Das bin ich, aufgenommen am vergangen Freitag bei einer Eis-Mach-Aktion.
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Hallo Ihr meine lieben Leserinnen und Leser.
Heute will ich Euch einmal wieder von meinen Fortschritten in Sachen Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, Lebensmittel-Allergien und so manch anderem berichten. Ich schreibe Euch diesen recht offenen Artikel um Euch zu zeigen, dass es sich durchaus lohnen kann, dran zu bleiben. Sicherlich ist mein Weg kein Allheilmittel sondern mein ganz individueller Weg um aus meiner „Sache“ das Beste zu machen.

Vorab, es sieht super aus mit mir und meiner Gesundheit. Zitat meiner Ärztin:

Das ist echt schier unglaublich. Ich weiß noch, als du (wir duzen uns inzwischen) das erste Mal hier gesessen hast. Du hast so schlecht ausgesehen und deine Diagnosen die folgten waren auch richtig übel. Du hast nix ausgelassen. Heute sitzt du hier, siehst blendend aus und hast Dich so gut wieder hinbekommen. Eine solche Patientin hatte ich noch nie!

Versteht das Zitat bitte nicht als Eigenlob von mir. Ich finde, es drückt meinen Weg und meinen aktuellen Zustand in Kürze sehr gut aus.

In Kurzform was war mit mir: In 2007  hatte ich die ersten Symptome. Bis zur ersten Diagnose in 2010 ging ich auch durch ganz schön viele Täler und erlebte wie viele andere Betroffene die ganze Bandbreite an (Negativ-) Erlebnissen. Dabei waren Ärzte die einen für psychisch krank abstempelten, heftigste anaphylaktische Schocks bis hin zur Notärztlichen (erfolgreichen) Wiederbelebungs-Aktivität, schier endlose und erfolglose Heilpraktiker-Versuche, viel Geld bin ich losgeworden und unnötigerweise hab ich viel Zeit in Krankenhäusern verbracht, zwischendurch dachte ich, es gäbe keine Fachärzte für mich auf diesem Planeten, etc. Wer betroffen ist, kennt das alles mehr oder minder.

Ab 2010 folgten dann die Diagnosen so nach und nach und es hörte auch nicht mehr auf. Jedenfalls kam es mir so vor. Also kamen aufs Parkett: Laktose-Intoleranz, Histamin-Intoleranz, Fructose-Intoleranz, Sorbit-Intoleranz, Gluten-Intoleranz, Casein-Intoleranz, unzählige Nahrungsmittel-Allergien (von einigen wusste ich bereits davor) und HPU. Fragt nicht wie es mit meinem Vital-, Darmflora- und Entzündungstatus aussah. Es war ein Desaster. Dazu kam, dass einige Allergietests nicht anschlugen und ich Allergien hatte, die ich dann erst mal körperlich erfahren musste.

Ich hab das schon häufiger geschrieben hier. Zu keinem Zeitpunkt hab ich mich meinen Diagnosen ergeben. Bei jeder neuen Diagnose habe ich mir gedacht „Shit, Shit, Shit, aber es gibt einen Weg da wieder raus und mein Leben soll auch ein Leben bleiben mit Genuß und allem PiPaPo“. So bin ich auch vorgegangen. Ich habe meinen KochTrotz-Blog hier gegründet, habe mich informiert, habe mir Ärzte gesucht, die was taugen, habe mein Leben verändert und bin die Sache nach und nach angegangen. In der Vergangenheit habe ich ja einige Artikel zum Verlauf mit mir hier veröffentlicht.

Heute, gut 4 Jahre später kann ich sagen: Der Kraftakt hat sich so gelohnt! Leute ja, es war mega anstrengend und ich hab viel gemacht und es hat mich oft das letzte Quentchen Energie gekostet. Wer denkt, über Monate mit 4 Lebensmitteln leben zu müssen sei ein Spaziergang, liegt total falsch. Oft war ich ausgegrenzt und ja es ist echt übel wenn man im Restaurant das Essen nach den eigenen Verträglichkeiten bestellen muss und nicht nach den persönlichen Gelüsten und die mitleidigen Blicke anderer kassiert. Da stand ich ja glücklicherweise ganz schnell drüber und merkte, ich darf mich nicht von meiner Umwelt beeindrucken lassen, sonst bin ich verloren.

Ich weiß, dass Ihr wissen wollt was ich alles unternommen habe. Hier eine grobe Auflistung meiner „Sanierungs-Aktivitäten“, das hört sich ja vielleicht an – aber genau so kommt’s mir vor:

  • mehrjährige strenge Diät nach Verträglichkeiten, Allergien und Intoleranzen

  • intensive Darmsanierung (bei mir über 9 Monate)

  • später 4-Wöchige Kuren zur Entgiftung

  • Aufbau Vital-Status

  • Vitamin-Kuren

  • Autovaccine-Therapie

  • kombinierte schulmedizinische und homöopatische Betreuung

  • Unterstützung durch homöopathische Therapie

  • finden der passenden Ernährungsform (mehr dazu weiter unten)

  • Know-How-Aufbau im Bereich Ernährung und Medizin zu bessern Selbst-Therapie und Ernährung

Einen Punkt habe ich nicht aufgelistet, den ich aber für sehr entscheidend halte. Mir hat es so sehr geholfen, in all den Jahren selbstbewusst mit meinen Einschränkungen umzugehen. Das war nicht immer einfach, das zu behaupten wäre schlicht gelogen. Aber es hat mir soooo sehr geholfen. Eine stabile Psyche halte ich heute für das A und O wenn man mit täglichen Einschränkungen zu tun hat. Klar wissen wir auch, wie sehr Darm und Psyche verstrickt sind und wenn wir Unverträglichkeiten haben ist meist auch unsere Darmflora nicht intakt und somit die Psyche auch gleich mit lädiert. Alles nicht einfach.

Ein Schlüsselerlebnis war für mich meine Ernährungsumstellung vor rund einem Jahr. Ich hatte viel darüber gelesen, dass man Allergien weg bekommen kann wenn man sich eine Zeit lang pflanzlich ernährt. Also wollte ich es ausprobieren unnnnnndddddd auch bei mir war ein riesiger Effekt da. Mein Körper scheint sich so viel leichter zu tun wenn er „nur“ pflanzliches verarbeitet. Ich bin dabei geblieben und es tut mir gut. Ich möchte nicht von mir behaupten, ich wäre jetzt Veganerin. Das stimmt einfach so nicht, denn da gehört meiner Meinung nach so viel mehr dazu. Ich ernähre mich vegan, so stimmt es für mich. Auch bin ich mitunter viel unterwegs und habe teils auch geschäftliche Anlässe bei denen ich mir nicht immer alles so aussuchen kann wie ich es gerne hätte. Ich achte ja auch nach wie vor darauf, dass ich für mich Verträgliches esse. Aber mit vegetarisch komme ich dann sehr gut klar, das gibt’s eigentlich auch immer.

Natürlich ist heute noch nicht alles total wieder intakt bei mir und meine Gesundheit ist zu 100% wieder hergestellt. Ich hab immer noch die eine oder andere Schwachstelle oder auch Baustelle. Vermutlich werde ich auch die ein oder andere Baustelle noch ne ganze Weile behalten oder gar nicht mehr los. Ich werde hier aber auch wieder berichten, was ich noch so erreiche.

Klar ist mir auch, ich werde mich immer sehr vernünftig ernähren und auch leben müssen damit ich meinen Zustand so halten kann. Einige Lebensmittel werden mir möglicherweise verschlossen bleiben. Derzeit losgeworden bin ich die: Histamin-Intoleranz, Casein- und Gluten-Sensivität und die (temporär) HPU. Fructose- und Sorbit-Intoleranz sind so gut wie weg, Lactose-Intoleranz ist genetisch und bleibt. Was mich am allermeisten positiv umgehauen hat ist die Sache mit dem Gluten. Nach einer mehrmonatigen Gluten-Belastung konnten keine Antikörper mehr nachgewiesen werden. Irre oder?

In Sachen HPU habe ich auch noch was dazu gelernt. Ich dachte lange, HPU ist immer angeboren. Stimmt aber gar nicht, HPU kann auch genauso wie Intoleranzen erworben werden. In einigen Monaten werde ich mich nochmals per 24 Stunden-Test testen lasen, dann werden wir sehen, was wirklich der Status ist. Ich hab noch Symptome und erst dann kann gecheckt ob sie der HPU zuzuschreiben sind.

Es kommen aber auch immer wieder Einbrüche. Auch bei mir. Erst neulich war so einer. Es ging mir über Wochen nicht wirklich gut und ich vertrug einige Lebensmittel nicht mehr. Hatte oft das Gefühl ich bekomme kaum Luft. Das Ende vom Lied: Ich habe seit neuestem fürchterlichen Heuschnupfen und kein Allergietest zeigte es. Ich wurde 3 Mal getestet und dann sogar mit dem IGG-Test von dem ich eigentlich nix halte, auch Heilpraktiker fanden nix. Doch die Symptome sind mehr als eindeutig und mein HNO schlug die Hände überm Kopf zusammen als er mich sah und untersuchte. Somit ist auch klar warum ich diverse Lebensmittel nicht mehr vertrug. Es sind Kreuzallergien. Jetzt gehe ich halt diese Baustelle an. Immer wieder mal was neues oder?

Jetzt habe ich Euch viel geschrieben und ich wünsche mir sehr, dass meine Erlebnisse für die Eine oder den Anderen unter Euch einen positiven Ausblick geben und auch etwas Kraft und Mut. Lasst Euch nicht unterkriegen da draussen.

♥♥♥♥♥Mir ist noch ganz wichtig an dieser Stelle Dank auszusprechen. Mein Mann und meine Familie, mein Kater-Assistent Neko, meine Freunde und auch Ihr meine lieben Leserinnen und Leser habt stets und ständig dazu beigetragen nicht still zu stehen, hattet immer großes Verständnis, Vertrauen, Tipps und Infos parat. Ihr Lieben, herzlichsten Dank dafür. ♥♥♥♥♥

Ihr braucht keine Sorge zu haben, dass ich den Blog jetzt einstelle. Ich werde weitermachen, es macht mir großen Spass mit Euch und ich habe noch einige Überraschungen für Euch parat für die kommende Zeit.

Herzliche Grüße
Eure Steffi und Kater Neko ♥♥♥
Steffi und Kater Neko

Assistent Neko und ich letzte Woche beim Joghurt-Gucken 🙂 

 

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