QUAL, FORTSCHRITT, ERFOLG – Bald 4 JAHRE !!!

So, es ist an der Zeit, ein Resumé zu ziehen. Ich finde, es ist an der Zeit, Euch zu erzählen, wie es in den letzten Jahren gelaufen ist mit mir und all den Intoleranzen.

QUAL – ja, Qual erscheint mir ein doch adäquates Wort. QUAL, QUÄLEN, langes – teils jahrzehntelanges Leiden, teils unmenschliches Leiden,  jahrelange Suche, Suche überhaupt, Suchen nach Ursachen, auf der Suche abgestempelt werden als „Psycho“, als „Geisteskranker“, „Simulant“, „Hypochonder“, etc.
Sowieso sind wir Menschen mit Nahrungsmittel-Intoleranzen ja per se psychisch krank oder wollen mehr Aufmerksamkeit, etc. Jajajajaja, da fallen mir noch einige weitere unattraktive Ausdrücke und Beispiele ein, die ich mir jetzt verkneife! Jojo, das erlebt man dann so auf seiner Reise und der Suche nach Ursachen.
Ich hatte von Anfang an den Braten gerochen und mich direkt nach meinem ersten lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock auf eigene Recherche gegeben. Damals noch ohne Diagnose.

Das Gefühl von ‚ETWAS“ gequält zu werden, zu leiden, das Leben an sich beeinträchtigt zu fühlen, teils so gar nicht mal mehr so richtig lebensfähig zu sein ist gelinde gesagt Kacke!

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Eine noch viel größere Kacke ist es, wenn man erst einmal so gar nicht weiß was einem da diese fetten Probleme macht. Ich wußte erstmal nicht so recht, wo ansetzen. Es war klar, Auslöser sind Lebensmittel. Mehr wußte ich damals nicht.

Wenn man dann wie ich einige Wochen im Krankenhaus liegt, keine Ursachen gefunden werden und man ohne Diagnose mit einer sehr schlanken Lebensmittel-Liste an erlaubten Lebensmitteln (12 Stück) entlassen wird, dann hat man die Wahl – entweder weiter abzusteigen oder den Berg zu erklimmen. Zumindest es zu versuchen.

Tja, vom ersten Tag an nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus war mir klar – SO NICHT! Ich will weder mit 12 Lebensmitteln dauerhaft leben müssen noch Lebensqualität in großem Maße verlieren.
Diese Einstellung hat mir vom ersten Tag an geholfen. Sicherlich hat mir auch meine von Natur aus etwas revoluzzerische Persönlichkeit sehr geholfen.

Ich will jetzt gar nicht alle Jahre en Detail ausführen. Kurzum, es dauerte auch bei mir seine Zeit (2 Jahre), bis ich mich näherte, Ärzte fand, die die ersten Diagnosen stellten, ich meine Reise zu weiteren Ärzten antrat und schlussendlich „MEINE“ Ärztin fand.

Es gab Phasen, da dachte ich – mach besser keinen Test mehr, denn er ist sowieso positiv. Manchmal war es mir zuviel. Nach der einen Diagnose folgte die nächste und ich kam gar nicht mehr nach, mich einzulesen, neue Lebensmittellisten zu studieren und die neue Situation mit der Alten zu kombinieren.

Ich bin ja ein fixes Mädchen, doch teilweise fühlte ich mich etwas überfordert mit den stetig neuen Diagnosen. Als erstes wurde die Histamin-Intoleranz diagnostiziert, zusammen mit etlichen Lebensmittel-Allergien, danach wurden über einen Zeitraum von circa 12 Monaten weitere Nahrungsmittel-Allergien, Zöliakie (Gluten-Unverträglichkeit), Laktose-Intoleranz, Fructose-Intoleranz und eine Sorbit-Intoleranz diagnostiziert.

Fragt nicht wie oft ich dachte, UFF – was kommt jetzt denn noch so ???
Und ja, es gab Phasen in diesen Jahren, da konnte ich noch nicht mal die 12 Lebensmittel von meiner allerersten Liste essen, sondern nur noch 4 Lebensmittel. Kürbis, Reis, Pute und Süßkartoffeln gingen immer bei mir. Diese Phase gab es mehrfach über Monate. Nicht schön, aber auch zu diesen Phasen gibt es leckere Rezepte hier in meinem Blog.

Wenn Ihr lest, wo ich in den Jahren überall auf Reisen war, denkt Ihr vielleicht auch – man ist die bescheuert, das ist doch riskant??? Mag sein, aber ich brauchte die Reisen. Die brauchte ich genauso als Lebensenergie wie gutes Essen. Wie gut, dass ich auch schon davor kochen konnte und gutes Essen liebte. Möglicherweise haben genau diese beiden Aspekte mich immer wieder angetrieben, nicht locker zu lassen.
Meine Reisen haben mir auch meine Grenzen aufgewiesen. Auf Sansibar ging es mir sehr schlecht. Ich dachte darüber nach – wie komme ich hier weg. Andererseits zeigte mir Jamaika immer wieder, wie gut es einem gehen kann, wenn man relativ naturbelassene und wirklich frische Lebensmittel genießt.Steffi-Kochtrotz-fuck-you-1-7

Was bedeutet nicht locker lassen? Naja, das bedeutet immer wieder Lebensmittel auszuprobieren, wieder einen Schritt weiter zu gehen, auf seinen Körper zu hören, zu recherchieren, Darmsanierungen zu machen, den richtigen Arzt zu finden, aber auch zu lernen – wie man glutenfrei backen kann und zwar so, dass es auch schmeckt, laktosefrei-, histaminarm-, fructosearm & und sorbitfrei zu kochen, …

In 2012 habe ich mich auf HPU/KPU testen lassen. Ich hab ja schon geschrieben, ich hab immer weiter selbst recherchiert. Da es mir trotz jahrelanger strenger Diät teilweise immer noch sehr schlecht ging, kam diese Stoffwechselstörung mit all ihren Symptomen für mich in Frage. Ergebnis: Ja, ich habe Hämapyroollaktamurie und zwar volle Lotte.
Gut, einmal gewusst, dort angesetzt. Therapie begonnen und Rücksicht genommen. Von da an ging es aufwärts. Stetig aufwärts. Sogar so genial aufwärts, dass ich dieses Jahres, also Anfang 2013 meine Histamin-Intoleranz erneut testen lies, weil ich selbst den Eindruck hatte, ich kann fast alles wieder essen im Zusammenhang mit einer Histamin-Intoleranz.

Ich bekam das Ergebnis: Werte optimal. Keine Histamin-Intoleranz mehr vorhanden. Das hat mich sprachlos gemacht.

Ich habe einige weitere Test durchführen lassen. Die Laktose-Intoleranz ist genetisch bedingt. Egal, damit kann ich sehr gut leben.

Die Toleranzgrenze von meiner Fructose- Intoleranz und Sorbit-Intoleranz konnte ich immer weiter steigern. Heute lässt es sich sehr gut damit leben.

Weitere Test ergaben, dass sich auch Nahrungsmittel-Allergien durch die konsequente Meidung verflüchtigten.

UND – ich will Euch  Kraft geben und sagen, gebt nicht auf. Es lohnt sich am Ball zu bleiben. Ihr könnt eine gute Lebensqualität trotz Eurer Einschränkungen haben. Lasst Euch nicht von wem auch immer bequatschen. Ihr wisst selbst so genau was Euch guttut und was nicht. Hört auf Euch!

Kurzum, ich habe viel erreicht. Ich werde niemals ein unbesorgtes Leben führen können, ich werde niemals alles essen können was bei „Normalos“ so auf dem Speiseplan steht.

ABER – das Gefühl was ich erreicht habe ist für mich ist unglaublich. Es gibt mir Kraft. Ich weiß, ich kann noch viel „Schaffen“.

So, jetzt habe ich das was mir wichtig war geschrieben. Ich lese mir den Artikel auch gar nicht mehr großartig durch.
Er ist so wie ich bin.
Bunt, lebensfroh, immer nach vorne, kreativ, reiselustig, ungeduldig, genussvoll und selten zufrieden!

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Ach ja und selten ohne meinen Assistenten – NEKO!Steffi-Kochtrotz-assistent-neko-1

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