In wenigen Tagen zum Vegetarier

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Dieser Ofen steht beim Haus meiner Schwiegermutter in Struga am Ohrid-See. Sie hat damit eine recht große Gästeschar bekocht. Super oder? Die Sommerhäuser sind halt nicht immer mit kompletten Küchen ausgestattet. Da wird dann flugs ein Herd organisiert.
Überhaupt wird hier recht viel improvisiert und gefrickelt, so mein Eindruck :).

Je weiter südlicher wir nun gereist sind, desto schwieriger wird es mit dem Essen. Das Fleisch wird immer fetter und die Fischsorten werden weniger je weiter man sich vom Meer entfernt. Am Ohrid-See, wo wir gerade zwei Tage verbrachten, werden Karpfen und Aal angeboten. Beide kommen aus dem See und dürften recht frisch sein. Beides nicht mein Fall.

Gestern Abend war es soweit, ich wollte nix Fettes, nix Gehacktes, eigentlich gar kein Fleisch und ich sehnte mich sehr nach ganz viel frischem Gemüse. Ich hab ja nicht nur Herrn Kochtrotz als Reisebegleitung, sondern auch einen Teil meiner angeheirateten mazedonischen Verwandtschaft. Alle der Landessprache mächtig und dennoch war es ein kleines Kunststück, ein fettarmes, gemüsereiches und allergieverträgliches Essen zu bestellen. Es gelang und der Salat, das Paprika-Gemüse und alles was sonst noch aufgetischt wurde war genau nach meinem Geschmack. Doch ohne mazedonische Sprachkenntnisse und als ganz normaler Tourist hätte ich das vermutlich nicht bekommen können.

Es wird hier erstaunlich wenig englisch gesprochen, obwohl viele Filme in original Sprache und nur mit Untertiteln gesendet werden. Englisch gehört auch in der Schule zu den Hauptfächern. Merkwürdig.

Jedenfalls hab ich nun genug Fleisch gesehen, gegessen, gerochen, …. Für mich darf die restliche Zeit Gemüse und Käse auf den Tisch kommen. Auch auf die leckere Salami möchte ich nun verzichten. Genug ist genug 🙂

Die angebotenen Käsesorten sind ziemlich klasse, Obst und Gemüse eh. Hier wächst ja alles reichlich und Tomate schmeckt nach Tomate.

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Ohrid-See und Landschaft drumherum sind sehr schön. Mehr als ein paar Tage wollten wir hier allerdings nicht verweilen. Viele Gegenden sind in einem recht desolaten Zustand.
Uns ist ja bereits in Montenegro aufgefallen, dass die Menschen teilweise arg unfreundlich sind. Dieser hat sich hier in Ohrid leider extrem verstärkt. Wer ohne Familienanschluss hier hin reist, könnte recht negativ überrascht werden.

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Das ist einer von zig tausend Bunkern, die in Albanien stehen. Die Fahrt von Montenegro über Albanien nach Mazedonien haben wir ohne größere Zwischenfälle überstanden. Das Erlebnis war alles wert. Wiederholen wollen wir es nicht. Zumal wir mit serbischem Kennzeichen reisten.

Man benötigt ohne Wartezeiten an den Grenzen für 350 km etwa 9 Stunden.
Unbedingt genügend Proviant und Wasser einpacken. In Albanien ist zwar alle paar Kilometer eine Tankstelle mit kleinem Imbiss, ob man dort etwas essen will muss jeder selbst entscheiden.
Angeblich ist der Sprit gepanscht, aber eben angeblich.

Die Eindrücke der Durchreise durch Albanien muss ich erstmal verarbeiten. Es ist alles unheimlich kaputt und heruntergekommen.

Und zum Abschluss noch ein kleines Filmchen. Gibt man den Straßenmusikanten Geld, kommen Sie überall hin mit einem mit.

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2 Responses to In wenigen Tagen zum Vegetarier

  1. Kochtrotz

    Hallo Katharina.
    Ein Abenteuer ist diese Reise auf jeden Fall.

    Dein Ostsee-Erlebnis ist auch echt „ein Ding“. Ich hoffe, Deiner Freundin hat es trotzdem gefallen.

    Viele Grüße
    Steffi

  2. Katharina

    Ich verfolge Deine Reise ja fleißig mit – das klingt wirklich nach Abenteuer, was Ihr da macht! Besonders für verwöhnte Mitteleuropäer-Hintern wie meinen sind 9h für 350km der Wahnsinn. Irre! 😮
    Ich musste bisschen bei der Bemerkung mit dem Englisch grinsen. Im Sommer war ich mit einer schwedischen Freundin in meinem Heimatort, einer kleinen Stadt an der Ostseeküste, die zu 95,87% vom Tourismus lebt. Meine Freundin sagte hinterher, dass sie ohne mich aufgeschmissen gewesen wäre, denn kaum jemand wollte sich mit Englisch „abmühen“, nicht mal im 4-Sterne-Hotel. Und das mitten in Deutschland! Also vielleicht tröstet Dich das ein bisschen auf Deiner Reise – auch daheim sind sie fremdsprachen-maulfaul. 😉

    Alles Gute weiterhin,
    Katharina

Hallo. Ich freue mich über ein paar Worte. Von Euren Kommentaren lebt jede/r Blogger/in, ich auch :).