenklichen Varianten, Curries mit Kokosnuss, Curries mit Milch, Curries nur Gewürzen, …. und Stews – also Eintöpfe. Alle diese Gerichte schmecken einfach nur toll. Verwendet werden dafür nur lokale Zutaten und die Gewürze, die auf der Insel wachsen.

Werden mehrere Menschen bewirtet, also Buffet – sieht das so aus. Es gibt Tontöpfe und darunter befinden sich so eine Art Mini-Grill mit Kohle darin. Tolle Sache.

Auf dem Foto seht Ihr ein typisches Coco-Curry mit Tintenfisch.
Ich hab viel Tintenfisch gegessen. Meiner Meinung nach sind die Köche Sansibars die Weltmeister in der Zubereitung von Tintenfisch. Egal wie sie ihn zubereitet haben, er war immer köstlich.

Unten auf dem Foto sieht man gegrillten Oktopus vom Strassenstand. Mit der Beste, den ich während des Urlaubs gegessen habe. Manchmal sehen die gegrillten Sachen etwas dunkel aus. Sie sind nicht verbrannt, das scheinen die Gewürze zu sein.

Die einheimische Küche bietet also Eintöpfe und Grillgerichte mit arabischen und asiatischem Einschlag. Sich da durch zu essen würde eigentlich schon den ganzen Urlaub andauern.

Dann kommen aber noch die ganzen Gerichte hinzu, die sich über die Jahre „dazu geschlichen“ haben. Vor allem Pizza und Pasta. Seit einigen Jahrzehnten leben viele Italiener auf der Insel und auch nach wie vor kommen sehr viele italienische Touristen nach Sansibar. Das hat Spuren hinterlassen :). Wir haben keine Karte in keinem Restaurant gefunden, wo sich nicht mindestens ein Pasta-Gericht darauf befand.
Über die Zeit haben sich lokale Pasta-Gerichte und Pizzen entwickelt. Pasta-Gerichte mit Fisch und Kokossaucen. Ich hab mal eins probiert und es war sehr gut.

Oben sieht man die lokale Pizza, die über die Jahre entstanden ist. Es gibt aber auch die italienische Pizza in den Restaurants.

Sushi scheint der neueste Schrei zu sein.

Sieht nicht nur sehr einladend aus, schmeckt auch vorzüglich. Allerdings würde ich dazu raten, Sushi an einem Tag ohne Stromausfall und an einem Ort des Vertrauens zu essen. Dazu später mehr.

Einer meiner persönlichen Favoriten ist der Papaya-Salat, den es fast überall gibt, von der grünen Papaya. Für mich ein tolles Gericht, weil die Papaya keine Fructose enthält.

Zum Frühstück gibt es immer Obst, Gemüse, Brot und Eier aller Art. Ich habe dann noch für mich „Ugali“ entdeckt. Ugali wird aus Maisgrieß und Kokosmilch gekocht. Sehr lecker.

So, das war ein kleiner Exkurs in ein Paradies von einer der tollsten Küchen, die ich jemals kennenlernen durfte.

Wie ist es mir ergangen: 
Kurz und knapp – gar nicht gut.

Am Anfang unserer Reise, die ersten 5 Tage war alles ganz prima. Wir waren ja die ersten vier Tage auf Chumbe Island. Dort war alles in Ordnung. Das Essen hat eine enorme Qualität und da der Strom dort selbst erzeugt wird, gab es auch keine Stromausfälle.

Danach sind wir ja auf Sansibar gereist, erst in den Süden, dann in den Norden und als letztes in den Westen.

Je länger wir reisten, desto schlechter ging es mir. Gegen Ende der Reise hatte ich einen schwächeren anaphylaktischen Schock. Schlimmeres konnte ich auch nur verhindern, in dem ich die Höchstdosis an Antihistaminika einnahm und quasi nur noch Geflügel mit Reis oder Kartoffeln ass.

Ich kann jetzt viele Vermutungen anstellen, warum ich das Essen immer schlechter vertragen habe. Es kann eine Kombination aus vielen Faktoren sein. Eine Sache spielt auf jeden Fall eine wichtige Rolle. Jeden Tag gibt es mindestens einen oder mehrere Stromausfälle und nicht immer funktionieren die Generatoren so wie sie sollen. Die Kühlketten sind also oft unterbrochen. Dann weiß man auch nie, wie die Wasserqualität war mit der der Reis gekocht wurde, das Gemüse gewaschen, etc.
Direkt zu Beginn der Reise habe ich schon bemerkt, dass ich dieses Mal nicht mal mit Fructosin ein wenig Mango essen kann. Das war auf Jamaika im Frühjahr dieses Jahres ganz anders.
Sicher isst man auch das ein oder andere Gericht, in dem Lebensmittel verarbeitet sind, die man nicht verträgt, es aber nicht weiß, z. B. Säure mit Limonen, laktose- und weizenhaltige Produkte.

Apropos Laktose-Intolernz- und Gluten-Intoleranz. Alle die mit einer oder beiden Intoleranzen eine Reise nach Sansibar erwägen. Es wird viel mit Milch gekocht und vor allem Milchpulver. Oft ist es den Menschen gar nicht bewusst. Da ist echt Vorsicht geboten und ich würde viele Laktose-Tabletten einpacken.

Mit einer Gluten-Intoleranz oder Zöliakie ist eine solche Reise auch nicht ohne. Es wird grundsätzlich Weizen verwendet für alles! Es gibt kein anderes Getreide auf der Insel. Ich konnte nur Ugali mit Maisgrieß morgens entdecken, selbst bei den Cornflakes ist Weizen drin.

Es gibt ganz selten Inhaltsangaben auf den Produkten. Meist ist ein schwarz-weiß-Zettel draufgeklebt, der schon 100mal kopiert wurde. Angaben zu den Inhaltsstoffen können so gut wie nie gemacht werden.

Ich habe in diesem Urlaub verbraucht:
60 Daosin (haben nicht ausgereicht, hatte zuwenig dabei)
40 Laktose-Tabletten
40 Fructose-Tabletten
40 Antihistaminika

Ich habe noch niemals zuvor solche Mengen an Medikamenten genommen.  Ich kann allen nur empfehlen, sollte Ihr eine Reise nach Sanisbar machen, füllt Eure Reiseapotheke gut auf. Es gibt dort nichts zu kaufen und schon gar nicht für Eure Intoleranzen.

Für mich habe ich während dieser Reise meine Grenzen erfahren.
Mein Fazit: Orte und Länder wie Sansibar sind wunderschön aber für mich mit meinen Intoleranzen nicht geeignet. Wir hatten eine tolle Reise, das auf jeden Fall. Für mich wird es keine Wiederholung geben und eine Safari, mit der ich geliebäugelt habe schon gar nicht.

Zum Abschluß noch ein echt schlechtes, aber lustiges Foto:

PS: Die nächste Reise steht schon. Über Weihnachten geht es ein paar Tage zum Relaxen nach Gran Canaria. Nächstes Jahr wird dann in Europa gereist, Frankreich und England stehen auf dem Plan.

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