2 Wochen auf Sal, Kapverden – ein Urlaubsbericht

In Kürze:

  • Strände und Meer top, Straßen Flop.
  • Interessant für fortgeschrittene Wassersportler und Wind-Liebhaber
  • 24h täglich Wind
  • Teilweise recht teuer, Preise vor Ort besser vor dem Buchen recherchieren, das gilt für die kompletten Kapverdischen Inseln.
  • hilfreiche Website www.guiadecaboverde.com
  • vor Ort, in den Reisebüros gibt es kostenlose Insel-Karten und einen passablen Reiseführer
  • freies Wifi nur an wenigen Plätzen und langsam
  • sehr internationaler und gemischter Tourismus
  • für Allergiker ist Sal gut zu bereisen (siehe extra Artikel zum Thema)

Für weitere Details musst Du den kompletten Artikel lesen :).

Im Vorfeld unserer Reise haben wir viel gehört von Menschen die sehr begeistert und von anderen, denen es überhaupt nicht gefallen hat auf den Kapverden.

Beide Seiten können wir nun gut nachvollziehen.

Strände und Meer

Ein absoluter Traum. Das Meer schaut schon recht karibisch aus, ist halt etwas kühler. Ist man erstmal drin, will man nicht mehr raus. Das ging nicht nur uns so :).

Der wohl schönste Badestrand von Sal liegt zwischen Santa Maria und Punta Preta. Dort steht zwar das Riu Garopa / Funana, der Strand ist aber öffentlich auch wenn es erst nicht so erscheint. Das Meer ist dort immer relativ ruhig. Will heißen, die Wellen und die Strömung sind lange nicht so stark wie an vielen anderen Stränden.

Man könnte also irgendein nahegelegenes Hotel oder Appartement buchen und trotzdem die kostenlosen Liegen des tollen Strandes benutzen.

An diesem Strand kann man auch herrliche Strandwanderungen unternehmen. Nach wenigen Metern waren wir häufig ganz alleine unterwegs und das trotz Hochsaison.

Ist man mobil, so gibt es auf der ganzen Insel verlassene Strände zu entdecken, an denen man endlos am Strand wandern und Muscheln suchen kann.

Straßen

Lediglich die Hauptstraße der Insel ist asphaltiert. Alle anderen Verbindungsstraßen sind gepflastert oder so eine Art Feldweg. Die Strassen in den Orten sind meist asphaltiert.

Wetter, Wind und Entzündungen

Wir können jetzt nur von Dezember und Januar berichten. Tagsüber hatte es meist 22 – 24 Grad mit mal mehr, mal weniger Wolken, die sich durch den Wind aber deutlich kühler anfühlten. Abends fand ich es noch extremer.
Es empfiehlt sich immer etwas zum überziehen einzupacken. Wind ist immer da und oft ist er recht kühl.
Abends war mir eigentlich immer kalt. Lange Hosen, Shirt und Jacke war mein Standard Outfit.

Der allseits existente Wind macht wohl vielen Urlaubern Probleme. Immer wieder trafen wir auf Touristen mit Augen-, Stirn-, Nebenhöhlen- und Ohrentzündungen. Oft so schlimm, dass mit Antibiotika behandelt werden musste. Antibiotika ist auch auf den Kapverden nicht rezeptfrei erhältlich. Entweder ein Breitband-Antibiotika mitbringen oder im Urlaub zum Kapverdischen Arzt gehen.

Wassersport

Für alle, die Wassersport wie Tauchen, Surfen oder Kiten betreiben, ist Sal ein tolles Reiseziel. Man sollte aber nicht unbedingt Anfänger in einer der Sportarten sein. Wir wollten gerne Kiten lernen. Doch zu mehr als dem Einführungskurs kam es nicht, da das Wetter zu heftig war. Im Sommer ist der Wind wohl schwächer. Jedenfalls wollte die Surfschule das Risiko nicht auf sich nehmen mit uns Anfängern.

Preise auf Sal

Die Kosten für einen Kite-Anfängerkurs betragen zur Hochsaison ca. 400 Euro für 10 Std. In Deutschland liegen die Kosten weit darunter.
Ich denke, es ist ratsam, sich vorher über alle möglichen Kosten auf den Kapverden zu informieren. Da die Kapverden touristisch noch nicht erschlossen sind, gibt es für viele Angebote noch wenig oder keine Konkurrenz. Viele Dinge sind auch noch nicht zu bekommen. Für manches Angebot werden regelrechte Mondpreise verlangt.
Andere Leistungen wiederum sind absolut im Rahmen. Automieten bspw. liegen bei ca. 60 Euro pro Tag. Taxifahren ist recht günstig. Wer kein Auto Mieten will, lässt sich einfach mit dem Taxi kutschieren. Dann kommt das Geld wenigstens direkt an. Das ist ansonsten meist nicht der Fall.

Salz-Salinen auf Sal

Ausflugsangebot

Zurück zur Insel und dem sonstigen Angebot. Es werden diverse Ausflüge angeboten – Inselrundfahrt, Hochseefischen, Katamaran-Trip, Jet-Ski – die üblichen Verdächtigen halt.
Wir haben die Insel lieber auf eigene Faust mit dem Quad erkundet. Hat sehr viel Spass gemacht und kaum einen Tag gedauert.

Interessant aber auch nicht ganz günstig sind die Tagestrips zu den anderen Kapverdischen Inseln. Sie schlagen zwischen 160 und 250 Euro pro Person und Tag zu Buche. Alle Preise wurden ab dem 01.01.2012 aufgrund steigender Kerosinpreise drastisch erhöht.

Unser Reiseveranstalter bot natürlich auch ein Ausflugsprogramm an. Das war teurer als die Angebote im Ort und die TUI-Ansprechpartnerin glänzte durch grosse Unwissenheit. Wer des englischen mächtig ist und sich nicht scheut, sollte besser in Santa Maria in die Reisebüros gehen. Das Angebot dort scheint deutlich vielfältiger zu sein. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit den Reisebüros Morabitur und Baraccuda gemacht. Beide sind in der Nähe des Piers in Santa Maria.

Tagesausflug nach Boa Vista

An einem Schlechtwetter-Tag flogen wir nach Boa Vista und schauten uns diese Insel an. Derzeit ist sie touristisch weniger erschlossen als Sal. Die Insel erschien uns bald noch karger und sie ist in etwa doppelt so groß wie Sal. Die Wellen sind auf Boa Vista deutlich höher. Dürfte nicht ganz so easy für Familien mit kleineren Kindern sein.

Dünen auf Boa Vista

Restaurants, Party und Shopping

In Santa Maria und in Espargos (Hauptstadt) kann man Essen und Feiern gehen. Espargos ist noch kaum vom Tourismus berührt, man bewegt sich also unter Einheimischen. Wer keine Berührungsängste hat, nix wie hin.
Wir haben immer in Santa Maria diverse Leute gefragt nach Restaurants, Reisebüro, Quadverleih, etc.
Wir haben durchweg gute Erfahrungen gemacht, sehr freundliche und hilfsbereite Menschen mit super Tipps am Start. Am Gemüsestand waren wir bereits nach zwei Tagen kreditwürdig :). Lediglich die Verkäufer aus Senegal sind aufdringlicher.

Santa Maria

Shoppen fällt aus wegen „ist nicht“. Es gibt einige Läden mit afrikanischen Souvenirs. Sie verkaufen alle die gleiche Ware. Ach ja, es gibt einen riesigen Schuhladen und ein paar kleinere Boutiquen. Ein klein wenig Markenware aus den Überschussproduktionen der letzten 10 Jahre wird auch recht teuer angeboten.

Riu Garopa, Riu Funana

Abschließend noch ein kurzer Bericht zu unserer Hotelanlage dem Riu Garopa / Funana. Hier handelt es sich im einen Anlagenkomplex und nicht im zwei getrennte Anlagen. Das Riu Funana ist näher am Meer und bietet Zimmer mit Meerblick. Als Gast bewegt man sich in der gesamten Anlage. Die Anlage ist mit 5***** Landeskategorie ausgezeichnet. Rund um Santa Maria gibt es einige Hotels mit weniger oder gar keinen Sternen, aber deutlich besserem Komfort und Leistung.
Aus Gesprächen mit Gästen die schon in den vorigen Jahren zu Besuch waren, erfuhren wir, dass das Garopa / Funana wohl eine regelrechte Talfahrt mit dem Managementwechsel in 2011 hingelegt hat.

Nach internationalem Standard dürfte das Riu Garopa / Funana bei maximal 3,5 Sternen liegen.

Es wird damit geworben, dass kaum Kinder in der Anlage sind. Vorsicht – stimmt absolut nicht. Zu unserer Reisezeit waren ausschließlich Familien mit Kindern untergebracht.

Wer einen ruhigen und erholsamen 5 Sterne-Urlaub mit gutem Service und guter Lebensmittel-Qualität erleben möchte, ist in diesem Riu definitiv falsch aufgehoben.

Am Buffet wird häufiger eben mal schnell mit der Hand nach dem Essen gegriffen, anstatt das vorgesehene „Werkzeug“ zu verwenden. Ist ja auch echt umständlich so hygienisches Zeugs zu verwenden. Auch für Alkoholiker scheint es ein willkommenes Reiseziel zu sein. Diese Riu Anlage bietet schließlich 24 h All Inklusive an, also gibt es rund um die Uhr Alkohol und auch fast immer was zu Essen und immer alles schön nach dem Motto Masse statt Klasse.

Wer sich gut im Griff hat, kann aufgrund des breiten Buffet-Angebots metabolic Balance und vermutlich nahezu jede Ernährungsform durchführen.

Mit kleineren Kindern ist im Riu Garopa / Funana Vorsicht geboten.

Dies war ja unser erster Riu und All Inclusive Urlaub. Viele andere Gäste, die häufiger in Riu Resorts reisen erzählten uns, dass diese Riu Anlage wohl überhaupt nicht dem sonstigen Anspruch von Riu gerecht würde. Wir können dies selbst nicht beurteilen.

Unser persönliches Fazit über Sal und die Kapverden:

• wunderschöne Strände und tolles Meer
• Sal und Boa Vista ohne Wassersport sind uns zu langweilig.
• Durch die jeweiligen Zwischenlandungen auf den Kanaren kann man in der gleichen Zeit auch in die Karibik reisen. Die Kosten sind unwesentlich höher.
• Pauschalreisen und All Inclusive, sind wohl nicht unser Ding.

Das ist eine Spargelsorte auf Sal. Sie ist nicht essbar, dafür echt schön.

Ich habe den Artikel auf unserem Rückflug geschrieben und da nach dem Urlaub ja vor dem Urlaub ist, haben wir noch im Flugzeug die Reisen für 2012 geplant.

Hier ein kleiner Ausblick wo es in 2012 überall hingehen soll:

Frühjahr
Ein Städtetrip nach Beijing, Shanghai und Hongkong mit 3 abschließenden Relaxtagen irgendwo an einem schönen Strand.
25.01.12 War ne schöne Idee. Nach Asien können wir wegen unserer gesundheitlichen Situation dieses Jahr nicht. Gestern hab ich Jamaica und New York gebucht. Das ist ne sichere Kiste was die Ernährung angeht.

Zwischendrin
Kurztrips nach Belgrad und an die Amalfiküste

Herbst
Mit dem Auto eine Rundreise durch Schottland und England mit Abschluss in London.

Winter
Tansania mit Safari und Strand.

Und wie immer werde ich Möglichkeiten finden von unterwegs zu bloggen :).

Aggressionen

Das muss ich jetzt noch unbedingt hinzufügen. Gerade haben sie sich im Flieger fast geprügelt. Das Personal musste schlichtend einschreiten.
Prügeleien und heftige Aggressionen konnten wir den ganzen Urlaub über beobachten. Trägt nicht gerade zur Erholung bei :(.

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