Alternativen bei Hühnerei-Allergie | wie gehe ich mit Eiern anderer Vögel um | Berechnung von Eimengen | viele Informationen rund um Eier

Alternativen bei Hühnerei-Allergie

Schon lange wollte ich dieses Thema angehen. Es gibt nämlich etliche tierische Alternativen bei Hühnerei-Allergie. Auch andere Vögel legen Eier und diese könnt ihr hoffentlich sehr gut vertragen. In diesem Beitrag stelle ich euch wieder einmal mein Wissen so strukturiert, kurz und informativ wie möglich zusammen.

Die Berechnung von Eimengen anderer Vögel ist zum einen Thema. In diesem Beitrag zeige ich euch unter anderem, wie ihr die Mengen umrechnen könnt und verrate euch einige Tricks und weitere Infos.

Hühnereier sind in der EU ja inzwischen genormt und klassifiziert. Das bedeutet, dass das Gewicht genau festgelegt ist, was ein Hühnerei der Größe S, M, L und XL zu wiegen hat. Auch die Herkunft ist auf jedem Ei festgehalten sowie die Klasse. Das Gewicht von Eiweiß und Eigelb ist dadurch auch recht genau definiert. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, dass es hier inzwischen klare Vorgaben gibt, mag ich gar nicht beurteilen. Allerdings hilft dieser Umstand sehr, wenn man auf andere tierische Ei-Alternativen ausweicht, wenn man keine Hühnereier verträgt. Die Berechnung von Eimengen ist bei einigen Rezepturen wichtig, damit das Ergebnis auch gelingt.

Am besten sind natürlich die Eier von den eigenen Hühnern oder generell den eigenen Vögeln. Ich hätte auch gerne eigene Hühner, geht aber nicht, ich lebe in der Stadt. 😉 Aber auch für die eigenen Hühner und deren Eier ist dieser Artikel ganz informativ. Die eigenen Hühner im Garten legen ja oft unterschiedlich große Eier. Meine Anleitung unten kannst Du auch dafür nehmen. Wachteln kann man ganz gut in der Stadt halten. Ich kenne einige, die ihre eigenen Wachteln halten.

Wo kommt mein Ei her?

Wer sich dafür interessiert, wo die gekauften Hühnereier genau herkommen, so kann man das auf dieser Website des KAT-Vereins erfahren. Der KAT-Verein stellt inzwischen auch eine App zur Verfügung. Ich finde die Infos oft wichtig. Ich selbst kaufe nur Bio-Hühnereier. Aber, es gibt große Unterschiede, wieviel Platz einem Huhn tatsächlich zur Verfügung steht. Die EU-Vorschriften für den ökologischen Landbau erlauben sechs Legehennen pro Quadratmeter Freigehege. Das ist jetzt nicht gerade viel. Es gibt allerdings auch viele Bauern, die ihren Hühnern mehr Platz geben. Über den Code auf dem Ei kann man nachschauen woher das Ei stammt und dann gezielt beim Bauern nachfragen. Ausserdem kaufe ich nur noch die sogenannten Bruder-Eier. Hier könnt ihr euch bei Interesse dazu informieren. Leider gibt es so ein System nicht für Eier anderer Vögel. Das macht aber gar nicht so viel aus.

Wachteleier gibt es im Supermarkt aus großen Zuchten. Ob man die kaufen möchte, ist natürlich jedem selbst überlassen. Wachteleier sind auch oft auf Wochenmärkten erhältlich und hier wissen die Standbetreiber meist sehr genau wo die Eier herkommen. Gleiches gilt für Enteneier, Gänseeier und Straußeneier. Sowohl Wachtel-, Enten-, Gänse- und Straußeneier kann man häufig direkt bei den Züchtern oder Landwirten kaufen oder dort Verkaufsstellen erfragen. Dort kann man sich die Gegebenheiten auch vor Ort anschauen und Fragen stellen. Inzwischen versenden etliche sogar übers Web. Eine Recherche lohnt sich meiner Meinung nach, um gute Qualität beziehen zu können.

Die Eiersaison und die Abhilfe

Wird nicht gezüchtet, so liegt Legesaison bei Enten, Gänsen, Wachteln und auch beim Strauß von circa September bis Mai. Vor allem Wachtel- und Straußeneier werden inzwischen ganzjährig angeboten. Wenn ihr jetzt denkt: Mist, dann kann ich im Sommer ja keine Eier essen … Nein, ihr müsst nicht verzichten. Die Eier können nämlich ohne Schale eingeforen werden und halten sich bis zu einem Jahr unter optimalen Gefrierbedingungen. Wusstet Ihr das? Also, Eier aus der Schale nehmen, eventuell schon vorab Eigelb und Eiweiß trennen und einfrieren. So könnt ihr ganzjährig auf Eier eurer verträglichen Sorte zurückgreifen. Ihr habt also ganzjährig Alternativen bei Hühnerei-Allergie oder Histaminintoleranz (dazu weiter unten mehr).

Was löst eigentlich die Hühnerei-Allergie aus?

Eigentlich ist der Begriff „Hühnerei-Allergie“ nicht ganz richtig. Die meisten Betroffenen reagieren auf das Hühnereiweiß (Ovomucoid ist hitzestabil, Ovoalbumin, Ovotransferrin und Ovo Lysozym sind nicht hitzestabil) und haben korrekt bezeichnet eine Hühnereiweiß-Allergie. Bei der Hühnereiweiß-Allergie wird das Eigelb vertragen. Im Eigelb sitzen allerdings auch Allergene (ebenfalls das Ovoalbumin) und man kann auch darauf allergische reagieren. Das im Eigelb enthaltene Ovoalbumin ist nicht hitzestabil und baut sich ab. Daher können Eigelb-Allergiker eigentlich Eigelb vertragen wenn es gegart wurde.

Welche Eier anderer Vögel bei einer vorliegenden Hühnerei-Allergie vertragen werden, wird am besten mit dem Allergologen abgesprochen. Er kennt aus den vorangegangen Tests die genauen Allergene (siehe oben) und kann Auskunft erteilen, welche Alternativen bei Hühnerei-Allergie unproblematisch sind.

Tierische Alternativen bei Hühnerei-Allergie

Kurz noch einmal zusammengefasst: Werden keine Hühnereier vertragen, so können Wachteleier, Gänseeier, Enteneier und Straußeneier nach Rücksprache mit dem Facharzt die Lösung sein. Selbstverständlich gibt es auch viele pflanzliche Alternativen. Ich persönlich stehe allerdings überhaupt nicht auf Tofu-Rührei und vertrage Tofu (Soja) sowieso nicht. Wer Eier isst und sie ersetzen will weiß, Eier sind schwer auf pflanzlicher Basis zu ersetzen. Vor allem wenn man mehr als 2 – 3 Eier in einem Gericht ersetzen oder einfach ein hart gekochtes Ei essen möchte.

Alle genannten Hühnerei-Alternativen können wie Hühnereier zum Kochen und Backen verwendet werden. Lediglich das Straußenei eignet sich nicht so gut für Spiegelei. Das Eiweiß bleibt glasig (ist nur eine optische Sache), aber vor allem trocknet das Spiegelei aufgrund der enormen Größe aus, bevor es gar ist. Bei Gänseeiern bleibt das Eiweiß ebenfalls glasig beim Garen.

Geschmacklich finde ich alle genannten Alternativen bei Hühnerei-Allergie sehr gut. Manche sagen, das Gänseei sei aromatischer als das Hühnerei. Ich kann es nicht bestätigen. Ich habe circa 1 Jahr mit Gänse- und Wachteleiern gekocht und gebacken und niemand hat es je bemerkt. Ist vielleicht auch eine Kopfsache. 😉

Eier und die Histaminintoleranz

Wir wissen, die Verträglichkeiten von Lebensmitteln bei einer vorliegenden Histaminintoleranz sind sehr individuell und richten sich zudem nach dem Stärkegrad. Doch auch hier ist es so, dass das Eiweiß der Hühnereier die Probleme macht und das Eigelb durchgängig als verträglich eingestuft wird. Eine beliebte Hühnerei-Alternative bei Histaminintoleranz sind die Wachteleier. Ich habe noch nie gehört, dass jemand Betroffenes sie in diesem Zusammenhang nicht vertragen hat. Auch Gänse-, Enten- und Straußeneier werden in aller Regel vertragen. In diesem Zusammenhang ist beim ersten Test immer Vorsicht geboten. In Sachen Histaminintoleranz gibt es nichts was es nicht gibt 😉 .

Was wiegen Eier?

Hühnerei Größe S Größe M Größe L Größe XL
komplettes Ei (mit Schale) 40 – 52 g 53 – 62 g 63 – 72 g 73 g und mehr
Eigelb (ohne Schale) ø 16 g ø 20 g ø 24 g ø 28 g
Eiweiß (ohne Schale) ø 24 g ø 30 g ø 36 g ø 42 g
Eierschale ø 5 g ø 6 g ø 7 g ø 8 g

Vogel Gewicht Entspricht
Wachtelei 5 – 9 g 5 Wachteleier entsprechen ø 1 Hühnerei Gr. M
Entenei 60 – 75 g 1 Hühnerei Gr. L – XL
Gänseei 150 – 200 g 4 – 5 Hühnereiern Gr. M
Straussenei 1.200 – 1.800 g 20 – 25 Hühnereiern Gr. M

Die genaue Eimenge ist bei etlichen Rezepten relevant. Bei einem Biskuit beispielsweise (mein glutenfreies gelingsicheres Grundrezept kommt auch bald auf den Blog) ist es entscheidend, dass die verwendete Eimenge stimmt, damit er richtig gut gelingt.

Anleitung – so bestimmst Du die Eimengen von anderen Vögeln

Eigentlich ist es einfach, man muss nur drauf kommen 🙂 . Meist sind in Rezepten ganze Eier, Eigelb oder Eiweiß von Hühnereiern Gr. M oder L angegeben. Oben, in der Tabelle, stehen die Gewichte der Hühnereier, Hühnereiweiß, Hühnereigelb und der Eierschale des Hühnereis.

Du nimmst also das Gewicht der Hühnereier und rechnest es um auf Deine individuellen Alternativen bei Hühnerei-Allergie.

Hier ein Beispiel: 

Im Rezept stehen 2 Eier Gr. M: Du nimmt das Mittelgewicht vom Hühnerei Gr. M, also ø 57 g und ziehst das Gewicht der Schale ab (57 g minus 6 g gleich 51 g). Du brauchst also 51 g Eimasse von deiner Ei-Alternative. Einfach oder?

Bei Wachteleiern wiegst du die Eimasse direkt komplett (ohne Schale) ab. Bei größeren Eiern wie Gänse- oder Straußeneiern verrührst Du Eiweiß und Eigelb vorher gründlich und wiegst dann die benötigte Menge ab.

Ein weiteres Beispiel: 

Du benötigst 3 Eiweiß Gr M. Das sind dann ø 90 g nach obiger Liste. Jetzt trennst Du deine Ei-Alternative und wiegst das Eiweiß entsprechend ab.

Hast Du eigene Hühner? 

Natürlich kannst Du meine Tabelle oben genauso dafür verwenden um eine exakte Menge zu bestimmen.

Noch ein paar Tipps um Umgang mit Wachteleiern

Wachteleier sind ja echt mini! Sie sind schwer zu öffnen und zu trennen. Zum Öffnen empfehle ich euch eine Wachteleischere. Die kostet circa 2 € und spart euch Zeit und Nerven! Ich habe seit vielen Jahren eine und liebe sie.

Das Trennen von Wacheleiern ist schon ein kleines Geduldsspiel. Hier habe ich euch kleines (witziges) Video herausgesucht. Methode Nummer 3 und 5 klappen ganz gut mit Wachteleiern. Für die Flaschenmethode benötigt ihr eine Flasche mit etwas dünnerem Flaschenhals. Ich trenne die Wachteleier immer so und bin inzwischen richtig schnell 🙂 .

Jetzt sind wir am Ende angelangt! Das war mein heutiger Warenkunde-Beitrag zum Thema Alternativen bei Hühnerei-Allergie. Ich bin gespannt auf euer Feedback. Wenn Ihr weitere Themenwünsche für meine Kategorie Warenkunde habt, lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Eure

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